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Den eigenen Desktop direkt von einem USB-Stick starten

18.11.2008 | 11:00 Uhr |

Anwender, die viel unterwegs sind, wollen nicht immer das schwere Notebook herumschleppen. Es gibt eine leichte Alternative: Mojopac ist ein auf dem Betriebssystem aufsetzendes virtuelles System für den USB-Stick, auf dem Sie wie gewohnt alle Anwendungen installieren können.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Gering

Lösung:

Das englischsprachige Mojopac ist eine virtuelle Umgebung, die ein abgeschottetes XP-System zur Verfügung stellt, in das Sie bedenkenlos Programme installieren können, ohne dem Wirtsystem zu schaden. Es handelt sich aber um keine vollständige Virtualisierung, da das Tool die Systemdateien des Wirt-PCs lesend mitbenutzt.

1-GB-Stick: Mojopac wird einfach auf einem USB-Stick eingerichtet. Beachten Sie, dass Sie dabei die kostenlose Version „Freedom“ auswählen. Nach der Installation belegt Mojopac 110 MB Speicher. Hinzu kommen noch die Anwendungen, die temporären Dateien und Einstellungen. Mit einem 1-GB-Stick sind Sie aber in aller Regel auf der sicheren Seite. Nach dem Start von Mojopac installieren Sie die gewünschten Anwendungen und importieren etwa Ihre Lesezeichen in den Browser. Oben rechts in der Mojo-Leiste sehen Sie, wie viel freier Speicher noch auf dem Stick zur Verfügung steht. Falls Sie eine Anwendung nicht korrekt installieren können, hängt das oft damit zusammen, dass sie spezielle Treiber nachladen muss. Das ist häufig bei VPN-Clients oder Spielen der Fall. In diesem Fall geben Sie unter „Settings, Driver Support“ den Zugriff auf die Treiber frei. Das geht wahlweise nur für diese eine Sitzung – was sicherer ist – oder generell. Außerdem können Sie, wie Sie es von Windows gewöhnt sind, Ihren Desktop verändern, etwa ein anderes Hintergrundbild wählen oder die Taskleiste beziehungweise das Startmenü anpassen.

Für öffentliche PCs: Mojopac eignet sich auch dafür, etwa im Internet-Café zu arbeiten, ohne mehr Spuren als unbedingt nötig zu hinterlassen. Beachten Sie aber, dass man sehr wohl sehen kann, von welchem Rechner eine Anfrage kommt. Um dies zu verhindern, nutzen Sie eine Software zum anonymen Surfen. Außerdem lassen sich unter Mojopac Anwendungen installieren, die auf dem PC selbst nicht installiert werden dürfen, etwa Messenger oder VoIP-Clients.

Schnell umschalten: Ähnlich wie bei einem virtuellen PC wechseln Sie ganz einfach zwischen der Mojopac-Installation und dem Host-System. In der Menüzeile oben gibt’s hierfür die Punkte „Switch to Host“ und „Switch to Mojo“. Um Dateien zwischen Host- und Mojo-System auszutauschen, verwenden Sie den Assistenten „Data Copy“, den Sie in der Startansicht von Mojopac sehen.

Tempo-Tuning: Sie können noch mehr Geschwindigkeit aus Ihrem Mojopac herausholen. Rufen Sie dazu den Explorer auf, und wählen Sie das USB-Laufwerk, auf dem Mojopac installiert ist. Über „Eigenschaften“ im Kontextmenü erreichen Sie die Registerkarte „Hardware“. Wählen Sie „Eigenschaften“, und aktivieren Sie unter „Richtlinien“ „Für Leistung optimieren“. Hierbei werden Daten auf den Windows-Cache ausgelagert. Sie sollten allerdings in Zukunft den USB-Stick nicht einfach abziehen, sondern nur über die Funktion „Sicheres Entfernen“. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie das System immer mit „Exit and Eject“ beenden.

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