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Spar-Tipp: Für 0 Euro mit PC im Internet surfen

21.09.2016 | 09:33 Uhr |

Sie wollen gelegentlich mit PC oder Notebook ins Internet, besitzen aber keinen DSL- oder Kabelzugang? Wollen aber nicht das Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags für Tethering opfern? Dann haben wir einen Tipp für Sie.

Wer ständig mit Desktop-Rechner, Notebook oder einem Tablet ohne SIM-Karte ins Internet gehen will oder muss, hat natürlich einen DSL- oder Kabelanschluss. Doch gelegentlich kommt man in die Situation, dass man zum Beispiel in einer Ferienwohnung, der selten genutzten Zweitwohnung oder in einem Hotelzimmer das Laptop (ohne UMTS-Modul und ohne Surfstick) mit dem Internet verbinden will. Doch ein Gratis-WLAN steht nicht zur Verfügung und der vom Hotelbesitzer angebotene Internetzugang ist teuer.

Für solche Fälle bietet sich Tethering an. Sie richten also einen WLAN-Hotspot oder einen Bluetooth-Hotspot auf Ihrem Smartphone ein, verbinden Ihr Notebook oder Ihren PC damit und schon können Sie mit dem Rechenknecht im Internet surfen.

Der Haken: Datenvolumen schrumpft

Doch das Smartphone-Tethering hat einen Haken: Es geht zu Lasten des monatlichen Freivolumens Ihres Mobilfunkvertrags. Wenn Sie häufiger mit dem Rechner über Ihr Smartphone surfen, dann ist Ihr monatliches Freivolumen bald aufgebraucht. Dann surfen Sie  auf dem Smartphone bis zum Monatsende im Schneckentempo oder müssen für teures Geld zusätzliches Volumen nachkaufen. Beides sind eher unerfreuliche Ergebnisse. Doch es gibt eine elegante Lösung.

Die 0-Euro-Lösung für gelegentliches Surfen

Haben Sie noch ein altes, ungenutztes und voll funktionsfähiges Smartphone herumliegen? Gut, dann haben Sie schon mal die Hardware-Basis für Ihren gelegentlichen Gratis-Zugang ins Internet. Jetzt brauchen Sie noch eine SIM-Karte für 0 Euro. Die gibt es durchaus. Von O2.

Netzclub-Karte von O2

Vor über sechs Jahren hat O2 die Netzclub-Karte eingeführt. Dieses Netzclub sponsored mobile gibt es immer noch. Hier können Sie sich eine kostenlose Netzclub-Karte besorgen.

Die SIM-Karte schickt Ihnen O2 kostenlos zu und das Surfen mit bis zu 7,2 Mbit/s für 100 MB pro Monat kostet Sie ebenfalls nichts. Es gibt weder Anmelde- oder Freischaltgebühr noch Grundgebühr noch Mindestumsatz, mit der Netzclub-Karte entstehen Ihnen absolut keine Kosten.

Werbefinanziert

Der Deal zwischen Ihnen und O2 besteht darin, dass Sie im Gegenzug für das kostenlose Surfen bis zu 30 Werbe-SMS oder Werbemails pro Monat erhalten. Diese können Sie aber vollkommen ignorieren, wie unser Test zeigt. Wichtig: Sie bekommen keine Werbeanrufe, bleiben also ungestört!

Sind die 100 MB aufgebraucht, geht es im Schneckentempo mit bis zu 32 kbit/s weiter. Telefonate oder SMS kosten jedoch extra, doch dafür haben Sie ja ohnehin Ihr eigentliches Smartphone. Für den oben genannten Zweck - der gelegentliche Aufbau einer Internetverbindung als Notlösung - sollten die 100 MB pro Monat bei sparsamem Surfen ohne Videos und Bilder-Downloads reichen. Damit können Sie also im Hotelzimmer jederzeit Ihre Mails beantworten (was auf dem Notebook bequemer ist als auf dem Smartphone) oder auch mal Nachrichten-Webseiten lesen. Oder einen Forumskommentar oder ein Facebook-Posting absetzen.

So geht’s: Surfen für 0 Euro

Bestellen Sie die Netzclub-Karte. Legen Sie diese in Ihren Smartphone-Veteranen (in unserem Fall ein HTC Desire der ersten Stunde) ein und aktivieren Sie die Karte.

Deaktivieren Sie aus Sicherheitsgründen auf einem alten Android-Smartphone (das vermutlich keine Sicherheits-Updates mehr erhält) alle nicht benötigten Dienste und Mailkonten (benutzen Sie für den Zugriff auf Google Play gegebenenfalls ein separat angelegtes Gmail-Konto, das Sie nicht für andere Zwecke nutzen) und öffnen Sie nicht den Smartphone-Browser.

Nutzen Sie auch keine anderen Apps auf dem alten Smartphone und installieren Sie keine zusätzlichen Apps, außer vielleicht einen Virenscanner wie Lookout, sofern es sich um ein Android-Smartphone handelt.

Bei einem alten iPhone, das im Unterschied zu einem alten Androiden auch noch nach Jahren Updates erhält, sind diese Sicherheitsaspekte weniger relevant. Das alte iPhone sollte dank fortlaufender Updates immer noch sicher sein. Ebenso bekommen Sie auch bei einem alten Nexus-Smartphone noch etwas länger Updates, die Sicherheitslücken beseitigen.

Richten Sie dann den Hotspot auf dem Smartphone ein und verbinden Sie Ihren Rechner damit. Und schon sind Sie mit dem PC online. Schalten Sie das Smartphone immer sofort nach der Benutzung aus, damit es nicht selbst noch zusätzliches Datenvolumen verbraucht und gegebenenfalls auch nicht angreifbar für Hacker ist (vor allem bei einem alten Androiden ist das wichtig).

Um Datenvolumen zu sparen, können Sie im Browser die Bilderanzeige ausschalten.

WLAN-Hotspot auf HTC Desire funktioniert einwandfrei

In unserem Test klappt das Tethering mit der Netzclub-Karte zwischen einem über sechs Jahre alten HTC Desire und unserem Linux-Notebook einwandfrei. HTC verbaute damals hervorragende und langlebige Hardware, die auch noch nach sechs Jahren einwandfrei funktioniert. Wenn wir unsere 100-MB-Datenvolumen pro Monat aufgebraucht haben, schickt uns O2 eine SMS, die uns über diesen Sachverhalt informiert. Das klappt im Test einwandfrei. Sobald die 100 MB aufgebraucht sind, ist aber Schluss mit lustig und kein vernünftiges Surfen mehr möglich.

Wichtig: Laden Sie regelmäßig den Akku des alten Smartphones auf und schalten Sie es ab und zu ein, auch wenn Sie es gerade nicht als Hotspot benötigen.

Falls der Router Ihres DSL-Zugangs plötzlich seinen Geist aufgibt oder der Internetzugang Ihres Providers gestört ist, dann sollte auch Tethering über Ihr Standard-Smartphone als Lösung ausreichen. Sollten Sie aber ohnehin noch ein altes Zweit-Smartphone und eine O2-Netzclub-Karte herumliegen haben, können Sie diesen Ausfall damit ebenfalls überbrücken.

Wichtig: O2 untersagt Tethering für die Netzclubkarte. Allerdings sollte das bei der geringen Menge des Freivolumens, nämlich 100 MB pro Monat, in der Praxis nicht auffallen und dem Unternehmen auch nicht weh tun. Formal kann Tethering aber zur Sperre der SIM-Karte führen, das nur als Warnung. Wobei Sie finanziell ja nichts verlieren können bei einer Gratis-Karte.

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