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Programme gezielt Prozessorkernen zuweisen

31.05.2011 | 11:05 Uhr |

Die Betriebssysteme Windows XP, Vista und 7 verteilen die anstehenden Aufgaben automatisch auf die verfügbaren Prozessorkerne. Dadurch kann es passieren, dass ein rechenintensives Programm andere Anwendungen ausbremst, die denselben Kern verwenden.

Das zeigt sich etwa beim kostenlosen Videoprogramm Avidemux . Es nutzt Mehrkern-Prozessoren, wenn Sie es entsprechend konfigurieren. Ist die Mehrkern-Unterstützung deaktiviert, belastet die Software alle vier Kerne aber nur mit jeweils 50 Prozent. Sinnvoller wäre es, nur zwei Kerne zu 100 Prozent zu beanspruchen. Die beiden zusätzlichen würden so für andere Anwendungen bereitstehen. Eine ähnliche Bremswirkung haben auch Spiele, die für einen Prozessorkern ausgelegt sind und von Windows automatisch auf mehrere Kerne verteilt werden.

Bei Avidemux lässt sich die Zahl der verwendeten Kerne direkt im Programmmenü einstellen. Die entsprechende Funktion finden Sie in der Sektion „Tools“ unter „Preferences“. Klicken Sie auf das Register „Threading“. Hier können Sie einstellen, dass das Programm gar kein Multithreading nutzt („Disabled“) oder dass es die Zahl der verfügbaren Threads selbst erkennt („Autodetect“). Oder Sie weisen ihm unter „Custom“ eine Anzahl von Threads zu. Eine Funktion wie bei Avidemux findet man sonst selten. Mit dem kostenlosen Programm Easytoolz lassen sich Programme einzelnen Prozessorkernen zuordnen. Die eingestellten Profile können Sie speichern, sodass sie nach einem Neustart wieder aktiv sind.

Nach der Installation öffnen Sie das Programm über „Start (Windows-Symbol) ->Alle Programme -> Easytoolz“. Danach erscheint es als Symbol im Infobereich neben der Windows-Uhr. Klicken Sie es dort mit der rechten Maustaste an. Um festzulegen, dass Easytoolz bei jedem Windows-Start mitgeladen wird, klicken Sie auf „Autostart“. Künftig bleiben alle Einstellungen nach einem PC-Neustart erhalten.

Wählen Sie dann „CPU Affinity“. Im neuen Fenster fügen Sie das gewünschte Programm hinzu. Navigieren Sie zu der entsprechenden EXE-Datei, und wählen Sie „Öffnen“. Danach erscheint das Fenster „CPU Affinit y /Basispriorität ändern“ .Setzen Sie darin oben links ein Häkchen vor „CPU“. Jetzt werden alle verfügbaren Kerne („CPU 0“, „CPU 1“, „CPU 2“ und so weiter) freigeschaltet. Das Programm unterscheidet dabei nicht zwischen echten und Hyperthreading-Kernen. Es listet immer abwechselnd zuerst den vorhandenen und danach den virtuellen Kern auf.

Eine sinnvolle Einstellung ist auch „Automatische CPU Verteilung“: Wenn Sie hier ein Häkchen setzen, werden alle weiteren laufenden Prozesse den noch unbenutzten Kernen zugeordnet. Die bereits zugewiesenen Prozessorkerne stehen dagegen ausschließlich dem vorher eingestellten Programm zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie ihm auch eine Priorität zuweisen. Aktivieren Sie dazu „Basispriorität“. Je höher Sie die Priorität für ein Programm festlegen, desto mehr Systemleistung nimmt es sich. Ein zu hoher Wert kann aber negative Folgen haben und zu PC-Fehlern führen. Erhöhen Sie die Priorität deshalb nur schrittweise, und prüfen Sie danach, ob sich negative Auswirkungen zeigen. Testen Sie den PC zudem mit den oben erwähnten Benchmark-Programmen. So wissen Sie sofort, ob sich die Leistung verbessert.

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