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AGB verdonnert 22.000 Nutzer zum Toilettenputzen

18.07.2017 | 17:11 Uhr |

Das Ergebnis eines Experiments: Für freies WLAN haben sich über 22.000 Nutzer per AGB zu skurrilen Extra-Diensten verpflichtet.

Seitenlange Nutzungsbedienungen (AGBs) liest eh keiner. Obwohl dort für die Nutzer durchaus wichtige Informationen stehen können. In einem Experiment hat das britische Unternehmen Purple nachgewiesen, dass Nutzer über kostenfreies WLAN so entzückt sind, dass sie ohne die Nutzungsbedingungen durchzulesen diese einfach akzeptieren.

In einer Mitteilung weist das Unternehmen darauf hin, dass nicht nur einige oder gar wenige hundert Nutzer auf die "Falle" hereinfielen, sondern über 22.000 Nutzer. Zur Nutzung des freien WLANs von Purple akzeptierten die Nutzer während der zweiwöchigen Testphase als Gegenleistung 1.000 Stunden soziale Dienste zu erbringen.

In den Nutzungsbedingungen hieß es unter anderem, dass die Nutzer in der Zeit mobile Toilettenhäuschen auf Veranstaltungen reinigen müssen, herumstreunende Katzen und Hunde umarmen müssen, Hundehäufchen in Parks aufsammeln sollen oder Schneckenhäuser bunt anmalen müssen, um "die Existenz dieser Lebewesen zu verschönern".

Für alle betroffenen Nutzer gibt Purple aber Entwarnung: Das Unternehmen plane nicht, die von den Nutzern zugesicherte Leistung auch einzufordern. Viel mehr habe das Experiment dazu gedient aufzuzeigen, dass die Nutzer bei freiem WLAN die dafür geltenden Nutzungsregeln, die vor der Freischaltung des Zugangs angezeigt werden, nicht wahrnehmen. Als Zugabe gab´s während der Phase des Experiments eine Klausel, die den Nutzern, die sich meldeten, einen Preis versprach. Exakt eine Person habe sich innerhalb der zwei Wochen gemeldet und den Preis eingefordert. Also nur 0,000045 Prozent aller Nutzer der in diesem Zeitraum von Purple angebotenen WLAN-Zugänge.

"Wifi-Nutzer müssen die Regeln lesen, wenn sie sich für den Zugang zu einem Netzwerk anmelden", mahnt Purple-Chef Gavin Wheeldon. Immerhin würden die Nutzer bei der Gelegenheit auch so wichtige Dinge erfahren, wie ob und welche Daten sie beim Surfen teilen und welche Rechte sie dem Anbieter über ihre übermittelten Inhalte einräumen. Purple selbst geht mit gutem Beispiel voran: Die eigenen Nutzungsbedingungen wurden von 1.600 Wörtern auf 260 Wörter verkürzt. 

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