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Win 9x/ME: Internet beschleunigen

13.06.2001 | 17:14 Uhr |

Sie können Ihre Internet-Verbindung ohne Anschaffung von neuer Hardware beschleunigen. Die Anpassung des MTU-Werts kann die Datenübertragung beschleunigen. Um was für eine Einstellung es sich handelt, und wie sich der ideale Wert finden lässt zeigt Ihnen die PC-WELT.

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Sie können Ihre Internet-Verbindung ohne Anschaffung von neuer Hardware beschleunigen. Die Anpassung des MTU-Werts kann die Datenübertragung beschleunigen. Um was für eine Einstellung handelt es sich, und wie lässt sich der ideale Wert finden?

Internet-Verbindungen arbeiten generell mit dem TCP/IP-Protokoll. Dieses arbeitet paketorientiert, das heißt: Die zu transportierenden Daten werden in Pakete zerteilt und dann auf die Reise geschickt. Sendet ein Rechner, etwa das Gateway, mit dem Sie nach der Internet-Einwahl verbunden sind, seine Daten in größeren Einheiten, als ein Paket umfasst, werden daraus wiederum kleinere Pakete gebildet, die Ihr Rechner dann wieder zusammensetzen muss. Durch diese so genannte Fragmentierung verringert sich die Datenübertragungsrate.

Sie können den für Internet-Verbindungen verwendeten MTU-Wert (Maximum Transmission Unit) über die Registry anpassen, um eine schnellere Datenübertragung zu erreichen. Jede größere Datei, die Sie per TCP/IP senden oder empfangen, muss zunächst in einzelne Dateneinheiten zerlegt werden. Wenn diese beim Transport nochmals in einzelne Pakete zerfallen, erhöht sich der Transportaufwand erheblich. Über den MTU-Wert legen Sie fest, wie groß eine solche Dateneinheit ist. Überschreitet der MTU-Wert die maximale Paketgröße, wird die Dateneinheit fragmentiert.

Allerdings sollte der Wert auch eine bestimmte Mindestgröße nicht unterschreiten, denn: Zu jeder Dateneinheit gehören auch Prüfinformationen, in denen beispielsweise der Client dem Server mitteilt, das Paket erhalten zu haben. Versendet das System sehr viele Pakete mit wenig Inhalt, verschlechtert sich das Verhältnis von Prüf- zu Nutzdaten. Ideal ist eine MTU, welche der für eine Internet-Verbindung verwendeten Paketgröße entspricht, die hängt von Ihrem Provider ab.

So ermitteln Sie diese Paketgröße: Stellen Sie eine Verbindung zu Ihrem Internet-Provider her, und rufen Sie in der MS-DOS-Eingabeaufforderung "winipcfg" auf. Notieren Sie sich nun die IP-Adresse, die hinter "Standardgateway" aufgeführt ist. Geben Sie

ping -f -l 600 "Standardgateway"

ein, wobei Sie für "Standardgateway" die eben ermittelte IP-Adresse verwenden. Wird der Ping-Befehl ausgeführt, setzen Sie statt 600 Bytes einen höheren Wert an und wiederholen das Ganze.

Erhalten Sie dagegen die Fehlermeldung "Paket muss fragmentiert werden, DF-Flag ist jedoch gesetzt", gehen Sie mit dem Wert schrittweise herunter, am besten zunächst in 10er-Schritten.

Wiederholen Sie die Prozedur, bis Sie den höchsten Wert gefunden haben, bei dem der Ping-Befehl noch gelingt. Damit haben Sie den optimalen MTU-Wert gefunden.

Diesen Wert müssen Sie in die Registry eintragen. Starten Sie Regedit, und suchen Sie unter "Hkey_Local_Machine\System \CurrentControlSet\Services\Class\NetTrans" nach "DriverDesc" - die genaue Bezeichnung des Schlüssels kann von System zu System abweichen. Lautet der Inhalt von "DriverDesc" "TCP/IP", sind Sie im richtigen Unterschlüssel. Ändern Sie hier den Inhalt von "MaxMTU", indem Sie den von Ihnen ermittelten optimalen Wert eingeben.

Falls noch kein entsprechender Wert existiert, legen Sie ihn neu an. Sie müssen den Rechner neu starten, damit diese Änderungen in Kraft treten.

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