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Gleiche Tintenpatrone – unterschiedliche Reichweite

26.07.2016 | 09:35 Uhr |

Füllmengen von Tintenpatronen unterscheiden sich. Wie Sie die Reichweiten feststellen und teils ausreizen, erklärt der Tipp.

Sie haben einen Tinten-Multifunktionsdrucker und verwenden ausschließlich Originalpatronen. Da Sie das Gerät im Büro einsetzen, wiederholen sich die Dokumente ständig, die Sie auf dem Drucker ausgeben. Irgendwie hat es für Sie den Anschein, als ob ein Tintentank länger hält als der andere, obwohl alle identisch aussehen.

Ihr Gefühl trügt Sie nicht. Es gibt produktionsbedingte Abweichungen. Sie können diese nachvollziehen, indem Sie die Patronen vor dem Einsetzen in den Drucker wiegen – etwa auf einer Briefwaage. Entfernen Sie vorher die Verpackungen wie Schutzkappen und Folien. Notieren Sie sich das Gewicht möglichst inklusive Nachkommastellen. Nach einigen Patronenwechseln werden Sie feststellen, dass sich die Tintenfüllungen im Bereich einiger Gramm unterscheiden. Je mehr Tinte im Tank ist, desto höher kann auch die Reichweite der Patrone sein.

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Bei den Patronen der meisten Hersteller gibt es eine Angabe in Millilitern auf der Verpackung. Ausnahme: HP. Die US-Firma beschränkt sich auf eine Reichweitenangabe in A4-Seiten. Wollen Sie nachprüfen, ob der angegebene Tinteninhalt verbraucht ist, wiegen Sie die leere Patrone. Vergleichen Sie nun die Messungen vor und nach dem Gebrauch, sollte die Differenz die Milliliter-Angabe ausmachen, die auf der Verpackung steht. Hat etwa die Einzelpatrone der Farbe Cyan Ihres Canon-Modells ein Ursprungsgewicht von 28 Gramm und eine Füllmenge laut Hersteller von 11 Millilitern, sollte sie leer nur noch 17 Gramm wiegen.

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Dass sich die Reichweite bei höherer Füllmenge automatisch erhöht, ist jedoch nicht selbstverständlich. Denn letztlich bestimmt der Drucker, wie er mit der Patrone umgeht. Eine neu eingesetzte Tintenkartusche erkennt er über den Chip an der Patrone und ordnet sie nach Standard- oder XL-Variante ein. In der Regel arbeitet nun ein Tröpfchenzähler den vorprogrammierten Tinteninhalt ab und stoppt den Drucker, sobald die hinterlegte Reichweite erreicht ist. Ganz stringent arbeiten diese Zähler jedoch nicht, wie wir in den Druckertests feststellen. Sie geben eher eine Schätzung ab. Gerade bei Modellen mit einem Leitungssystem wie etwa bei Multifunktionsgeräten von Brother kann es deshalb zu Unterschieden in der Laufleistung kommen. Die Folge: Ist eine Patrone voller, gibt der Drucker auch mehr Schwarzweiß- und Farbseiten als mit dem geringer befüllten Pendant aus.

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Überhaupt gehen Multifunktionsdrucker je nach Hersteller und Modell unterschiedlich beim Patronenwechsel vor. So gibt es Drucker, die zwar melden, dass der Inhalt der Patrone zur Neige geht, danach jedoch unbeirrt weiterdrucken – wie etwa der HP Officejet Pro 6850. In diesem Fall erkennen Sie nur am Ausdruck und der fehlenden Farbe, dass die Patrone tatsächlich leer ist. Andere Tintenstrahlmodelle lassen sich auch bei angeblich leerem Tintentank zum Weiterdrucken überreden. Beispielsweise fordern viele Canon-Modelle mit Einzeltanks wie etwa das Pixma MX925 über den sogenannten „Supportcode 1600“ zum Patronenwechsel auf. Im Treiber erscheint die Meldung „Möglicherweise ist Tinte aufgebraucht“. Dort können Sie den Druckvorgang nur abbrechen. Klicken Sie die Meldung jedoch am Display des Geräts weg, arbeitet der Drucker einfach bis zur nächsten Warnung weiter. Dieses Verhalten ist ein Sicherheitspuffer, den der Hersteller bewusst eingebaut hat. Er soll den Druckkopf vor Defekt schützen.

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