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Online-Shopping: Achtung bei Bestellungen aus dem Ausland

24.08.2015 | 09:35 Uhr |

Nicht immer ist der Online-Einkauf am Schluss so günstig wie es scheint. Zoll, Gebühren und technische Probleme können den Spaß trüben.

Ein Beispiel: In den USA gab es den günstigen Fire TV-Stick von Amazon schon seit Monaten, nach Deutschland kam er erst kurz nach Ostern. Gewiss, nur ein Beispiel, doch davon gibt es viele. Mal ist es ein aktueller Film auf DVD, mal ein ultimatives Schnäppchen und mal irgendein technisches Kleinteil, für das es in Deutschland keine Zulassung gibt. Gründe für den Online-Einkauf im Ausland gibt es also genug.

Im Prinzip ist das Einkaufen in einem Online-Shop irgendwo auf der Welt genauso einfach wie hierzulande auch: Man wählt die Waren aus, legt sie in den Warenkorb, gibt Namen und Adresse für die Lieferung an und bezahlt, meistens per Paypal oder mit Kreditkarte. Dann heißt es ein paar Wochen zu warten, denn günstige Produkte kommen meist mit dem Schiff – und das dauert eben.

Neben den Lieferzeiten können ein paar andere Dinge den Spaß beim Online-Einkauf trüben. Da sind zum einen die technischen Spezifikationen, die von der hiesigen Norm abweichen können: das Notebook mit US-Tastatur, die falsche Netzspannung oder das nicht unterstützte LTE-Band beim Mobilgerät. Hier hilft es wirklich nur, sich vor dem Kauf genau zu informieren. Hinzu kommen (häufig versteckte) Kosten für den Transport. Viele US-Händler liefern nur an Adressen in den Vereinigten Staaten, so dass man einen Weiterleitungsdienst wie BongoUS , Bonvu oder MyUS für den Transport nach Deutschland in Anspruch nehmen muss. Gerade bei größeren Paketen ist das nicht billig!

Schließlich kassiert in vielen Fällen noch der deutsche Staat mit. Freier Warenverkehr besteht nur innerhalb der Europäischen Union. Wenn Sie in China, in den USA oder sonstwo online einkaufen, müssen Sie deshalb gegebenenfalls Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und weitere Gebühren bezahlen.

Acht Apps, mit denen Sie sparen können

Wichtig ist hier eine Grenze: Liegt der Wert einer Sendung unter 22 Euro (Warenwert, ausländische Umsatzsteuer und Porto zusammen), müssen Sie gar nichts bezahlen. Gerade bei Online-Shops, bei denen die Versandkosten bereits im Kaufpreis enthalten sind, lohnt es sich deshalb, eine Bestellung in Pakete von jeweils maximal 22 Euro Wert aufzuteilen.

Bis 150 Euro kassiert zwar der Zoll nichts, dafür sind die Postsendungen mit der entsprechenden Einfuhrumsatzsteuer zu versteuern. Bis zum Warenwert von 700 Euro werden dafür pauschal 17,5 Prozent kassiert, bei Beträgen über 700 Euro ist zusätzlich zum warenspezifischen Zollsatz die Einfuhrumsatzsteuer von meist 19  Prozent zu entrichten. Ferner kassiert unter Umständen noch der Transporteur, der die Zollgebühren für Sie eintreibt. Ist schließlich auf der Sendung nicht alles ordnungsgemäß deklariert, bleibt Ihr Paket beim Zoll hängen. Dann müssen Sie es persönlich abholen. Beim Selbsteinkauf im Urlaub gilt für Flug- und Schiffsreisende übrigens eine Freigrenze von 430 Euro, für Bahn- und Autoreisende sind es 300 Euro.

Mehr Details hat der Zoll im Internet , allerdings sind die Regelungen zum Teil sehr kompliziert. Hier kommt man per Telefon (0351/44834-510, Mo bis Fr. 8-17 Uhr) oder Mail (privat@zoll.de) unter Umständen schneller zum Ziel.

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