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Probelauf: Notarzt kommt mit Volocopter statt mit dem Auto

26.09.2019 | 12:33 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der Notarzt fliegt mit dem Volocopter zum Unfallort, statt mit dem Notarztwagen zu fahren. Um schneller beim Patienten zu sein. Die Erprobung hat jetzt begonnen.

Der ADAC hat jetzt mit der Erprobung eines Volocopters als Alternative zum Notarztwagen begonnen. Dabei geht es darum,  herauszufinden, ob der Volocopter gegenüber dem klassischen Notarztwagen Vorteile bietet. Ob der Arzt mit dem Volocopter also schneller zum Patienten kommt als mit dem Notarzt-Einsatzfahrzeug, um so die Versorgung zu verbessern und Leben zu retten.

Zwei Personen finden im Volocopter Platz: Notarzt und Pilot.
Vergrößern Zwei Personen finden im Volocopter Platz: Notarzt und Pilot.
© ADAC Luftrettung/ Andrea Fabry

Die Erprobung erfolgt aber nur bei gestellten Rettungseinsätzen und nicht bei tatsächlichen „scharfen“ Einsätzen. Der Einsatz von der Alarmierung auf der ADAC-Luftrettungsstation bis zur Notfallversorgung des Patienten am Unfallort ist also nur inszeniert. Für die Machbarkeitsstudie wurden in zwei Bundesländern Modellregionen ausgewählt: der Rettungsdienstbereich Ansbach mit dem Luftrettungsstandort Dinkelsbühl in Bayern sowie Mainz-Rheinhessen und Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz.

Nach dem Einsatz.
Vergrößern Nach dem Einsatz.
© ADAC Luftrettung/ Andrea Fabry

Die Ergebnisse der Erprobung will der ADAC im Jahr 2020 veröffentlichen. Dann könnten die Erfahrungen aus Theorie und Praxis in ein reales Pilotprojekt einfließen. Geforscht wird mit einem Volocopter der gleichnamigen Firma aus Bruchsal.

Hintergrund: Volocopter als Alternative zum Notarzt-Einsatzfahrzeug

Die ADAC Luftrettung prüft in einer Machbarkeitsstudie in Bayern und Rheinland-Pfalz den Einsatz von bemannten Flugdrohnen der Firma Volocopter im Rettungsdienst. Bei den Drohnen handelt es sich um Multicopter, also um Drohnen mit zahlreichen Rotoren. Der senkrecht startende Volocopter hat 18 Rotoren.

Jochen Oesterle, Pressesprecher des ADAC, erklärt auf Nachfrage der PC-WELT: "Bei der Studie geht es darum, den Volocopter im direkten Vergleich mit einem Notarzt-Einsatzfahrzeug zu untersuchen. Dabei geht es um den Einsatz als schnellen Notarzt-Zubringer. Ob es Vorteile gibt, kann erst die Studie zeigen."

Der Volocopter der gleichnamigen Firma aus Bruchsal kann zwei Personen aufnehmen. Die zweiköpfige Besatzung des Volocopters besteht aus Arzt und Pilot. Die Volocopter werden elektrisch angetrieben. Im Rahmen des Pilotprojektes werden die Volocopter für den Rettungsdienst weiterentwickelt und als Notarzt-Zubringer eingesetzt.

Oesterle weiter: "Die Reichweiten sind bei den Volocopter-Modellen unterschiedlich. Diese Frage ist auch Teil der Forschungsflüge. Sobald wir hier Ergebnisse haben, werden wir die Öffentlichkeit informieren".

Die Volocopter-Erprobung erfolgt im Rettungsdienstbereich Ansbach mit dem Luftrettungsstandort Dinkelsbühl in Bayern und im Land Rheinland-Pfalz. Für beide Regionen simuliert das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Ludwig-Maximilians-Universität München (INM) ab Frühjahr 2019 Luftrettungseinsätze mit Volocoptern am Computer. In den kommenden Monaten soll es zudem erste Forschungsflüge geben. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit dem die ADAC Luftrettung bereits im Bereich Forschung und Entwicklung kooperiert.

Erste Ergebnisse der Studie über das Einsatzpotenzial und die Wirtschaftlichkeit dieser Fluggeräte im Rettungsdienst sind für Herbst/Winter 2019 geplant. Die Kosten der auf eineinhalb Jahre angelegten Machbarkeitsstudie belaufen sich laut ADAC auf rund 500.000 Euro.

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