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Linux mit sehr hohem Speicherverbrauch

23.10.2007 | 11:07 Uhr |

Sie haben Ihrem PC ordentlich Speicher spendiert und einen 1-GB-RAM-Riegel eingebaut. Unter Windows XP ist das auch mehr als ausreichend, es bleibt sogar noch einiges frei. Unter Linux hingegen zeigt Ihnen der Speicher-Monitor an, dass kurz nach dem Start fast das gesamte GB belegt ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Problem lösen können.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Problem:

Sie haben Ihrem PC ordentlich Speicher spendiert und einen 1-GB-RAM-Riegel eingebaut. Unter Windows XP ist das auch mehr als ausreichend, es bleibt sogar noch einiges frei. Unter Linux hingegen zeigt Ihnen der Speicher-Monitor an, dass kurz nach dem Start fast das gesamte GB belegt ist.

Lösung:

Der Hintergrund: Linux geht mit dem vorhandenen Hauptspeicher sehr viel großzügiger um als Windows. Den Löwenanteil benutzt es als Festplatten-Cache, und das können nach wenigen Minuten Betriebszeit schon mehrere hundert MB sein. Wenn ein Programm den Speicher direkt benötigt, steht dieser genauso schnell zur Verfügung, als ob er nicht benutzt worden wäre. Solange er jedoch nicht angefordert wird, gibt Linux ihn auch nicht frei – hier herrscht das Grundprinzip, dass es die denkbar schlechteste Verwendung von Speicher ist, ihn leer zu lassen.

Je nach Tool, mit dem Sie sich den Speicherverbrauch ansehen, sehen Sie aber nicht immer genau, ob der Speicher durch Programme belegt oder als Cache eingerichtet ist. Wenn Sie es genau wissen wollen, verwenden Sie das Kommandozeilenwerkzeug „free“. Dieses schlüsselt detailliert auf, wie viel Speicher für welchen Zweck eingesetzt wird. Rufen Sie es am besten so auf:

free -m

Der Parameter -m bewirkt die Anzeige in MB. Wie Sie die Ausgabe von „free“ lesen, beschreiben wir anhand der Abbildung oben. Die erste Zeile zeigt die Speicherbelegung aus Sicht des Systems: Von 1011 MB werden 995 MB verwendet, nur 16 MB sind frei. Davon entfallen allerdings 714 MB auf den Cache, stehen also prinzipiell ebenfalls zur Verfügung. Die zweite Zeile „-/+ buffers/cache“ zeigt das umgerechnet an: Aus Sicht eines beliebigen Programms sind nur 279 MB belegt, es stehen 732 MB zur Verfügung. Dazu können noch „Buffers“ kommen, das sind Daten, die das System gerade von einer Anwendung an die andere übergibt und so lange zwischenspeichert. Die dritte Zeile mit den Angaben zum Swap-Speicher ist nur Zusatzinformation und bleibt bei diesen Berechnungen außen vor. Mit free -mt erhalten Sie eine zusätzliche vierte Zeile, die die Speicherbelegung unter Einbeziehung des Swap-Speichers anzeigt.

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