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Was bedeutet die AMD64-Bezeichnung für CPUs?

22.09.2015 | 09:17 Uhr |

Die Bezeichnung 32-Bit und 64-Bit kennt mittlerweile jeder. Doch was heißt bitte AMD64? Wir klären das Mysterium auf.

Während einige Linux-Distributionen ihre Ausgaben für 64-Bit-CPUs ganz neutral mit dem Zusatz x86-64 versehen, tragen die 64-Bit-Varianten von Debian und Ubuntu die Bezeichnung „AMD64“. Diese Angabe verunsichert Einsteiger immer wieder. Laufen diese Systeme auch uneingeschränkt auf Intel-CPUs mit 64 Bit?

Obwohl AMD und Intel anfangs verschiedene Ansätze verfolgten, 64-Bit-Prozessoren zu entwickeln, bezeichnet die Angabe „AMD64“ Linux-Systeme, die auf 64-Bit-CPUs beider Hersteller laufen. Die Bezeichnung hat historische Gründe, die eine Verwechslung mit dem inkompatiblen IA-64-Befehlssatz Intels vermeiden sollte. Ab 1994 setzte Intel zunächst zusammen mit HP auf die Itanium-Architektur (IA-64) speziell für Server und teure Nischenlösungen.

Diese Prozessoren sind nicht kompatibel zu 32-Bit- und 64-Bit- CPUs mit herkömmlichem x86-Befehlssatz. AMD ging einen anderen Weg und setzte 64-Bit-Fähigkeiten als Erweiterung auf den vorhandenen x86-Befehlssatz auf. Der Vorteil ist, dass diese Prozessoren auch weiterhin 32-Bit-Programme ausführen konnten. Mit dem 64-Bit-Opteron, der 2003 erschien, fand AMDs 64-Bit-Technologie (AMD64) schnell eine große Verbreitung. Intel übernahm schließlich den Ansatz von AMD im Rahmen des Patentabkommens zwischen beiden Herstellern und fertigte ab 2004 Prozessoren mit der kompatiblen Erweiterung EM64T. Es gibt durchaus Detailunterschiede zu AMD64, aber Compiler erzeugen Code, der auf beiden 64-Bit-Erweiterungen läuft.

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