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So funktioniert ein Iris-Scanner

11.11.2016 | 12:04 Uhr |

Iriserkennung ist das aktuellste Verfahren, um Hardware vor Missbrauch zu schützen. Der Tipp erklärt, wie es funktioniert.

Gesichtserkennung ist bei Windows 10 bereits im Einsatz. Neuerdings nutzen Hersteller wie etwa Samsung beim Galaxy S7 Edge Iris-Scanner, um die Sicherheit der Geräte zu erhöhen. Doch wie funktioniert das Lesen der Iris und wie sicher ist das Verfahren im Vergleich zu anderen Schutzmechanismen?

Die Iris: Damit ist der Bereich im Auge gemeint, der um die Pupille herum liegt, sie wie eine Blende öffnet und schließt und die Augenfarbe definiert. Jeder Mensch hat in jedem Auge eine einzigartige Iris, auch Regenbogenhaut. Sie zeigt ganz individuelle Muster, die schon sehr früh im Leben voll entwickelt sind, sich bis zum Lebensende nicht verändern und sich sogar beim rechten und linken Auge unterscheiden. Dazu kommt, dass sich die Muster der Iris nicht nachbilden lassen. Diese Eigenschaften machen die Iris für die Biometrie so attraktiv.

Sicherheits-Tipps für Smartphone-Besitzer

Funktionsweise eines Iris-Scanners: Zur Identifikation werden Iris-Scans besonders in der Medizin und Pharmazeutik eingesetzt. Spezielle Kameras nehmen die Iris auf und hinterlegen das Muster im System. Samsung nutzt beim Galaxy S7 Edge eine extra eingebaute Kamera und Infrarot-Licht. Es soll sich besonders eignen, da es die Muster der Regenbogenhaut sehr deutlich erfassen kann. Sichtbares Licht oder RGB-Bilder sind anfälliger für Einflüsse durch das Umgebungslicht. Details können leichter verloren gehen. Die Iris-Informationen werden beim Samsung-Mobilgerät verschlüsselt auf der Knox-Plattform direkt auf dem Gerät abgelegt.

Erkennung: Um sich erneut am Gerät anzumelden, liest die Kamera die Iris-Informationen in einem festgelegten Abstand zwischen Gerät und Auge ein und vergleicht sie mit den hinterlegten Daten. Der Vorgang soll sehr schnell gehen und auch bei schlechtem Licht funktionieren, da die Abstrahlung des Displays zur Datenerfassung genutzt wird.

Andere Zugangsmechanismen und Sicherheit: Microsoft bietet mit Hello bei Windows 10 eine Gesichtserkennung an, über die sich der Anwender am System anmelden kann. Das Verfahren setzt eine Tiefenkamera voraus, die zum Pixel auch die Entfernung zur Kamera erfasst. Zertifiziert sind die Realsense-Kamera von Intel und das herstellereigene System Kinect. Im Gegensatz zum integrierten Iris-Scanner müssen Sie hier extra Hardware erwerben.

Fingerabdrucksensoren sind in vielen Systemen bereits eingebaut. Sie lesen den Fingerabdruck ein und vergleichen ihn bei der Anmeldung mit den hinterlegten Informationen. Hier lassen sich oft mehrere Anwender definieren. Das ist bei der Iris-Erkennung derzeit nicht möglich. Andererseits ist Missbrauch beim Fingerprint-System nicht auszuschließen. Die Sensoren wurden etwa durch gestohlene Abdrücke auf Folien bereits überlistet. Die Iris-Erkennung soll genau in diesem Punkt Vorteile bringen.

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