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Internet-Software sicher im Zweitsystem nutzen

08.02.2010 | 11:00 Uhr |

Wenn Sie im Internet surfen oder Ihre Mails abrufen, bleibt immer ein Rest von Unsicherheit: Trotz Virenscanner und Firewall befürchten Sie, dass Unbefugte doch an Ihre privaten Daten kommen.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Hoch

Lösung:

Diese Sorge ist nicht gänzlich unbegründet. Prinzipiell besteht die Gefahr, dass böswillige Software - die weder Sie noch Ihre Sicherheitsprogramme als solche erkennen - den Inhalt von Dateien auf Ihrem PC liest und an unbefugte Personen überträgt. Mehr Sicherheit erreichen Sie, wenn Sie den Browser per Virtualisierungs-Software vom Rest des Systems abschotten. Gespeicherte Kennwörter und Bankdaten sind dann für andere Programme unsichtbar.

Schritt 1: Die Virtualisierungs-Software Virtual Box läuft unter XP, Vista und Windows 7 (Hostsystem). In einer virtuellen Maschine (Gastsystem) können Sie Windows oder Linux nutzen. Für Windows benötigen Sie zwei Lizenzen - eine für Ihren PC und eine für die virtuelle Maschine. Zur Installation führen Sie das Setup-Programm aus und folgen den Anweisungen.

Schritt 2: In unserer PC-WELT-Ausgabe 01/2010 (Nachbestellung im PC-WELT-Shop möglich) lieferten wir ein komplettes Ubuntu 9.10 mit, das direkt einsatzfähig ist (Ubuntu Virtual Box Appliance). Entpacken Sie das Archiv auf die Festplatte. In Virtual Box müssen Sie dann auf „Datei, Appliance importieren“ gehen und über die Schaltfläche „Auswählen“ das Verzeichnis der entpackten OVF-Datei angeben. Klicken Sie auf „Weiter“ und dann auf „Importieren“. Aufgrund der Größe der Datei dauert dieser Vorgang einige Zeit.

Schritt 3: Virtual Box ist für den Netzwerkzugriff über NAT (Network Address Translation) konfiguriert. In der virtuellen Maschine haben Sie daher nur Zugriff auf das Internet, aber nicht auf das lokale Netzwerk. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie diese Einstellung beibehalten und für den Datenaustausch einen gemeinsamen Ordner einrichten. Dazu wählen Sie in Virtual Box auf der linken Seite „Ubuntu_9.10“ und gehen dann auf „Maschine, Ändern“. Wählen Sie „Gemeinsamer Ordner“, und bestimmen Sie über die Schaltfläche an der linken Seite des Fensters, welchen Ordner Sie verwenden möchten – etwa „C:\Transfer“. Geben Sie dann hinter „Ordner-Name“ die Bezeichnung „Transfer“ ein.

Schritt 4: Sie können das Ubuntu-Gastsystem jetzt über die Schaltfläche „Starten“ aktivieren. Über „Anwendungen, Internet“ rufen Sie dann beispielsweise Firefox auf. Für das bequeme Arbeiten lässt sich Virtual Box über [Strg]-[L] (rechte [Strg]-Taste) auch in den „nahtlosen Modus“ schalten. Sie sehen dann nur die Menüleiste und die Fenster der laufenden Anwendungen, aber keinen Ubuntu-Desktop.

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