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100 Mal schnelleres Internet durch neue Glasfaser-Technik

29.10.2018 | 11:46 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Eine neue Glasfaser-Technik verspricht bis zu 100 Mal schnelleres Internet als bisher. So funktioniert es.

Über eine neue Technik lassen sich bestehende Glasfaser-Verbindungen so aufrüsten, dass im Ergebnis eine bis zu 100 Mal schnellere Internet-Verbindung möglich wird. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian in ihrer Online-Ausgabe, mit Verweis auf die Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications von australischen Forschern des RMIT (Royal Melbourne Institute of Technology) veröffentlicht wurde.

Ermöglicht wird die höhere Übertragungsgeschwindigkeit, in dem das Licht die Informationen in einer Spirale überträgt und dadurch der Drehimpuls genutzt wird. Bisher werden die Informationen nur über die Farbe und horizontale oder vertikale Orientierung der Lichtmuster gespeichert und übertragen.

Durch das Verdrehen des Lichts in einer Spirale kommt quasi eine dritte Dimension hinzu. "Es ist wie DNA, wenn man sich die Doppelhelix-Spirale ansieht. Je mehr der Drehimpuls genutzt wird, desto mehr Informationen können mitgenommen werden", so der Forscher Min Gu von der RMIT University.

Bestehende Glasfaser-Verbindungen, so die Forscher, ließen sich leicht umbauen, um den Drehimpuls nutzen zu können. In der Folge seien die 100fach schnelleren Internetverbindungen möglich. US-Forscher hatten bereits den Drehimpuls in der Vergangenheit genutzt, um Informationen schneller über eine Glasfaserleitung zu übertragen.

Die australischen Forscher seien allerdings die ersten, die einen Detektor in angemessener Größe entwickelt haben, der die übertragenen Informationen auslesen kann. Mit "angemessener Größe" ist ein Detektor in der Breite eines menschlichen Haares gemeint. Frühere Detektoren hätten dagegen die Größe eines Esstisches besessen.

Allerdings: Aus Kostengründen erfolgt der Netzausbau weiterhin überwiegend über das Verlegen von Kupferkabeln. FTTH, also Fiber to the Home (Glasfaser bis in die Wohnung zum Teilnehmeranschluss) ist teurer als FTTD (Fiber to the Node also Glasfaser bis zum DSLAM-Verteilerkasten).

Laut den Forschern könne die neue Technik aber auch in Netzwerken mit großen Mengen an Kupferkabeln zum Einsatz kommen. Die Netzbetreiber müssten dann aber die Glasfaser-Verbindungen aufrüsten.

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