Windows 7

Tipp: So reduzieren Sie Ihre Latenz drastisch

Freitag den 15.02.2013 um 11:31 Uhr

von Stephan Mayer

Bildergalerie öffnen Besonders Online-Gamer können sich durch das Abschalten des Nagle-Algorithmus über deutliche Ping-Reduktionen freuen.
© istockphoto.com/Henrik5000
Windows 7 nutzt Algorithmen, die die Latenz zugunsten der Bandbreite ausbremsen. Wer auf einen niedrigen Ping angewiesen ist, sollte diese allerdings abschalten.
Der Nagle-Algorithmus moderner Netzwerk-Stacks soll die Gesamtlast im Netzwerk senken. Der Gedanke dahinter ist einfach: Statt viele kleine Netzwerkpakete einzeln durch das Netzwerk zu schicken, die dann mehr Protokoll- als Nutzdaten transportieren, sammeln Netzwerktreiber die Mini-Pakete und schicken die darin enthaltenen Daten gebündelt auf ihre Netzwerkreise.

Der Haken daran ist, wenn man – wie bei so manchem Online-Spiel – auf minimale Reaktionszeiten angewiesen ist, erweist sich dieser Algorithmus als pures Gift: Die Daten warten länger auf ihren Transport als unbedingt nötig. Allerdings sollte man diesen Algorithmus nur abschalten, wenn man wirklich auf bestmögliche Ping-Zeiten angewiesen ist – der Kniff kostet nämlich einiges an Datendurchsatz beim „normalen“ Netzwerkverkehr.


Der Eintrag von neuen Werten stellt eine tiefgreifende
Änderung am System dar, die bei Fehlern ein System unbrauchbar
machen kann. Diese Änderung schaltet den Nagle-Algorithmus
ab.
Vergrößern Der Eintrag von neuen Werten stellt eine tiefgreifende Änderung am System dar, die bei Fehlern ein System unbrauchbar machen kann. Diese Änderung schaltet den Nagle-Algorithmus ab.

Nagle-Algorithmus abschalten: Öffnen Sie den Registry-Editor, indem Sie die Windows-Taste drücken und ins Suchfeld regedit eingeben. Klicken Sie dann „regedit.exe“ an und bestätigen Sie zunächst die obligatorische Sicherheitsabfrage. Suchen Sie daraufhin folgenden Eintrag: HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\Interfaces\{NIC-id} . NIC-id entspricht der Identifizierungsnummer Ihrer Netzwerkkarte. Sollten Sie mehrere solcher Einträge vorfinden, erkennen Sie den richtigen daran, dass er Ihre aktuelle IP-Adresse beinhaltet. Unterhalb dieses Eintrags legen Sie danach den neuen DWORD-Wert TcpAckFreqency=1 an (=2 ist der Standardwert, den Windows verwendet, wenn dieser Eintrag überhaupt nicht vorhanden ist). Nach einem Neustart sorgt dieser Wert dafür, dass Bestätigungspakete sofort verschickt werden. Anschließend suchen Sie den Wert HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\MSMQ\Parameters und tragen hier den DWORD-Wert TcpNoDelay=1 ein (0 aktiviert den Nagle-Algorithmus). Bitte lassen Sie bei Registry-Änderungen Vorsicht walten.

Freitag den 15.02.2013 um 11:31 Uhr

von Stephan Mayer

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (7)
  • mike_kilo 00:44 | 03.11.2012

    Unter einem "Crossover"-Windows(XP/VISTA/WIN7) ist keine Erstellung und Beitritt der Heimnetzgruppe möglich. Nur alleine unter Win7-Rechnern machbar und hierfür ist das aktivierte IPv6-Protokoll zwingend. Sonst muss mit dem Arbeitsplatzwerk oder dem öffentlichen Netzwerk unter IPv4 gearbeitet werden.
    FAQ:
    >http://social.technet.microsoft.com/wiki/contents/articles/4515.homegroup-and-ipv6-troubleshooting-guide.aspx

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  • Silvester 15:13 | 02.11.2012

    Zitat: mike_kilo
    nicht angeblich, sondern es wird definitiv gebraucht unter Win7 beim Heimnetzwerk.


    Warum ? In meinem Netzwerk mit Server und 3 PCs läuft alles nur mit IP4. IP6 ist abgeschaltet. Alles geht einwandfrei.

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  • kone9 14:45 | 02.11.2012

    kann man bei "Standard-Einstellungen" viel falsch machen? - dann sollten Wohl eher diese geändert werden, den nicht jeder ist Netzwerkadministrator.

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  • mike_kilo 17:32 | 01.11.2012

    Das liegt wohl eher an der Fehlkonfiguration deiner Ordner-/Dateifreigaben.

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  • kone9 10:15 | 01.11.2012

    was bringt es momentan wirklich?

    als ich für meinen Fernseher das Heimnetzwerk einrichtete (bis auf Dokumente alles freigegeben - also Standard) musste ich feststellen, dass auch eingescannte Unterlagen aus der Bibliothek Dokumente im JPG-Format angezeigt wurden. Auch wenn dieser Fernseher keine PDF oder Office-Formate lesen kann, mein Vertrauen ist zerstört, auf das Heimnetzwerk kann ich trotz mehrerer PCs verzichten.

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