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1 Terabit per Kupferkabel: DSL-Pionier will das schaffen

09.05.2017 | 17:03 Uhr |

Eine neue DSL-Technologie soll deutlich höhere Datenraten als Vectoring erlauben.

Glasfaserleitungen ermöglichen einen deutlich höheren Datendurchsatz als Kupferkabel, wie sie bei DSL zum Einsatz kommen. Der schon in den 80er Jahren an der Entwicklung von DSL beteiligte Pionier John Cioffi hat nun auf dem G.fast Summit in Paris ein Forschungsprojekt vorgestellt, mit dem per Kupferkabel bis zu ein Terabit pro Sekunde erreicht werden soll. Die TDSL getaufte Technologie überträgt hierzu Datensignale mit Frequenzen zwischen 50 und 600 Gigahertz. 

Doch nicht nur das eigentliche Kabel dient als Übertragungsmedium. Wie bei der MIMO-Technologie, mit der aktuelle Router mehrerer Funkverbindungen über die jeweilige Antenne übertragen und erst am Ziel wieder vereinen, soll auch TDSL die Kupferleitung als Antenne nutzen. Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Fasern des Kabels dienen so als Trägermedium. Die Daten wandern quasi auf der Oberfläche der Kabelfasern entlang.

Für die schnellen TDSL-Zugänge wäre neue Technik nötig.
Vergrößern Für die schnellen TDSL-Zugänge wäre neue Technik nötig.
© avm.de

Für seine Forschungen hat Cioffi mit Experten von Apple und Huawei gesprochen. Weitere Experimente ermöglichten erstmals Simulationen für TDSL. Dennoch hat die Technologie aktuell noch Grenzen. So lässt sich die versprochene Bandbreite von einem Terabit pro Sekunde nur erreichen, wenn die Distanz zwischen Sender und Empfänger 100 Meter nicht überschreitet. Auf größeren Entfernungen fällt der Datendurchsatz stark ab. Dennoch wären die bei 300 Metern erreichbaren 100 Gigabit pro Sekunde noch immer beachtlich. Selbst bei einer Entfernung von 500 Metern könnten noch 10 Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Mit der derzeit immer stärker verbreiteten VDSL2-Vectoring-Technik lassen sich Daten mit bis bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Downstream und bis zu 40 Megabit pro Sekunde im Upstream übertragen. TDSL würde hier eine deutliche Steigerung ermöglichen. Noch steht jedoch nicht fest, ob und wann erste TDSL-Zugänge angeboten werden.

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