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50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond entdeckt

20.10.2017 | 10:23 Uhr |

Japanische Wissenschaftler haben eine rund 50 Kilometer lange und 100 Meter breite Höhle auf dem Mond entdeckt. Sie könnte die Ausgangsbasis für die Besiedlung des Mondes werden.

Japanische Wissenschaftler haben auf dem Mond eine Höhle entdeckt, die 50 Kilometer lang und 100 Meter breit ist. Die Höhle könnte als Basisstation für Astronauten dienen, wenn wieder Menschen zum Erdbegleiter geschickt werden. Langfristig könnte die Höhle auch zum Ausgangspunkt für die Besiedlung des Mondes werden.

Die japanische Weltraumbehörde Jaxa (Japan Aerospace Exploration Agency) entdeckte die Höhle, als sie das Datenmaterial des schon einige Jahre zurückliegenden Mond-Erforschungsprojekts Selene (Selenological and Engineering Explorer; Selene ist im Altgriechischen zugleich die Mondgöttin) auswertete. Im Rahmen von Selena hatten eine Mondsonde die Zusammensetzung des Mondes und dessen Oberfläche von einer Umlaufbahn um den Mond herum untersucht und dabei detailliert fotografiert. Nach Ende der Mission schlug die japanische Sonde Kaguya auf dem Mond auf.

Die Mondsonde hatte im Jahr 2009 mit einem Radarsystem zunächst eine 50 Meter breite und 50 Meter tiefe Öffnung auf der Mondoberfläche entdeckt. Bei der weiter gehenden Untersuchung dieser Entdeckung stellten die japanischen Wissenschaftler jetzt die enormen Ausmaße der Höhle fest: Rund 50 Kilometer tief und zirka 100 Meter breit.

In der Höhle könnte sich zudem Eis befinden. Somit würde die Höhle ein natürliches Wasserreservoire bieten. Die Höhle soll in einer Tiefe zwischen einigen Dutzend Metern und bis zu 200 Metern unter der Mondoberfläche im Bereich der Marius Hills verlaufen. Das Lava-Mondgestein ist dort vulkanischen Ursprungs. Die Vulkane sind natürlich längst nicht mehr aktiv, die vulkanische Aktivität dürfte die Höhle aber vor Milliarden Jahren geschaffen haben.

Solche Lava-Höhlen würden den Forschern zufolge stabile Temperaturverhältnisse bieten. Denn auf der Mondoberfläche wechselt die Temperatur zwischen bis zu 130 Grad tagsüber und bis zu -160 Grad nachts. Diese extremen Temperaturschwankungen gibt es in der Höhle nicht. In den Höhlen sind die Bewohner zudem geschützt vor Metereoiten und kosmischer Strahlung. Das ist auf dem Mond deswegen besonders wichtig, weil der Mond anders als die Erde keine schützende Atmosphäre besitzt. Zudem hoffen die Wissenschaftler, dass sie aus der Untersuchung der Höhle wichtige Erkenntnisse über die Geschichte des Mondes gewinnen.

Verschiedene Länder planen eine Wiederaufnahme von bemannten Mondmissionen: Die USA, Russland und China sowie eben auch Japan (im Rahmen einer internationalen Mission) und auch die ESA. Und SpaceX will Touristen zumindest um den Mond fliegen. Bis heute haben aber nur die USA im Rahmen ihres Apollo-Programms tatsächlich Menschen auf den Mond gebracht.

Elon Musk will dagegen gleich zum Mars fliegen.


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