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So erkennen Sie extra sparsames RAM

12.03.2014 | 09:34 Uhr |

Bei Prozessoren kommt es immer stärker auf sparsamen Betrieb an – doch nicht nur bei ihnen. Auch der Arbeitsspeicher kann dazu beitragen, dass der PC weniger Strom verbraucht.

Normalerweise arbeiten aktuelle Notebooks mit einem DDR3-Speicher. Er unterscheidet sich nur durch die Bauform der RAM-Module vom DDR3 in PCs: Notebook-speicher sitzen auf SO-DIMMs mit 204 Kontakten, während die RAMRiegel für den PC 240 Pins haben. Beide arbeiten mit einer Betriebsspannung von 1,5 Volt.

Daher gibt es seit 2010 den offiziellen Standard DDR3L mit einer niedrigeren Spannung von 1,35 Volt. Er sitzt auf den gleichen Modulen wie DDR3. Der Chipsatz und das Bios müssen diese Spannung unterstützen, sodass das RAM damit läuft. In den meisten Fällen kann DDR3L auch mit den üblichen 1,5 Volt arbeiten – einen Spareffekt haben Sie dann aber nicht. DDR3L-Speicher eignen sich auch gut für Übertaktungsexperimente: Sie laufen stabiler mit höherer Spannung, was eine höhere Taktrate oder kürzere Latenzzeiten ermöglicht.

Alternativ: RAM ausreizen mit aggressivem Timing

In Notebooks ist der Spareffekt durch DDR3L-Speicher nur gering. Bei Tablets und Smartphones hingegen zählt jedes Milliwatt an eingesparter Energie. Deshalb setzen mobile Geräte häufig auf das noch sparsamere LP-DDR3 (Low-Power DDR), das eine Betriebsspannung von 1,2 Volt nutzt. Neben der geringen Spannung führt vor allem der niedrige Verbrauch im Refresh-Modus dazu, dass LPDDR3- Speicher den Akku im Standby- Modus kaum belasten. Damit das RAM seinen Inhalt behält, muss er in regelmäßigen Abständen neu geschrieben werden (Refresh): DDR3L braucht dafür 15 Milliwatt (mW), während LPDDR3 mit 1 mW auskommt.

Der wichtigste Vorteil des LPDDR3: Er benötigt weniger Platz – zum Beispiel lässt sich das RAM auch direkt auf den Prozessor löten. Erst dadurch sind extrem flache Ultrabooks, Tablets und Smartphones möglich.Allerdings ist ein LPDDR3 vergleichsweise teuer. Deshalb wird er derzeit nur in Top-Produkten eingesetzt wie dem iPad Air, dem iPhone 5S oder dem Galaxy S4. Intels neue Mobil-Plattform Haswell unterstützt auch LPDDR3. Daher kommt der sparsame Speicher unter anderem im Macbook Air 13 von Apple zum Einsatz – dort schon als LPDDR3-1600, also mit der gleichen Taktrate wie ein DDR3. In den meisten Tablets und Smartphones sitzt dagegen noch ein langsamerer LPDDR2-1067.

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