Windows: Gesperrte Dateien löschen

Mittwoch den 13.06.2001 um 17:17 Uhr

von Andreas Kroschel

Möchten Sie auf Ihrer Festplatte eine Datei löschen oder mit einer anderen Datei überschreiben - etwa weil Sie eine veraltete DLL-Datei durch eine aktuelle Version ersetzen wollen, ist dies nur dann möglich, wenn die Datei nicht gerade von Windows verwendet wird. Die PC-WELT zeigt Ihnen einen Weg die Datei zu löschen oder umzubenennen, ohne hierzu den Rechner im MS-DOS-Modus zu starten.
Anforderung Profi
Zeitaufwand Hoch

Möchten Sie auf Ihrer Festplatte eine Datei löschen oder mit einer anderen Datei überschreiben - etwa weil Sie eine veraltete DLL-Datei durch eine aktuelle Version ersetzen wollen, ist dies nur dann möglich, wenn die Datei nicht gerade von Windows verwendet wird. Aber auch ohne MS-DOS-Modus lassen sich die Dateien löschen oder überschreiben.

Theoretisch genügt es, die Anwendung zu beenden, die den Zugriff auf die Datei blockiert. In der Praxis stößt das allerdings auf Schwierigkeiten: Zum einen müssen Sie erst einmal herausfinden, um welche Anwendung es sich handelt. Diese Information ist in der Fehlermeldung jedoch nicht enthalten, so dass Sie es nur durch Ausprobieren, also Schließen aller fraglichen Programme herausbekommen können. Zum anderen kann es auch Windows selbst sein, das die fragliche Datei benutzt.

Die klassische Methode, den Zugriff auf so gesperrte Dateien zu erlangen, besteht darin, den Rechner im MS-DOS-Modus neu zu starten. Hier können Sie jede Datei nach Belieben löschen oder überschreiben.

Es gibt eine andere Lösung für Win 95/98, sie lässt sich auch unter Windows ME einsetzen, obwohl Microsoft unter ME keinen MS-DOS-Modus mehr vorgesehen hat. Und so geht's:

Öffnen Sie mit einem Editor, etwa dem Windows-Editor, die Datei %windir%\WININIT.INI. Ist sie nicht vorhanden, legen Sie sie neu an. Erstellen Sie hier den Eintrag

[rename]

Gibt es ihn bereits, so stammt er von einem zuvor aufgerufenen Installationsprogramm. Unterhalb von "[rename]" tragen Sie nun weitere Zeilen ein, mit denen Sie festlegen, welche Dateien beim nächsten Systemstart gelöscht oder überschrieben werden sollen. Pro Datei ist hierzu eine Zeile nötig. Die Syntax fürs Überschreiben lautet:

< Neue_Datei >= <Zu_überschreibende_Datei >

Wollen Sie eine Datei löschen, verwenden Sie statt < Neue_Datei > das Schlüsselwort "NUL":

NUL=< Zu_löschende_Datei >

Sie müssen jede Datei komplett mit Laufwerksbuchstaben und Pfad angeben. Beachten Sie, dass das DOS-Programm WININIT.EXE, das die WININIT.INI ausliest, keine langen Dateinamen versteht. Sie müssen also bei langen Namen die korrekten 8+3-Namen mit Tilde verwenden. Diese lassen sich mit dem "dir"-Befehl anzeigen. Beim nächsten Windows-Start werden die gewünschten Dateien dann automatisch ersetzt oder gelöscht.

Unter Windows NT 4 und Windows 2000 müssen Sie anders vorgehen, weil die Datei WININIT.INI hier keine Auswirkung hat. Verweigert Windows den Zugriff, öffnen Sie ein Eingabeaufforderungs-Fenster und benennen die betreffende Datei mit Hilfe des Befehls "ren" um. Anschließend können Sie sie löschen oder mit einer anderen Datei überschreiben. Diese Änderung tritt allerdings ebenfalls erst bei einem Neustart des Systems in Kraft.

Mittwoch den 13.06.2001 um 17:17 Uhr

von Andreas Kroschel

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
694528