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Tipp: PC mit einem Tablet fernsteuern

04.05.2015 | 14:17 Uhr |

Fernsteuerungs- oder Remote-Control-Tools geben Ihnen vollständige Kontrolle über einen oder mehrere Computer im Netzwerk. Wir erklären Ihnen, wie Sie das mit dem Open-Source-Tool von Real VNC erledigen.

Dieses Programm brauchen Sie: VNC for Windows , gratis, für XP, Vista, 7 und 8, VNC Viewer , gratis, für Android 2.1 oder höher

Fernsteuerungs- oder Remote-Control-Tools sind praktisch, um Wartungsarbeiten aus der Ferne zu erledigen, da man sich den Gang bis zu dem jeweiligen Arbeitsplatz spart. In kleineren Büros oder im privaten Umfeld ermöglicht die Software beispielsweise die Verbannung eines lautstarken, ständig aktiven Servers in den Keller oder einen speziellen Server-Raum, während die Kontrolle bequem vom eigenen Schreibtisch aus erfolgt.

Auf dem Markt konkurrieren verschiedene Fernwartungsprogramme wie Teamviewer oder auch die Remote-Desktop-Verbindung von Windows miteinander. Das Funktionsprinzip ist immer gleich: Sie übertragen den aktuellen Bildschirminhalt des entfernten Rechners (das ist der Server) in ein Fenster auf einem anderen PC (der Client). Im Gegenzug werden die Tastatureingaben und Mausklicks des Clients auf dem Server ausgeführt.

Neben den genannten kommerziellen Tools existiert mit VNC (Virtual Network Computing) auch ein Open-Source-Programm. Es wird von der Firma Real VNC gepflegt, die ihr Geld mittlerweile mit mehreren erweiterten Versionen der Freeware verdient. Da es sich jedoch um Open Source handelt, darf das grundlegende Remote Framebuffer Protocol der Software auch von anderen Entwicklern genutzt werden. Es haben sich daher Dutzende von VNC-Programmen für praktisch alle Betriebssystem-Plattformen entwickelt.

Auch für Android stehen mittlerweile mehrere Varianten zur Auswahl. Am besten gefällt darunter die Version von Real VNC. Es handelt sich um einen reinen Viewer, der keinen Server-Teil mitbringt.

Laden Sie zunächst VNC for Windows herunter. Real VNC verlangt dabei, dass Sie eine Lizenz beantragen, die jedoch für die freie Version kostenlos ist. Installieren Sie die Software auf dem Rechner, den Sie überwachen möchten. Im Fenster „Komponenten auswählen“ markieren Sie dabei lediglich den „VNC Server“ – den Viewer benötigen Sie nicht, und der „VNC Printer Driver“ ist nur in der kostenpflichtigen Vollversion enthalten. Zum Schluss meldet das Setup „Es liegt 1 Problem vor“.

Nach einem Klick auf „Anzeigen“ erfahren Sie, dass für die VNC-Authentifizierung kein Kennwort festgelegt wurde. Klicken Sie daher auf „Beheben“, markieren Sie im nächsten Fenster „Standardbenutzer (user)“ und klicken Sie auf „Kennwort“. Vergeben Sie ein Passwort mit mindestens zehn Zeichen, bestätigen Sie es noch einmal und schließen Sie alle Fenster mit „OK“.

Geben Sie den Lizenzschlüssel ein, den Sie per Mail erhalten haben. Anschließend erscheint das Icon des Servers im Systray von Windows. Nach einem Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü, in dem Sie ein „Informationszentrum“ finden. Es weist auf eventuelle Probleme hin und zeigt die aktuellen Verbindungen zum Server an. Im Register „Diagnose“ finden Sie ganz unten die momentane IP-Adresse des Rechners. Diese Adresse benötigen Sie, um den Server vom VNC-Client aus anzusteuern.

Installieren Sie den Android-Client und klicken Sie rechts oben auf das Pluszeichen, um eine neue Verbindung einzurichten. Geben Sie bei „Address“ die IP-Adresse des Servers ein und tippen Sie auf „Done“. Im folgenden Dialog geben Sie das Kennwort ein, das Sie für den Server definiert haben, und tippen auf „OK“. Es erscheint nun die aktuelle Ansicht Ihres Windows-Desktops auf dem Smartphone oder Tablet.

Der Nutzer kann Real VNC über Regeln bestimmte IP-Adressen für den Zugang zum Server sperren oder freigeben. Auch eine Entscheidung von Fall zu Fall ist möglich
Vergrößern Der Nutzer kann Real VNC über Regeln bestimmte IP-Adressen für den Zugang zum Server sperren oder freigeben. Auch eine Entscheidung von Fall zu Fall ist möglich

Sobald Sie mit dem Finger darüber fahren, sehen Sie, wie sich der Cursor oder Mauszeiger bewegt. Die gleichen Bewegungen erscheinen auf dem Desktop Ihres Computers. Außerdem wird am oberen Rand des Displays eine kleine Icon-Leiste eingeblendet. Sobald Sie dort das Tastatursymbol antippen, werden die Softwaretastatur von Android plus die Funktions- und Symboltasten eines PC-Keyboards eingeblendet. Sie können nun also Text in Ihr Desktop-Programm eingeben. Über einen Schieberegler auf der rechten Seite scrollen Sie in offenen Dokumenten. Tippen Sie das Maus-Icon an, um lediglich die Funktions- und Symboltasten zu behalten. Durch Antippen des Symbols „i“ erhalten Sie Informationen über die Client-Software, das Fragezeichen öffnet eine Hilfeseite, und durch Antippen des „X“ schließen Sie die Verbindung.

Sie können mit Real VNC und anderen VNC-Programmen auch eine Fernwartung übers Internet einrichten. Dazu müssen Sie natürlich die externe IP-Adresse Ihres Routers kennen und einen Port freigeben, damit die Verbindungsaufnahme funktioniert. Aber Vorsicht: Die kostenlose Version von Real VNC unterstützt keine Verschlüsselung, die Daten, darunter auch das Kennwort, laufen also im Klartext durchs Netz. Wenn Sie das Risiko eines Lauschangriffs eingehen wollen, achten Sie zumindest auf ein sicheres Passwort, denn in der Hackerszene gibt es Scan-Programme, die gezielt nach ungesicherten VNC-Accounts suchen.

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