706716

Schneller booten ohne blockierende Treiber

13.11.2009 | 11:00 Uhr |

Treiber sind die Schnittstelle zwischen System und Hardware. Alte oder kaputte Treiber können nicht nur das betroffene Gerät zum Stillstand bringen, sondern bremsen oft auch den Systemstart aus.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Lösung:

Um herauszufinden, welcher Treiber den Start verzögert, müssen Sie den Bootvorgang analysieren. Dabei hilft eine wenig bekannte Option von Process Monitor aus der Sysinternals Suite .

Schritt 1: Start protokollieren.
Nachdem Sie das englischsprachige Tool gestartet haben, protokolliert es sofort die Aktivitäten aller laufenden Prozesse mit. Klicken Sie auf die Lupe, um die Überwachung zu stoppen. Dann wählen Sie „Options, Enable Boot Logging“ und starten den PC neu. Nach dem Neustart rufen Sie Process Monitor sofort wieder auf und sichern das Startprotokoll in einem beliebigen Ordner.

Schritt 2: Bootprotokoll filtern.
Das Protokoll ist meist mehrere 100 MB groß und enthält jeden Datei- und Registry-Zugriff sowie jede Prozessaktivität. Um aus dieser Datenmasse Verzögerungen durch Treiber herauszufinden, nutzen Sie die eingebauten Filter. Drücken Sie also [Strg]-[L], markieren Sie die Zeile „Process Name is System Exclude“, und klicken Sie auf „Remove“. Dann wählen Sie in den Drop-down-Feldern ganz oben im Dialog „Process Name“, „is“, „System“ sowie „Include“ und klicken auf „Add“, um ausschließlich die Aktivitäten des Systemprozesses angezeigt zu bekommen - dieser lädt die Treiber. Nun schränken Sie die Liste weiter ein, indem Sie nur Zugriffe auf Treiber mit der Endung SYS anzeigen lassen. Dazu wählen Sie abermals in den Drop-down-Feldern „Path“, „ends with“, „.sys“, „Include“ und klicken auf „Add“. Mit „OK“ aktualisieren Sie die Anzeige.

Schritt 3: Problemtreiber finden.
Das gefilterte Protokoll zeigt noch immer ein paar tausend Zeilen, die Sie überfliegen müssen. Die wichtigste Spalte ist dabei „Time of Day“. Sie informiert darüber, zu welcher Uhrzeit welcher Treiber geladen wurde. Sollten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einträgen mehr als 10 Sekunden vergangen sein, handelt es sich beim ersten Eintrag vermutlich um den Verursacher des Problems. Lesen Sie dann aus der Spalte „Path“ den Dateinamen des Treibers ab, und geben Sie diesen bei Google ein, um herauszufinden, um welches Gerät es sich handelt. Wenn Sie den Problem-Treiber ermittelt haben, erneuern Sie ihn - sofern das Gerät noch verbaut ist. Andernfalls de-installieren Sie diese Hardware im Geräte-Manager.

0 Kommentare zu diesem Artikel
706716