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„Gott-Modus“ mit Nebenwirkungen

15.04.2015 | 11:00 Uhr |

Einer der bekanntesten Tricks für Windows 7 ist der sogenannte Gott-Modus: Doch wenn man diesen Tipp befolgt, zeigt so manche Windows-Version nur noch Meldungen wie „Windows-Explorer funktioniert nicht mehr“ und quittieren den Dienst.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Lösung:

Beim Gott-Modus handelt es sich um eine Funktion, die auch als „Master Control Panel“ (deutsch: Haupt-Bedienfeld) oder „All Tasks Folder“ (deutsch: Ordner für alle Aufgaben) bekannt ist. Dahinter verbirgt sich, anders als der Ehrfurcht gebietende Name erwarten lässt, nichts besonders Geheimnisvolles, sondern lediglich eine komplette Liste aller Aufgaben der Windows-Systemsteuerung. Sie brauchen sich dann nicht mehr mühsam durch die entsprechenden Fenster zu klicken, sondern kommen direkt zum Ziel. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn die genaue Bezeichnung einer gewünschten Einstellung nicht bekannt ist.

Die Aufgabenliste können Sie ganz einfach aufrufen: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine leere Stelle der Windows-Arbeitsoberfläche. Im dann erscheinden Menü wählen Sie „Neu - Ordner“. Dem Ordner geben Sie den Namen "AlleAufgaben.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}". Was vor dem Punkt im Namen steht, können Sie beliebig wählen. Nach einem Doppelklick auf den neu erstellten Ordner öffnet sich die Systemsteuerung mit der kompletten Aufgabenliste.

Aber Vorsicht: Aus bisher unbekannten Gründen bereitet die Existenz dieses Ordners auf der Arbeitsobefläche einigen Windows-Versionen Schwierigkeiten. Die 64-Bit-Version von Windows Vista zum Beispiel reagiert mit ständigen Explorer-Abstürzen. Der Computer lässt sich dann nicht mehr sinnvoll nutzen. Einige Anwender berichten auch bei 32-Bit-Versionen von ähnlichen Nebenwirkungen. Manche Betroffene haben Windows komplett neu installiert, um die Explorer-Abstürze zu beheben. Dabei lässt sich das Problem ganz leicht beseitigen:

Schritt 1: Halten Sie die [Strg]-Taste gedrückt, und drücken Sie zusätzlich [Shift] und [Esc]. Es öffnet sich das Fenster „Windows Task Manager“.

Schritt 2: Gehen Sie im Menü auf „Datei - Neuer Task (Ausführen...)“. Tippen Sie "cmd" ein, und klicken Sie auf „OK“.

Schritt 3: Geben Sie die Befehlszeile

rd %UserProfile%\Desktop\AlleAufgaben.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

ein, und bestätigen Sie sie mit der [Enter]-Taste. Damit löschen Sie den Gott-Modus-Ordner. „AlleAufgaben“ steht hier für den von Ihnen gewählten Namen.

So gibt’s den Gott-Modus ohne Absturzgefahr: An die nützliche Liste kommen Sie auch auf einem zweiten, sicheren Weg.

Schritt 1: Klicken Sie mit der rechten Maustaste in einen leeren Bereich der Windows-Arbeitsoberfläche, und wählen Sie aus dem dann erscheinenden Menü „Neu - Verknüpfung“.

Schritt 2: Bei „Geben Sie den Speicherort des Elements an“ schreiben Sie "%WinDir%\explorer.exe shell:::{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}" und klicken auf „Weiter“. Tippen Sie dann eine Bezeichnung für die neue Verknüpfung ein, beispielsweise "AlleAufgaben". Klicken Sie dann auf „Fertig stellen“.

Schritt 3: Der in Schritt 2 erstellten Verknüpfung können Sie noch ein besonderes Symbol zuweisen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste darauf, und gehen Sie auf „Eigenschaften“. Auf der Registerkarte „Verknüpfung“ klicken Sie auf „Anderes Symbol“. Geben Sie unter „Nach Symbolen in dieser Datei suchen“ den Pfad "%WinDir%\system32\shell32.dll" ein, und drücken Sie die [Enter]-Taste. Wählen Sie das gewünschte Symbol mit der Maus aus, und bestätigen Sie mit „OK“ und noch einmal mit „OK“.

Übrigens: PC-WELT hat den Tipp, wie Sie einen Ordner für alle Aufgaben der Systemsteuerung erstellen, bereits hier veröffentlicht: Geheime Zentrale für mehr als 250 Tasks .

Hintergrundinfo Gott-Modus: Dieser Begriff (englisch „God-Mode“) stammt aus dem Computerspiele-Bereich. Dort bezeichnet man damit einen Code, der dem Spieler Unverwundbarkeit und Zugriff auf alle Waffen gewährt. Im Zusammenhang mit der Windows-Systemsteuerung bescherte der God-Mode einigen Internetseiten Anfang 2010 ungeahnte Aufmerksamkeit. Und das, obwohl der Sachverhalt eigentlich schon seit 2007 bekannt ist ( Merawindows-Forum ).

Hintergrundinfo Class-ID: Bei der Angabe in geschweiften Klammern hinter „AlleAufgaben“ handelt es sich um eine Software-Identi1kationsnummer, die so genannte Class-ID. Diese verwendet Windows für Ordner mit speziellen Funktionen, etwa {450d8fbaad25-11d0-98a8-0800361b1103} für „Eigene Dokumente“ und {2227a280-3aea-1069-a2de-08002b30309d}“ für „Drucker und Fax“.

Update 15.4.2015: Hier lesen Sie, wie Sie den Gott-Modus unter Windows 10 freischalten .

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