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Individuell konfigurierte Software schnell auf andere PCs übertragen

22.06.2010 | 11:00 Uhr |

Besitzen Sie mehrere Computer und möchten auf allen den gleichen Internet-Browser, die gleiche Büro-Software und weitere Programme mit jeweils identischen Einstellungen nutzen? Dann könnten Sie die Programme natürlich nacheinander auf jedem Computer installieren, aktualisieren und entsprechend konfigurieren. Das kostet aber Zeit und Nerven.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Lösung:

Die können Sie sich mit dem englischsprachigen Gratis-Programm Appdeploy Repackager sparen: Es hält alle durch die Installation und individuelle Konfiguration eines Programms hervorgerufenen Änderungen an Windows fest und überträgt sie in eine spezielle Installationsdatei. Diese können Sie auf allen anderen PCs ausführen und haben danach dort sofort das neue Programm in der gleichen Konfiguration wie auf dem ersten Computer.

Damit das klappt, darf das auf allen Rechnern gewünschte Programm noch nicht auf Ihrem ersten Computer installiert sein, auch in keiner Vorversion. Zudem sollten Sie auf allen PCs die gleiche Windows-Version nutzen. Die jeweiligen Editionen wie „Home“ oder „Professional“ spielen in der Regel keine Rolle. Außerdem ist wichtig, dass Ihr Programme-Ordner, Ihr Benutzerprofil und Ihr Windows-Verzeichnis auf jedem der PCs gleich heißen und an der gleichen Stelle gespeichert sind.

Standardordner prüfen: Um die Pfade zu den Standardordnern zu prüfen, drücken Sie die Tastenkombination [Win] [R]. Im dann erscheinenden „Ausführen“-Fenster geben Sie für Ihren Programme-Ordner ein und drücken [Enter]. Daraufhin öffnet sich der Ordner im Windows-Explorer. In der Adressleiste können Sie den Pfad, also den Speicherort ablesen. Unter Windows Vista und 7 ist der tatsächliche Pfad erst dann zu sehen, wenn Sie auf eine freie Stelle der Adressleiste klicken. Wiederholen Sie den Vorgang mit für Ihr Benutzerkonto und für dasWindows-Verzeichnis. Sofern diese drei Pfade bei allen PCs gleich sind, klappt die Installation mit dem selbst angelegten Paket.

Appdeploy vorbereiten: Installieren Sie Appdeploy Repackager auf dem PC, auf dem Sie die Erstinstallation der Programme durchführen möchten. Klicken Sie danach auf „Start“ (bei Windows XP) oder das Windows-Symbol (bei Windows Vista und 7), und wählen Sie „Alle Programme - AppDeploy - AppDeploy Repackager“. Klicken Sie im ersten Fenster auf „Weiter“, und wählen Sie die Option „Create an MSI setup based on system changes“. Dann klicken Sie auf „...“ und wählen die Installationsdatei des neuen Programms, das Sie installieren und auf die anderen PCs übertragen möchten. Daraufhin erscheint in der Regel der Programmname im Feld hinter „Application Name“, die Version darunter und der Herstellername neben „Company Name“. Falls das nicht der Fall sein sollte, füllen Sie die leeren Felder selbst aus oder korrigieren falsche Angaben. Anschließend klicken Sie auf „Weiter“.

Bestandsaufnahme durchführen: Das nächste Fenster teilt sich in zwei Felder mit Listen. Im linken Feld sehen Sie, für welche Laufwerke Appdeploy Repackager Änderungen mitschneidet. Standardmäßig steht hier nur „C:“. Falls Sie das neue Programm auf einem anderen Laufwerk installieren möchten, klicken Sie auf „Advanced“, öffnen die Registerkarte „Include Items“ und setzen unterhalb von „Directories included in snapshot“ einen Haken vor das Laufwerk oder das Verzeichnis, das ebenfalls berücksichtigt werden soll. Danach bestätigen Sie mit „OK“. Das zusätzlich ausgewählte Laufwerk muss später bei der Installation des neu erstellten Programmpakets selbstverständlich auch auf allen anderen PCs existieren. Klicken Sie dann auf „Weiter“. Daraufhin führt Appdeploy Repackager eine Inventur aller Dateien auf den ausgewählten Laufwerken und aller Einträge in der Windows-Registrierungsdatenbank durch, den so genannten „Pre-Installation Snapshot“. Auf diese Weise ist der Zustand des PCs vor der Installation des neuen Programms nachvollziehbar.

Neues Programm installieren: Nach Abschluss dieses Vorgangs haben Sie die Wahl, das neue Programm, das Sie bei der Vorbereitung angegeben haben, sofort zu installieren („Launch“) oder nicht („Do not Launch“).Wählen Sie „Launch“, und klicken Sie auf „Weiter“. Folgen Sie dann dem Installationsassistenten des Programms. Sollte Appdeploy Repackager dabei das Warnfenster „Warning Windows Installer Setup Detected“ einblenden, so liegt das nur daran, dass Sie gerade ein Windows-Installer-Paket einrichten und es für diesen Fall auch andere Methoden gibt, um angepasste Installations-Pakete zu erzeugen. Das hier beschriebene Verfahren funktioniert trotzdem, klicken Sie deshalb auf „Ignore and Continue“. Nach Abschluss der Installation können Sie das neue Programm noch an Ihre Bedürfnisse anpassen, etwa Aktualisierungen einspielen und sonstige Änderungen vornehmen. Bearbeiten Sie aber ausschließlich dieses Programm. Ist alles richtig konfiguriert, schließen Sie es.

Überflüssiges aussortieren: Klicken Sie auf das Symbol des Appdeploy Repackagers in der Taskleiste, um dessen Programmfenster in den Vordergrund zu holen. Nach dem Klick auf „Weiter“ liest das Programm zunächst das Abbild der Erstinventur ein und prüft dann die gewählten Laufwerke und Ordner sowie die Registrierungsdatenbank auf Änderungen („Post-Installation Snapshot“). Ist der Vorgang abgeschlossen, erscheint ein Fenster mit zwei Ordner-Baumansichten. In der linken Baumansicht unter „Included File Items“ sehen Sie alle Dateien und Ordner, die später in die neue Installationsdatei eingebunden werden. Prüfen Sie die Einträge. Sollten Dateien oder Ordner eingeschlossen sein, die nichts mit dem installierten Programm zu tun haben, setzen Sie einen Haken davor. In Zweifelsfällen lassen Sie den Haken aber lieber weg.

Nachdem Sie so alles Überflüssige ausgewählt haben, klicken Sie auf „>>“ und „Ignore and Continue“. So sorgen Sie dafür, dass die gewählten Einträge in die rechte Baumansicht unter „Excluded File Items“ verschoben werden. Dabei handelt es sich um die Dateien und Ordner, die nicht berücksichtigt werden sollen. Klicken Sie danach auf „Weiter“. Im nächsten Fenster sehen Sie nun wieder zwei Baumansichten, allerdings mit den Änderungen in der Windows-Registrierungsdatenbank. Die Einträge links werden berücksichtigt, die auf der rechten Seite nicht. Gehen Sie hier genauso vor wie bei den Ordnern davor. Danach klicken Sie auf „Weiter“.

Installationsdatei anlegen: Im letzten Fenster sehen Sie neben „Target Path“ den Ordner, in den die neue Installationsdatei geschrieben wird. Neben „MSI Name“ steht der Name der Datei, die erzeugt wird. Den können Sie beliebig ändern, lediglich die Endung MSI muss unbedingt bleiben. Setzen Sie einen Haken neben „Build MSI“, falls dort noch keiner ist, und klicken Sie auf „Weiter“.

Nun wird die Installationsdatei mit den zuvor ermittelten Änderungen erstellt. Diese Datei können Sie dann zum Beispiel auf einen USB-Stick kopieren und von dort aus auf Ihren anderen PCs ausführen. Ein Doppelklick kopiert ohne weitere Rückfrage alle enthaltenen Dateien an die jeweiligen Orte und führt alle Änderungen am Windows-System durch. Der Vorgang kann je nach Größe der Installationsdatei einige Minuten dauern und läuft ohne Anzeige oder Installations-Assistent ab. Danach können Sie das Programm sofort nutzen. Sobald Sie bei der Installation das Gefühl haben, dass nichts mehr passiert, sehen Sie nach, ob bereits eine Verknüpfung zum Programm im Startmenü oder auf der Windows-Oberfläche angelegt wurde. Dann ist die Installation meist abgeschlossen.

Hintergrundinfo Registrierungsdatenbank: Die so genannte Registry, deutsch: Registrierungsdatenbank, ist die zentrale Konfigurationsdatenbank von Windows. In ihr werden Einstellungen und Informationen zu Windows selbst, aber auch zu den installierten Programmen abgelegt. Die Datenbank ist über mehrere Dateien verteilt. Alle Windows- oder Programmeinträge, die für das gesamte System gelten, werden je nach Art des Eintrags in den unterschiedlichen Dateien im Ordner „\Windows\System32\Config“ abgelegt. Einträge, die nur für einen Benutzer gelten, speichert Windows im Benutzerkonto in der Datei „Ntuser.dat“.

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