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PKW: Fehlercode löschen und Notlauf abschalten

23.08.2016 | 16:38 Uhr |

Eine Warnlampe leuchtet, der Wagen geht in den Notlauf und Sie kriechen mit stark reduzierter Motorleistung voran. Sie können trotzdem mit voller Motorleistung weiterfahren, sofern Sie einige Punkte beachten.

Mit einem nachrüstbaren Bord-Computer wie dem Scangauge II oder dem Scangauge Eco können Sie nicht nur den Betriebszustand Ihres PKWs überwachen, sondern kurzfristig auch Fehlermeldungen deaktivieren und den Notlauf abschalten, um so wieder die volle Motorleistung zu erhalten.

Notlauf geht an

Fast jeder Vielfahrer dürfte das kennen: Eine der vielen Warnlampen im Cockpit des Armaturenbretts geht an. Beispielsweise bei Dieselfahrzeugen das Symbol für „Motorsteuerung gestört“. Meist wechselt das Fahrzeug gleichzeitig in den Notlauf: Man erreicht kaum noch Tempo 120 auf der Autobahn und selbst ein kräftiger Druck auf das Gaspedal bringt keine zusätzliche Leistung mehr. Das Steuergerät regelt die Motorleistung ab um Motorschäden zu verhindern. Mitunter kommt nach einiger Zeit noch eine weitere Warnleuchte hinzu, zum Beispiel diejenige für „Abgasanlage gestört“.

Nicht so gern gesehene Gäste: Diese beiden Warnleuchten kommen bei VW-Dieselfahrern gerne gemeinsam zu Besuch.
Vergrößern Nicht so gern gesehene Gäste: Diese beiden Warnleuchten kommen bei VW-Dieselfahrern gerne gemeinsam zu Besuch.
© VWN

Wenn Warnleuchten blinken und das Fahrzeug in den Notlauf geht, sollte man zügig eine Werkstatt aufsuchen, die den Fehlerspeicher des Fahrzeugs auslesen kann. Dafür ist spezielle Software erforderlich, bei Volkswagen-Modellen heißt diese VCDS. Über den im Fehlerspeicher des Steuergerätes hinterlegten Fehlercode kann die Werkstatt den Fehler hoffentlich eingrenzen und beheben. Wobei ein Fehlercode verschiedene Ursachen haben kann. „P0299 Ladedruck unterschritten – sporadisch“ bei VW-Dieselmodellen kann zum Beispiel durch einen Marderschaden verursacht werden (durchgebissener Turboladerschlauch), oder durch eine defekte Unterdruckdose, ein klemmendes VTG-Gestänge, oder gar durch einen zerbröselnden DPF. Hier ist dann die Erfahrung des VW-Mechatronikers und mitunter teures „try and error“ gefordert.

Doch was tun, wenn man noch eine Zeitlang weiter fahren muss, bis der Fehler endlich behoben ist? Und der Fehler, der den Notlauf auslöst, nicht durchgehend besteht, sondern nur ab und zu auftritt – zum Beispiel weil der Turbolader nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne den erforderlichen Ladedruck aufbaut – und trotzdem ständig den Notlauf erzwingt. Gerade im Notlauf werden Überholmanöver wegen der fehlenden Motorleistung sehr gefährlich. Es macht in diesen Fall also durchaus Sinn, den Notlauf abschalten zu können!

Mit Scan (links oben) kann man die vom Scangauge erfassten Fehlercodes anzeigen lassen.
Vergrößern Mit Scan (links oben) kann man die vom Scangauge erfassten Fehlercodes anzeigen lassen.

Sofern die Werkstatt ausschließen kann, dass durch das Weiterfahren ein ernster Motorschaden verursacht wird, kann sich der Fahrer mit einem Gerät wie dem Scangauge oder einer entsprechenden OBD-2-App über die Runden retten und das ständige Dahinkriechen im Notlauf vermeiden. Denn mit dem Scangauge II oder Eco kann man nicht nur den Betriebszustand des Wagens überwachen und Fehlercodes anzeigen. Sondern die Einträge im Fehlerspeicher auch löschen. Das Löschen sollte aber nur erfolgen, wenn die Werkstatt den bereits eine geführte Fehlersuche durchgeführt und alle Fehlermeldungen erfasst hat.

Um die blinkenden Warnleuchten im Cockpit abzuschalten und den Notlauf zu beenden und den Eintrag im Fehlerspeicher zu löschen, sind zwei Schritte erforderlich. 1) Zündung aus- und wieder einschalten 2) Fehlercode löschen.

In unserem Testwagen waren keine Fehler hinterlegt. Andernfalls hätten wir über "Clear" rechts unten den Fehlereintrag löschen können.
Vergrößern In unserem Testwagen waren keine Fehler hinterlegt. Andernfalls hätten wir über "Clear" rechts unten den Fehlereintrag löschen können.

So geht’s: Warnlampe abschalten und Notlauf beenden

Zu 1) Halten Sie den Wagen kurz an und schalten Sie die Zündung aus und wieder an. Den Schlüssel müssen Sie dazu nicht abziehen. Der Notlauf sollte nun weg sein, wenn der Auslöser ein nur sporadisch auftretender Fehler war. Theoretisch lässt sich das Aus- und Einschalten der Zündung auch während der Fahrt durchführen (dabei keinesfalls den Zündschlüssel abziehen, nur auf gerade Strecke und ohne Gegen- und Nebenverkehr). Das ist jedoch gefährlich für die Verkehrssicherheit und sollte deshalb unterbleiben. Fahren Sie dafür also besser rechts an und halten kurz an.

Da lacht das Herz des VW-Fahrers: Gleich zwei Warn-LEDs leuchten auf.
Vergrößern Da lacht das Herz des VW-Fahrers: Gleich zwei Warn-LEDs leuchten auf.

Zu 2) Wählen Sie dann im Scangauge den Menüpunkt „Scan“ und danach „View“. Löschen Sie diesen Fehler danach mit „Clear“. Danach sollten Sie die Fahrt mit voller Motorleistung fortsetzen können.

Unser an die OBD-Dose des Volkswagens angeschlossenes Scangauge hat einen Fehlercode aufgezeichnet.
Vergrößern Unser an die OBD-Dose des Volkswagens angeschlossenes Scangauge hat einen Fehlercode aufgezeichnet.

Das Löschen ist wichtig, damit Sie bemerken, wenn der Fehler erneut im Speicher abgelegt wird.

Der VCDS-Fehlercode P 0299 bedeutet: Bei unserem Volkswagen ist der Ladedruck sporadisch unterschritten. Das kann viele Gründe haben. Viel Spaß bei der Fehlersuche - und einen gut gefüllten Geldbeutel.
Vergrößern Der VCDS-Fehlercode P 0299 bedeutet: Bei unserem Volkswagen ist der Ladedruck sporadisch unterschritten. Das kann viele Gründe haben. Viel Spaß bei der Fehlersuche - und einen gut gefüllten Geldbeutel.

Dies ist nur ein Notbehelf, um längere Strecken trotz eines vorhandenen Problems noch mit voller Motorleistung zurücklegen zu können. Grundsätzlich sollte der Fehler jedoch ursächlich gelöst werden. Zudem sollte diese Notlösung nur gewählt werden, wenn man davon ausgehen kann, dass keine ernsten Folgeschäden drohen.

Hinweis: Das Scangauge kann nur einen Teil der von VDCS erfassten Fehler erkennen. Für die gängigsten Fehlercodes reicht Scangauge jedoch aus.

Tipp: Ladedruck überwachen

Falls bei Ihnen nur gelegentlich die Fehlermeldung „P0299 Ladedruck unterschritten – sporadisch“ (dieses Beispiel gilt für Volkswagenmodelle, bei den Fahrzeugen anderer Hersteller lautet die entsprechende Fehlermeldung etwas anders) auftritt, so können Sie mit Hilfe des Scangauge und des Drehzahlmessers Ihres Fahrzeugs oder des Scangauge den Fehler unter Umständen eingrenzen. Und beispielsweise feststellen, in welchem Drehzahlbereich der Ladedruck unterschritten wird. In diesem Fall können Sie - sofern es sich nur um einen sehr kleinen Drehzahlbereich handelt - diesen Bereich während der Fahrt vermeiden und somit das Auftreten der Fehlermeldung verhindern (die Fehlermeldung tritt nämlich erst auf, wenn der Ladedruck für einen gewissen vom Hersteller vorgegebenen Zeitraum unterschritten wird. Sie können also problemlos über den problematischen Drehzahlbereich hinaus höher drehen und damit die Problemzone schnell wieder verlassen). Damit lässt sich dann beispielsweise eine Urlaubsfahrt ohne teure Reparatur unterwegs überstehen. Langfristig sollte der Fehler jedoch ursächlich gelöst werden.

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