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Affen-Selfie: Fotograf und Peta begraben Kriegsbeil

12.09.2017 | 10:09 Uhr |

Im Streit um das berühmte Affen-Selfie haben sich der Fotograf und die Tierschutzorganisation Peta nun geeinigt.

Die Tierschutzorganisation Peta und der Fotograf David Slater haben sich im Streit um den weltberühmten Affen-Selfie nun außergerichtlich geeinigt. Zuletzt hatte der Fotograf Anfang August darüber öffentlich geklagt, dass ihn die Prozesskosten ruinieren könnten. Grund war eine von Peta eingereichte Klage, die das Ziel hatte, dem Affen namens Naruto die Rechte an dem Selfie und den damit verbundenen Einnahmen zu sichern.

In einer gemeinsamen Erklärung teilen Peta und Slater die außergerichtliche Einigung mit. Damit wurde ein Verfahren vor einem US-Bundesgericht nun endgültig abgewendet. Die Einigung sieht vor, dass Slater 25 Prozent aller künftigen Einnahmen an dem Affen-Selfie an Organisationen spendet, die sich für den Schutz der Makaken in Indonesien einsetzen. Den Rest der Einnahmen darf Slater also behalten. Unklar ist, um welche Summe es eigentlich geht, denn der Anwalt von Slater will nicht verraten, wie viel der Fotograf bisher mit dem berühmt gewordenen Selfie verdient hat.

In der gemeinsamen Erklärung von Peta und Slater heißt es, dass sich beide Parteien über die Bedeutung des Falles im Klaren sei, weil es um die Erweiterung der Rechte für nicht humane Tiere gehe, ein Ziel, welches beide Parteien unterstützen und mit ihrer Arbeit auch weiterhin unterstützen wollen.

Es stehe unwiderlegbar fest, dass der Affe das Foto selbst geknipst und damit erneut unter Beweis gestellt habe, dass er und seine Artgenossen „hoch intelligente, denkende und kultivierte“ Wesen seien, die es wert seien, alle Rechte über ihre Urheberrechte zu besitzen.

„Wir setzen uns auch weiterhin für die Rechte von Tieren ein. Jeder verdient die Rechte, die uns so teuer sind: Zu leben wie sie es wollen, mit ihrer Familie zu sein und frei von jeder Misshandlung und Leids und von den eigenen Kreationen zu profitieren“, heißt es in der Erklärung.

Affen-Selfie entstand im Jahr 2011

Das ungewöhnliche und witzige Selbstfoto eines weiblichen Schopfaffen entstand 2011 und ging damals durch alle Medien. Der Naturfotograf David Slater befand sich auf einer Reise durch Indonesien, als er dem Affen begegnete. Der Affe der bedrohten Gattung der Makaken schnappte sich die Kamera des Fotografen und begann dann mit dieser herum zu spielen. Dabei betätigte der neugierige Affe den Auslöser. Und fertig war das Selfie des breit grinsenden Schopfmakakens.

Im Jahr 2014 wurde der Streit zwischen dem Fotografen und Wikipedia bekannt. Wikimedia weigerte sich, ein Affen-Selfie auf Wikipedia zu löschen. Wikimedia vertrat die Ansicht, dass der Fotograf gar nicht die Rechte an dem Foto besitzt. Wenn überhaupt, dann habe der Affe die Rechte an dem Foto. Slater argumentierte damit, dass er von seinem Job als Naturfotograf leben müsse und alle Reisen selbst bezahle. Von den vielen zigtausend Fotos, die er bei seinen Reisen mache, sei er froh, das eine oder andere verkaufen zu können.

Die Tierschutzorganisation Peta reichte im Jahr 2015 eine Klage im Namen des Schopfmakaken Naruto ein, durch die erreicht werden sollte, dass alle Einnahmen an dem Selfie auch Naruto zugutekommen.

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