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Rechner-Zombies im Windows-Netzwerk löschen

05.11.2014 | 15:22 Uhr |

Windows-Netzwerke merken sich abgeschaltete Rechner rund 20 Minuten lang, damit ein Rechnerneustart das Netzwerk nicht belastet. Oft funktioniert das Vergessen aber nicht.

Jeder, der mit Windows Netzwerken zu tun hat, kennt das: Ein Rechner – schon lange ausgeschaltet – ist Stunden später immer noch in der Netzwerkumgebung zu sehen, oder wie es seit Windows 7 heißt: im Netzwerk. Das ist insofern lästig, als ein Doppelklick auf den nicht mehr vorhandenen Rechner zu langen Verzögerungen führen kann: Es dauert eine Weile, bis die passende Fehlermeldung auf dem Monitor erscheint. Wirklich wehren kann man sich dagegen nicht, reproduzierbar ist der Effekt auch nicht – aber jeder, der schon einmal ein Windows-Netzwerk administriert hat, kennt ihn. Allerdings: Wenn man ihn schon nicht ganz beseitigen kann, so kann man den Fehler doch relativ leicht beheben.

So geht‘s: Öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows+E den Explorer, klicken Sie den Computer mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie dann „Verwalten“. Öffnen Sie in diesem Fenster „Dienste und Anwendungen“ mit einem Doppelklick und wählen „Dienste“ aus. Suchen Sie den Eintrag „Computerbrowser“ und wählen Sie in der mittleren Spalte „den Dienst neu starten“. Führen Sie dies auf allen aktiven Rechnern aus, bis die Liste neu aufgebaut wird.

Leider ist nicht vorhersagbar, welcher Rechner jeweils zum Masterbrowser auserkoren wurde: Dies handeln die Windows-Rechner ohne Zutun von außen miteinander aus. Sollten Sie in Ihrem Netzwerk einen Linux-Server mit Samba betreiben, dann wird es für Sie einfacher: Legen Sie diesen Rechner als Masterbrowser fest, indem Sie in die Konfigurationsdatei (standardmäßig /etc/samba/smb.conf) den Eintrag „os level = 99“ aufnehmen. Damit hat der Browser-Dienst des Linux-Servers die höchste Priorität und wird sich bald als Masterbrowser durchsetzen.

Sollten dann wieder einmal nicht vorhandene Rechner im Windows-Netzwerk zu sehen sein, genügt es, den Dienst nmbd neu zu starten. Unter Open Suse funktioniert dies mit dem Kommando systemctl restart nmb.service.

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