Windows XP

System-Umzug von PATA- auf SATA-Platte

Mittwoch den 27.08.2008 um 11:00 Uhr

von Thorsten Eggeling

Ihr neuer PC ist sowohl mit einem SATA-Controller als auch mit einem herkömmlichen Anschluss für Parallel-ATA-Platten ausgestattet. Das bisherige System soll aber von der neuen, schnelleren Platte laufen. Mit einem gewissen Aufwand lässt sich das System auch bei dieser Konfiguration übertragen.
Der Windows-Umzug auf einen anderen Rechner ist eigentlich nicht vorgesehen. Wenn es nach Microsoft geht, sollen Sie in diesem Fall Windows nebst Anwendungen neu installieren. Wer jedoch zahlreiche Programme besitzt, steht dann vor einer mühseligen Aufgabe. Ein Umzug lässt sich in der Regel aber problemlos bewältigen, wenn auch der neue PC über einen PATA-Controller verfügt. Denn XP bringt bereits Treiber für diese Schnittstelle mit. Eine einfache Kopie des Systems auf die SATA-Platte genügt nicht, da hier die Treiber fehlen und Windows nicht starten würde. Die Vorbereitungen und das eigentliche Kopieren nehmen zwar einige Zeit in Anspruch, aber deutlich weniger als eine Neu-Installation.

1. De-installieren Sie nicht mehr benötigte Programme, und räumen Sie die temporären Verzeichnisse auf. Dann erstellen Sie von Ihrer bisherigen Festplatte eine Sicherungskopie oder legen wenigstens ein Backup Ihrer Daten aus dem Verzeichnis "Eigene Dateien" an.
2. Laden Sie von der Website des Hauptplatinen-Herstellers einen aktuellen Treiber für Ihren SATA-Adapter herunter, oder suchen Sie ihn auf der Treiber-CD aus dem Lieferumfang. Sie benötigen einen Treiber, der sich auch über eine Diskette bei der XP-Installation einbinden lässt. Das Treiberpaket besteht mindestens aus einer INF- und einer SYS-Datei.
3. Erstellen Sie eine Notfall-CD oder einen USB-Stick mit Bart PE PC-WELT-Edition . Darüber lässt sich das System am einfachsten auf die neue Platte kopieren. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie in unseren Wiki .
4. Damit Bart PE die SATA-Platte erkennt, kopieren Sie die Treiber-Dateien (Schritt 2) in einen eigenen Odner (mit beliebigem Namen) in das Verzeichnis "\pebuilder\drivers\SCSIAdapter".
5. Bauen Sie jetzt die Platte mit dem bisherigen Betriebssystem in den neuen PC ein, und schließen Sie auch die neue SATA-Platte an. Kontrollieren Sie beim ersten Start im Bios, ob der AHCI-Modus (Advanced Host Controller Interface) aktiv ist. Nur dann erhalten Sie optimale Leistung. Wenn Sie zwei SATA-Platten und einen Raid-Adapter besitzen, können Sie jetzt noch einen Raid-0- (maximale Geschwindigkeit) oder Raid-1-Verbund (mehr Sicherheit) einrichten.
6. Starten Sie Windows von der PATA-Platte. Das System erkennt nach dem Einloggen die neuen Hardware-Komponenten und richtet die nötigen Treiber ein. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, legen Sie die Treiber-CD des Hauptplatinen-Herstellers ein. Danach ist auch die SATA-Platte im Explorer beziehungsweise Geräte-Manager sichtbar. Über "Computerverwaltung, Datenträgerverwaltung" legen Sie hier die gewünschten Partitionen an und formatieren sie mit dem Dateisystem NTFS.
7. Booten Sie den PC von der Bart-PE-CD (Schritt 3), und rufen Sie den Datei-Manager Total Commander auf. Kopieren Sie alle Verzeichnisse von der alten auf die neue Festplatte. Aktivieren Sie dabei die Klickbox vor "Kopiere NTFS-Permissions". Wichtig: Wenn sowohl der Ordner "Program Files" als auch "Programme" vorhanden sind, kopieren Sie zuerst den Ordner "Programme". Nur dann erhält er den DOS-Kurznamen "Progra~1", den einige Anwendungen intern immer noch verwenden.
8. Gehen Sie im Menü auf "Go , Speicher, Diskpart". Geben Sie auf der Kommandozeile "select disk 0", "select partiton 1", "Active" ein, jeweils gefolgt von <Enter>. Damit machen Sie die erste Partition auf der ersten Festplatte bootfähig. Wenn Windows auf einer anderen Platte beziehungsweise Partition liegt, müssen Sie die Werte entsprechend anpassen.
9. Starten Sie Regedit.exe, klicken Sie auf "Hkey_Local_Machine", und gehen Sie auf "Datei, Struktur laden". Öffnen Sie die Datei "SYSTEM" aus dem Verzeichnis "system32\config" der SATA-Platte. Im Dialog "Struktur laden" geben Sie hinter "Schlüsselname" "Z" ein. Danach erreichen Sie den System-Zweig der Registry über "Hkey_Local_Machine\Z". Benennen Sie den Schlüssel "MountedDevices" beispielsweise in " MountedDevices.bak" um. Windows schreibt diesen Schlüssel dann beim ersten Start neu und weist der Windows-Partition den Laufwerksbuchstaben "C:" zu. Gehen Sie auf "Datei, Struktur entfernen", und fahren Sie den Rechner herunter.
10. Bauen Sie die alte Platte aus , starten Sie den PC von der Windows-Installations-CD, und rufen Sie die Wiederherstellungskonsole auf. Führen Sie auf der Kommandozeile nacheinander die Befehle "fixmbr", "fixboot" und "bootcfg /rebuild" aus. (Weitere Infos zur Wiederherstellungskonsole finden Sie unter http://pcwelt-wiki.de/wiki/XP-Reparatur ).
Sie können den PC jetzt von der neuen SATA-Platte starten. Aufgrund der umfangreichen Hardware-Änderungen fordert Windows Sie nach der Anmeldung zu einer erneuten Aktivierung auf, die Sie über das Internet oder telefonisch durchführen müssen.

Mittwoch den 27.08.2008 um 11:00 Uhr

von Thorsten Eggeling

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