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Raijintek Paean im Praxistest

15.02.2017 | 16:34 Uhr |

Ihr Ding ist es, PC-Hardware standesgemäß zu präsentieren? Dann könnte das halboffene Gehäuse von Raijintek aus Aluminium mit Echtglaswänden einen Blick wert sein.

Bei der Modellbezeichnung "Raijintek Paean" bedient sich der Hersteller wieder einmal aus der griechischen Mythologie: Paean, im Deutschen Paian geschrieben, ist ein Dankeslied. Es wurde vor allem zur Schlacht oder zum Triumph von den alten Griechen geträllert, um den Gott Apollon zu ehren. Was das alles mit einem etwas ungewöhnlichen PC-Gehäuse zu tun hat, wissen wir allerdings nicht - aber es prägt sich zumindest ein.

TEST-FAZIT: Raijintek Paean

Wer häufig an die Hardware ran muss oder einfach nur eine optisch ansprechende Systeme bauen will, der erhält mit dem Rajintek Paean definitiv die Gelegenheit dazu. Denn dieses Showcase ist geradezu prädestiniert für optisch aufwendige Zusammenstellungen inklusive Custom-Wasserkühlung. Die Verarbeitungsqualität ist durchweg hochwertig und gibt High-End-PCs so noch einmal den letzten Schliff. Darüber hinaus ist der Zusammenbau des Gehäuses recht simpel und die Handhabung ist bis auf wenige Ausnahmen werkzeuglos. Zu guter Letzt hat der Hersteller an eine konsequente Entkopplung gedacht.

Wer allerdings nur mit Luft kühlen möchte, der ist aufgrund der Echtglasscheibe auf CPU-Kühler mit maximal 14 Zentimeter Höhe limitiert - außer, er lässt die Außenwand einfach weg, womit allerdings viel Reiz verloren geht. Wer sich das Paean holt, der muss sich aber auf häufiges Entstauben einstellen. Ein Problem, mit dem alle offenen Gehäuse kämpfen müssen. Dennoch finden wir, dass das Gehäuse mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 180 Euro nicht zu hoch angesetzt ist.

+ hochwertige Verarbeitung

+ Echtglas-Seitenwände

+ durchgehende Entkopplung

+ werkzeuglose Handhabung

- lässt Hardware schnell verstauben

Raijintek Paean: PC-Gehäuse zum Selberbasteln

Die Anlieferung des Gehäuses erfolgt in Einzelteilen. Wer jetzt aber glaubt, dass er für den Zusammenbau stundenlang eventuell schlecht übersetzte Handbücher wälzen und sich im nächsten Baumarkt mit Profiwerkzeug ausstatten muss, der irrt: Der Zusammenbau ist erfreulich einfach und innerhalb von zehn Minuten erledigt. Das liegt nicht nur an der guten, bebilderten Anleitung, sondern auch daran, dass das Gehäuse nicht allzu kleinteilig ist. Wer sich einen Eindruck davon machen möchte, der kann sich unser folgendes Hands-On-Video ansehen.

Freunde stylischer PC-Gehäuse sollten einen Blick auf das Raijintek Paean werfen. Das zieht mit seiner offenen Bauweise und seinen beiden Seitenwänden aus 5 mm dickem Hartglas die Blicke auf sich. Im Inneren ist Platz für Mainboards im Mini-ITX-, Mirco-ATX- und ATX-Standard. Netzteile dürfen maximal 20 cm lang sein, Grafikkarten bis zu 31 cm und CPU-Kühler maximal 14 cm. Außerdem ist Platz für einen 360-mm-Radiator. Und weil das Raijintek Paean nicht zusammengebaut geliefert wird, zeigt Fritz im Video nicht nur das Gehäuse an sich, sondern auch den Aufbau.

Überraschend hochwertige Verarbeitung

Im Prinzip besteht das Gehäuse aus drei großen Teilen: Den beiden Echtglas-Seitenwänden, die mit einer Dicke von satten fünf Millimetern ordentlich etwas auf die Waage bringen. Dann ist da noch das Mainboard-Tray, das aus vier Millimeter starkem, eloxiertem Aluminium besteht. Die Platte ist aus einem Stück gefräst und gefährdet PC-Bastler auch nicht mit scharfen Kanten. Insgesamt bringt das Paean ohne Hardware ein Gewicht von satten 14 Kilogramm auf die Waage! Wer hier jetzt eigentlich über billige China-Qualität motzen wollte, der wird hier definitiv enttäuscht.

Das Frontpanel im Detail.
Vergrößern Das Frontpanel im Detail.
© Raijintek

Entkoppelt, wo nötig

Der Zusammenbau besteht darin, die drei Teile mit Hilfe von den mit Gummi ummantelten Stangen an den vier Ecken zusammenzufügen. Großer Pluspunkt ist, dass Raijintek bereits hier auf eine Entkopplung zwischen allen Teilen achtet, um störende Betriebsgeräusche gar nicht erst zuzulassen. Sobald das Gehäuse steht, offenbart sich ein Zwei-Kammern-Design: Die Vorderseite beherbergt die optisch anspruchsvolle Hardware wie Mainboard (Mini-ITX, Micro-ATX und ATX), Grafikkarte und eine eventuelle Wasserkühlung, während Sie an die Rückseite die etwas unspektakuläreren Teile wie Festplatten und Netzteil festschrauben. Dank gummierter Kabeldurchführungen lassen sich Daten- und Stromleitungen ordentlich verlegen und ermöglichen so eine aufgeräumte Optik.

Die seitlichen Einblicke ins Paean-Gehäuse.
Vergrößern Die seitlichen Einblicke ins Paean-Gehäuse.
© Raijintek

Die sonst üblichen Frontanschlüsse legt der Hersteller auf ein Modul aus, das sich im Gehäuse an drei verschiedenen Stellen montieren lässt - je nachdem, wie Sie Ihr System eben aufbauen möchten. Nicht versetzen lässt sich die Festplattenhalterung, in die sich drei 3,5- und drei 2,5-Zoll-Festplatten montieren lassen. Diese werden praktisch nur gesteckt, nachdem Sie die entsprechenden Schrauben und Gummipuffer verpasst bekommen. Auch hier wieder einmal eine konsequente Entkopplung!

Die Vorderseite ohne Glaswand.
Vergrößern Die Vorderseite ohne Glaswand.
© Raijintek

Prädestiniert für Custom-Wasserkühlungen

Weiterhin passen in das Gehäuse ATX-Netzteile mit einer Maximallänge von 20 Zentimetern, CPU-Kühler mit höchstens 13 Zentimeter sowie Grafikkarten mit bis zu 31 Zentimeter. Es passen auch 40 Zentimeter lange Grafikbeschleuniger ins Gehäuse, allerdings ist dann kein Platz mehr für einen Ausgleichsbehälter.

An der rechten, vorderen Seite des Mainboard-Trays sieht Raijintek vor, den Radiator für Wasserkühlungen zu montieren. Dank mehrerer, vorgebohrter Löcher, passen Wärmetauscher mit einer Größe von bis zu 360 Millimetern hin. All-in-One-Flüssigkühlungen lassen sich dort natürlich auch montieren, doch die meisten Modelle besitzen zu kurze Schläuche, um die Entfernung zwischen der CPU und dem Radiator-Bauplatz zu überbrücken. Deshalb wird es bald ein kostenpflichtiges, zusätzliches Bauteil geben, das sich dann auf die beiden oberen Halterungen legen lässt, um solche Kühlungen doch noch verbauen zu können. Wie viel dieses Bauteil kosten und wann es verfügbar sein wird, konnte uns der Hersteller bisher noch nicht sagen.

Die Rückseite ohne Glaswand.
Vergrößern Die Rückseite ohne Glaswand.
© Raijintek

Die Vor- und Nachteile von Wasserkühlungen

Technische Daten

Raijintek Paean

Maße (B x H x T)

286 x 417 x 586 Millimeter

Gehäusetyp

Showcase / Benchtable

Material

4 Millimeter Aluminium / 5 Millimeter Temperglas

Gewicht

14 Kilogramm

Mainboard-Kompatibilität

ATX, Micro-ATX, Mini-ITX

Anschlüsse Front

4x USB 3.0, HD-Audio-Buchsen

Maximale Höhe CPU-Kühler

140 Millimeter (unbegrenzt bei montierter Glaswand)

Maximale Länge Grafikkarte

310 / 400 Millimeter (ohne Ausgleichsbehälter)

Maximale Länge Netzteil

200 Millimeter

PCI-Steckplätze

8x

5.25-Zoll-Schächte

0x

3,5-Zoll-Schächte

3x

2,5-Zoll-Schächte

3x

Gehäuselüfter

keine inklusiv

Optionale Zusatzlüfter

Vorderseite: 3x 120 Millimeter

Radiator-Kompatibilität

bis zu 360 Millimeter

Zusätzliche Funktionen

Frontpanel flexibel platzierbar / durchgehende Entkopplung

Allgemeine Daten

Testkategorie

Komponenten

Hersteller

Raijintek

Internetadresse

www.raijintek.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

179,90 Euro

Garantie

24 Monate

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