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Ubuntu 15.04 - die aktuelle Linux-Distri unter der Lupe

23.07.2015 | 14:34 Uhr |

Ziemlich unaufgeregt legt Ubuntu seine turnusgemäße Version 15.04 hin. Bei der Hauptversion muss man schon genau hinsehen, um die Neuerungen auszugraben. Mehr tut sich bei den Varianten mit KDE- oder XFCE-Desktop.

Zweimal im Jahr, im April (04) und Oktober (10), gibt es ein neues Ubuntu. Die Versionszählung setzt dann noch jeweils die zweistellige Jahreszahl davor, und so ergibt sich für das neueste Ubuntu die Version 15.04. Dieser ziemlich flotte Versionszyklus bedingt, dass längst nicht jedes neue Ubuntu zum großen Aufreger taugt. Auch bei 15.04 „Vivid Vervet“ zeigt erst der genaue Blick diversen Feinschliff, wie der Artikel „Ubuntu 15.04“ zeigt. Im Unterbau folgt Ubuntu nun seinem Vorbild Debian und nutzt als Schaltzentrale das Init-System Systemd (statt Upstart). Das dürfte typische Anwender aber weit weniger aufregen als Linux-Insider. Immerhin verspricht aber die parallele Initialisierung der Dienste durch Systemd eine Beschleunigung des Systemstarts, von dem auch der normale Anwender profitiert. Bemerkenswert an dieser Umstellung ist aber in jedem Fall der Pragmatismus: Den Init-Daemon upstart hatte Canonical für sein Ubuntu seit 2006 selbst entwickelt. Die Abkehr von der eigenen Komponente ist das sachliche Eingeständnis, dass man Systemd für den überlegenen Dienststarter hält.

Ubuntu leistet sich eine solide Weiterentwicklung ohne Spektakel. Dahinter steht das berechtigte Selbstbewusstsein, unter den Linux-Distributionen der Quasi-Standard am Benutzer-Desktop zu sein. Für Einsteiger, Umsteiger und normale PC-Anwender gibt es kein pflegeleichteres Linux-System (wobei wir auch Linux Mint als „Ubuntu“ einrechnen). Exemplarisch bestätigt sich das auch wieder in dem Beitrag „Der Linux-Upgrade-Guide“ : Abgesehen von Cent-OS , das am Anwender-Desktop keine große Rolle spielt, schafft kein anderes Linux den Schritt zur nächsthöheren Version so komfortabel wie Ubuntu und insbesondere Ubuntu LTS.

Mehr Bewegung als bei der Hauptversion zeigt sich bei den Ubuntu-Varianten mit anderen Desktops, wobei hier der Impuls von Oberflächen kommt. Ubuntu Mate mit seinem konservativem Desktop wurde jetzt mit Version 15.04 in den Kreis der offiziellen Ubuntu-Varianten aufgenommen und könnte den Geschmack bisheriger Mint-Anhänger treffen.

Die meisten technischen Änderungen zeigt Kubuntu mit seinem neuen Desktop KDE Plasma 5. Die KDE-Oberfläche ist immer noch aufwendig, effektreich und komplex, aber optisch schlichter und sachlicher als seine Vorgänger .

Ebenfalls renoviert zeigt sich Xubuntu 15.04 mit seiner angestammten Oberfläche XFCE in der neuesten Version 4.12. XFCE bleibt klassisch-konservativ, lernt aber in Darstellung und Bedienkomfort einiges dazu.

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