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Windows-Fernzugriff per Gratis-Tool

28.01.2008 | 11:23 Uhr |

Sie möchten einen anderen Rechner fernsteuern. Wenn Sie Windows XP Pro oder eine der Vista-Versionen Business, Enterprise oder Ultimate besitzen, sind Sie fein raus: Dann haben Sie bereits einen Server für den Remotedesktop-Zugriff an Bord. Wer jedoch eine der anderen Versionen von XP oder Vista erworben hat, muss sich eine Alternative suchen. Die gute Nachricht: Leistungsfähige VNC-Software (Virtual Network Computing) gibt’s gratis.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Lösung:

Die englischsprachige :Freeware Tightvnc besteht aus einem Server und einem Client. Sie können aus dem Installationspaket entweder beide zusammen oder nur die Server- beziehungsweise Client- Komponente allein einrichten – letztere auf den Rechnern, die auf den VNC-Server zugreifen sollen.

Der Server: Wenn Sie den Server gestartet haben, sehen Sie im Systray ein Icon, das zeigt, dass er aktiv ist. Durch einen Doppelklick darauf rufen Sie die Einstellungen des VNC-Servers auf. Legen Sie hier „Accept Socket Connections“ und ein Passwort fest. Jetzt ist es bereits möglich, von einem beliebigen VNC-Client auf den laufenden Desktop zuzugreifen. Anders als beim XP- oder Vista-Remotedesktop führen Sie dabei keine Windows-Anmeldung durch, sondern melden sich – ohne Benutzernamen, nur mit dem Passwort – lediglich beim VNC-Server an und bekommen den gerade aktuellen Desktop geliefert. Wenn niemand angemeldet ist, sehen Sie also den Windows-Anmeldebildschirm und können eine neue Sitzung beginnen.

Die Einstellungen: Was passiert, wenn mehrere Benutzer sich per VNC anmelden wollen, legen Sie in den Server-Einstellungen unter „Advanced, Connection Priority“ fest: „Disconnect existing connections“ überlässt die Sitzung jeweils dem letzten Benutzer, der sich angemeldet hat, „Refuse concurrent connections“ lässt eine Verbindung nur zu, wenn zurzeit niemand angemeldet ist. „Automatic shared sessions“ erlaubt parallele Verbindungen, jedoch konkurrieren die jeweiligen Benutzer um die Tastatur- und Maussteuerung. Unter „Advanced, Query Settings, Query console on incoming connections“ können Sie außerdem festlegen, dass ein vor dem PC sitzender Benutzer jeweils erst bestätigen muss, dass er die VNC-Verbindung erlaubt.

Der Client: Sie finden den zu Tightvnc gehörenden Client im Startmenü unter „Programme, TightVNC“ in drei vorgefertigten Varianten: „Best Compression“ komprimiert die zu übertragenden Bilder des Desktops am stärksten, verbraucht damit am wenigsten Bandbreite im Netz, belastet jedoch die CPU des Servers. Dabei wird die JPEG-Kompression eingesetzt. Die Darstellungsqualität kann dabei ähnlich schwach werden wie bei einem zu stark komprimierten JPG-Bild. Wenn Sie ein besseres Bild auf dem Client- Monitor haben wollen, wählen Sie „Fast Compression“. Ein heimisches LAN schafft die notwendige Transferleistung ohne weiteres, bei DSL aber kann die Upstream-Geschwindigkeit zu gering sein. Wenn Sie den Client im „Listen Mode“ starten, werden Sie zum Zuschauer: Sie können den Remotedesktop zwar sehen, aber nicht bedienen. Über den Button „Options“ können Sie am Client jeden der vorher gewählten Sitzungstypen noch entsprechend einstellen: Die Darstellung tunen Sie über die beiden Felder „Custom compression level“ und „Allow JPEG compression“. Je niedrigere Werte sie dort bestimmen, desto schneller, je höhere, desto besser die Darstellung. Bei einer „dünnen Leitung“, etwa beim Zugriff per ISDN oder DSL, können Sie außerdem noch die Option „Restrict Pixels to 8-bit“ einschalten: Sie reduziert die Farbtiefe des Remotedesktops auf 256 Farben. VNC ist als Protokoll standardisiert, so dass es egal ist, ob Sie auch das Client-Programm von Tightvnc für den Remotedesktop verwenden oder irgendein anderes.

Browser als Client: Doch wenn Sie gerade gar keines zur Hand haben, lässt sich der Server auch per Browser ansprechen. Geben Sie in die Adresszeile einfach „http://“ ein, gefolgt vom Namen des PCs, einem Doppelpunkt und der Portnummer 5800. Das daraufhin startende Java-Applet zeigt einen Passwort-Dialog und einen „Options“- Button. Nach Eingabe des Passworts haben Sie den Desktop im Browser.

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