02.11.2012, 11:14

Heinrich Puju

Windows Explorer

Sicheres Explorer-Fenster beugt System-Absturz vor

Schützen Sie Ihr System vor Abstürzen des Windows Explorers. ©istockphoto.com/KirbusEdvard

In der Regel läuft der Windows- Explorer problemlos. Doch bisweilen stürzt er auch ab und es verschwinden darüber hinaus die Taskleiste sowie alle Desktop-Symbole, wenn nicht sogar der Rechner hängt. So schaffen Sie Abhilfe.
Meist liegt das an der praktischen Vorschaufunktion, mit der sich Dateiinhalte ohne vorherigen Programmstart überprüfen lassen. So können im Explorer beispielsweise Videos angespielt werden. Doch nicht immer geht diese Vorschau problemlos über die Bühne. Wenn der Windows-Explorer abstürzt, schließt sich das Explorer-Fenster, und es verschwinden darüber hinaus die Taskleiste sowie alle Desktop-Symbole, wenn nicht sogar der Rechner hängt. Das aber lässt sich oft vermeiden.
Windows Vista und 7: Beim Windows-Start wird gleichzeitig auch der Explorer gestartet. Schließlich läuft über diese zentrale Windows-Anwendung der Zugriff auf die Dateien. Doch Sie können auf Nummer sicher gehen, wenn Sie einen Ordner im Windows-Explorer öffnen. Drücken Sie die Umschalten-Taste und klicken Sie anschließend im Explorer den Ordner, den Sie öffnen wollen, mit der rechten Maustaste an. Nun wählen Sie im Menü der rechten Maustaste direkt an zweiter Stelle den Befehl „In neuem Prozess öffnen“. Im Gegensatz zu „In neuem Fenster öffnen“ wird dann nicht nur ein weiteres Fenster des laufenden Explorers geöffnet, sondern die Programminstanz des neu gestarteten Explorers ist jetzt unabhängig vom bereits laufenden Explorer. Das hat den Vorteil, dass ein Absturz sich in der Regel auf das geöffnete Anwendungsfenster beschränkt und sich nicht auf Startmenü, Taskleiste sowie weitere Windows-Objekte auswirkt.
Es gibt auch die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass das Ordner-Fenster des Explorers automatisch in einem eigenen Prozess gestartet wird. Hierfür klicken Sie im Windows-Explorer auf „Organisieren ➞ Ordner- und Suchoptionen ➞ Ansicht“. Markieren Sie in der Liste „Erweiterte Einstellungen“ den Eintrag „Ordnerfenster in einem eigenen Prozess starten“ und bestätigen Sie danach mit „OK“. Der Effekt ist, dass in Zukunft die Dateiverwaltung im Ordner-Fenster in einem eigenen Prozess gestartet wird, was bei Abstürzen eine erhöhte Sicherheit bietet. Allerdings kommt diese automatische Funktion nur einmal und nicht bei jedem neu geöffneten Explorer-Fenster zum Tragen, sodass lediglich zwei Explorer-Instanzen laufen.
Windows XP: Auch Windows XP kennt übrigens diese Einstellung, allerdings muss sie erst in der Registrierdatenbank aktiviert werden. Hierfür starten Sie in Windows XP mit „Start ➞ Ausführen“, gefolgt von der Eingabe Regedit und einem Klick auf „OK“ den Registrierungs-Editor. Öffnen Sie daraufhin hier durch Anklicken der Pluszeichen vor den Einträgen „HKEY_CURRENT_USER ➞ Software ➞ Microsoft ➞ Windows ➞ CurrentVersion ➞ Explorer“. Sobald in der linken Navigationsspalte „Explorer“ markiert ist, kontrollieren Sie, ob im rechten Bereich des Fensters der Wert „DesktopProcess“ bereits vorliegt.
Sollte dieser Wert nicht vorhanden sein, klicken Sie auf „Bearbeiten ➞ Neu ➞ DWORD-Wert“ und überschreiben den markierten Namen mit dem Namen DesktopProcess. Nun klicken Sie den Namen doppelt an, tragen als „Wert“ 1 ein, bestätigen mit „OK“ und schließen das Programmfenster per Klick aufs Schließkreuz. Nachdem Windows XP neu gestartet wurde, klicken Sie im Explorer-Fenster auf „Extras ➞ Ordneroptionen ➞ Ansicht“. Jetzt finden Sie hier auch die Einstellung „Ordnerfenster in einem eigenen Prozess starten“. Markieren Sie nun die Option – wie zuvor für Windows Vista und 7 beschrieben – und bestätigen Sie mit einem Klick auf „OK“. In Zukunft können Sie dann auch in Windows XP das Ordner-Fenster in einem eigenen Explorer-Prozess starten.
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