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Windows-Start mit Xbootmgr analysieren

03.07.2014 | 15:34 Uhr |

Der Windows-Start dauert ewig oder der Windows-Desktop reagiert nur mit deutlicher Verzögerung? In diesem Fall bremst ein Programm oder Prozess das System aus. Um was es sich dabei genau handelt, ist allerdings nicht leicht herauszufinden. Das kostenlose Programm Xbootmgr von Microsoft leistet hier gute Dienste

Sie brauchen dazu das Tool xbootmgr, das in den Programmpaketen Microsoft Windows SDK for Windows 7 und .NET Framework 4 bzw. Windows Software Development Kit (SDK) for Windows 8 enthalten ist. Installieren Sie über das Setup-Programm nur das Windows Performance Toolkit, die anderen Tools sind nicht erforderlich. Die Aufforderung, das .NET Framework 4 zu installieren, können Sie ignorieren, da es für die verwendeten Programme nicht notwendig ist.

Speichern Sie dann alle geöffneten Dokumente und schließen Sie alle Programme. Öffnen Sie eine Kommandozeile mit administrativen Rechten. Unter Windows 7 suchen Sie im Startmenü nach cmd, klicken mit der rechten Maustaste auf das Suchergebnis und wählen anschließend „Als Administrator ausführen“. Anwender von Windows 8 drücken Win-X und klicken dann im Menü auf „Eingabeaufforderung (als Administrator)“. Geben Sie auf der Kommandozeile xbootmgr -trace boot -resultpath C:\ ein. Nach kurzer Zeit startet Windows automatisch neu. Melden Sie sich bei Windows an. Sie sehen ein Fenster mit einem Countdown. Warten Sie, bis dieser abgelaufen ist. Danach müssen Sie in einem Fenster der Benutzerkontensteuerung mit „Ja“ bestätigen. Öffnen Sie den Windows-Explorer und gehen Sie auf Laufwerk C:. Öffnen Sie die Datei boot_BASE+CSWITCH_1.etl per Doppelklick mit dem Windows Performance Analyzer. Die Windows-7-Version zeigt zahlreiche Diagramme, die Sie für die Analyse jedoch nicht benötigen. Klicken Sie auf den Pfeil am linken Fensterrand und entfernen Sie alle Häkchen bis auf das vor „Services“. Unter Windows 8 wird zuerst kein Diagramm angezeigt. Klicken Sie unter „Graph Explorer“ im Bereich „System Activity“ doppelt auf „Services“, um das Diagramm einzublenden.

Windows Performance Analyzer wertet das mit xbootmgr erstellte Protokoll aus. Über die Diagramme ermitteln Sie, welche Prozesse den Windows-Start ausbremsen und welche Prozessorlast die Prozesse verursachen.
Vergrößern Windows Performance Analyzer wertet das mit xbootmgr erstellte Protokoll aus. Über die Diagramme ermitteln Sie, welche Prozesse den Windows-Start ausbremsen und welche Prozessorlast die Prozesse verursachen.

Systembremsen finden: Der Performance Analyzer von Windows 7 ist nicht besonders übersichtlich. Sie sehen viele rote Klötzchen, die einen Programmstart anzeigen, dahinter steht der Prozessname. Interessant sind lediglich die Einträge mit einem grünen Klötzchen am Anfang, einem längeren Balken sowie einem roten Klötzchen am Ende. Das sind Prozesse, die über längere Zeit aktiv sind und das System bremsen können. Wie stark die Bremswirkung ist, ermitteln Sie, wenn Sie sich beispielsweise zusätzlich das Diagramm „CPU Usage by Process“ (Windows 7) oder „CPU Usage (Precise)“ (Windows 8) anzeigen lassen. Ein Prozess, der zwar länger arbeitet, dabei aber den Prozessor kaum belastet, wirkt sich auf die Systemleistung nicht negativ aus.

Der Performance Analyzer für Windows 8 bietet eine kompaktere Darstellung, da die Prozesse gruppiert sind. Hier sehen Sie gleich, in welchem Bereich die Systembremsen zu finden sind.

So läßt sich der Windows-Start beschleunigen

Die Prozessnamen weisen aber nicht in jedem Fall darauf hin, um welches Programm es sich genau handelt. Hier hilft eine einfache Google-Suche, über die Sie zusätzliche Informationen zu einem Prozess ermitteln können. Danach müssen Sie entscheiden, ob Sie das zugehörige Programm wirklich benötigen oder besser de-installieren wollen. Oft sind es Sicherheitsprodukte oder Suchprogramme, die den Startprozess deutlich verlangsamen. In diesem Fall ist es ratsam, ein alternatives Produkt auszuprobieren, das den PC weniger belastet.

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