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Speichertricks der PC-WELT: Windows komplett im I-Ram

02.12.2005 | 02:15 Uhr |

Arbeitsspeicher haben moderne PCs in der Regel reichlich. Doch wird er auch immer optimal genutzt? In der neuen PC-WELT 1/2006 – seit heute am Kiosk - zeigen wir Ihnen, wie Sie die Speicher-Ressourcen Ihres Rechners clever nutzen. Einen Trick steilen wir Ihnen zudem hier online vor.

I-Ram : Dabei handelt es sich um eine Steckkarte von Hersteller Gigabyte, die mit Speicher bestückt ist. Sie wird wie eine Festplatte angeschlossen. Die Kapazität geht bis zu vier Gigabyte. Sie müssen Sie Karte selbst mit passenden DDR-RAM bestücken und zur Stromversorgung in einen freien PCI-Slot platzieren. Die Datenübertragung zum Rechner erfolgt allerdings nicht über die PCI-Schnittstelle, sondern über S-ATA.

Im Vergleich zur Festplatte bietet I-RAM phantastisch anmutenden Zugriffszeiten und beeindruckende Transferraten. Zumindest theoretisch, wie es in der Praxis aussieht, lesen Sie auf Seite 78 in der PC-WELT 1/2006.

Wir wollten es wissen: Ist es praktikabel und sinnvoll, das komplette Betriebssystem auf der I-Ram-Karte zu installieren ? Das Fazit vorab: Diese Installation ist möglich, unter sehr speziellen Testbedingungen (Bootanalyse) oder Sicherheitsaspekten eventuell zweckmäßig, aber im Allgemeinen nicht alltagstauglich.

Anders als beim Einrichten auf Festplatte muss beim Windows-Setup auf dem I-Ram- Laufwerk zunächst der S-ATA-Treiber integriert werden. Danach verläuft das Setup wie üblich und – abgesehen von der rasend schnellen Formatierung – nicht wesentlich schneller. Der Grund: Beim Kopieren der Dateien wirkt das CD-ROM-Laufwerk als Bremse.

Der Start eines auf I-Ram installierten Windows XP ist beeindruckend: Auf unserem Testrechner verlief er mindestens doppelt bis dreifach so schnell wie gewohnt. Der PC zeigte den Anmeldebildschirm nach 21 Sekunden und war damit um 30 Sekunden schneller als mit der identischen Festplatteninstallation. In der Windows-Sitzung relativiert aber der Systemcache die Geschwindigkeitsvorteile von I-Ram: Office-Anwendungen oder gar Zubehörprogramme und Tools fordern, auch wenn man sie von der Festplatte aufruft, kaum nennenswerte Wartezeiten. Selbst zusätzlich auf I-Ram installierte, schwere Software wie Photoshop oder Open Office kann nur beim ersten Start spürbar profitieren.

Ähnliches gilt für Anwendungen, die sehr große Datenmengen laden, etwa Videoschnittprogramme oder 3D-Spiele. Mit maximal 4 GB stößt I-Ram mit Windows XP plus Anwendungen aber schnell an seine Kapazitätsgrenze. Für die meisten Anwender dürfte es daher praktischer sein, beim Hardware- Ausbau so zu verfahren wie bisher – nämlich zusätzlichen Speicher als normalen Arbeitsspeicher einzubauen und damit die Cache-Leistung zu erhöhen. Lohnender als die relativ verschwenderische Variante mit Windows auf I-Ram sind spezielle Einsatzgebiete wie ein belastbares Emule-Laufwerk, ein schnelles Datendepot als Netzfreigabe oder der extraleise PC ohne Festplattengeräusch für das Wohnzimmer.

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