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Netzwerk-Freigaben ohne Gefahr

25.07.2013 | 11:26 Uhr |

Wer seinen Rechner dafür nutzt, seine Dateien mit anderen zu teilen, stößt schnell auf das Problem, dass Verzeichnisfreigaben leicht zu unerwünschten Einblicken in die privaten Daten führen können. Besser wäre es, auf einer eigenen Maschine nur die Daten vorzuhalten, die man wirklich teilen möchte.

Diese Maschine muss nicht physikalisch vorhanden sein – als virtuelle Maschine (VM) geht das ebenfalls. Da die heutigen PCs in aller Regel mehrere CPU-Kerne mitbringen, stellt eine VM keine schwerwiegende Belastung für einen PC dar. Und mit dieser schlüsselfertigen Lösung erhält man einen leistungsstarken und dennoch sicheren Datei-Server auf Basis von Open Suse 12.2.

So geht’s: Zunächst laden Sie über das Image für die virtuelle Maschine . Schließlich installieren Sie noch das Programm Virtualbox von Oracle sowie die Gasterweiterungen: Dazu starten Sie Virtualbox, wählen dann aus dem Menü „Datei“ den Menüpunkt „Globale Einstellungen“ und wählen „Hinzufügen“ unter dem Eintrag Zusatzpakete. In der folgenden Dialogbox navigieren Sie dorthin, wo die Gasterweiterungen gespeichert sind, und klicken doppelt darauf. Das Programm quittiert in der Folge die erfolgreiche Installation der Erweiterungen. Jetzt müssen Sie Virtualbox noch einmal neu starten. Anschließend können Sie durch einen Klick auf das Ordnersymbol in der Fußleiste des Programms (Gemeinsame Ordner) den Ordner auswählen, in dem Sie die Dateien speichern, die Sie freigeben wollen. Hernach entpacken Sie die heruntergeladene Datei in ein Verzeichnis.

Nun legen Sie eine neue virtuelle Maschine in Virtualbox an, indem Sie in der Symbolleiste auf „Neu“ klicken. Als Betriebssystem wählen Sie Linux, und als Distribution Open Suse. Die Voreinstellungen des Programms mit 512 MB Arbeitsspeicher sollten Sie nicht ändern (mehr schadet sicher nicht, mit weniger startet möglicherweise der Server nicht). Schließlich fragt das Programm nach dem Festplattenspeicher. Hier ändern Sie die Programmvorgabe in „Vorhandene Festplatte verwenden“, klicken auf den gelbgrünen Button rechts vom Eingabefeld, dann durch Ihren Verzeichnisbaum bis zu der heruntergeladenen und entpackten VDI-Datei und schließlich auf „Erzeugen“.

Sicheres Zweitsystem einrichten und nutzen

Das Gröbste ist schon geschafft. Jetzt müssen noch wenige Details angepasst werden. Zunächst soll die Netzwerkkarte als völlig eigenständiges Gerät agieren und nicht via NAT Ihren PC im Netzwerk zeigen. Dazu klicken Sie die neue virtuelle Maschine rechts an und wählen „Ändern“. Dann klicken Sie links Netzwerk an und setzen die Auswahl rechts auf Netzwerkbrücke; der Name darunter springt in aller Regel direkt auf die in Ihrem Windows installierte Netzwerkkarte.

Um einen schlanken, flotten Server hinzubekommen, ist auf den virtuellen Festplatten nicht viel Platz für freizugebende Dateien: Knapp 2,3 GB reichen nicht für große Sprünge. Sie können aber ein gemeinsam genutztes Verzeichnis angeben, auf das Sie sowohl von Ihrem PC aus als auch von der virtuellen Maschine (VM) aus Zugriff haben. Der Server ist so eingerichtet, dass er dieses Verzeichnis sofort freigibt. Klicken Sie dazu in der Fußzeile auf das Ordnersymbol rechts, wählen Sie „gemeinsame Dateien“ und klicken Sie sich zu einem neu angelegten Verzeichnis auf einer Ihrer Festplatten. Das Verzeichnis erscheint nach der Auswahl und einem weiteren Neustart als „none“ im Verzeichnis /media/sf_vbox, das auch im Samba-Server schon als Freigabe eingetragen ist.

Die Oberfläche Webmin macht aus dem unattraktiven Server in Virtualbox mit reiner Text-Oberfläche einen komfortabel bedienbaren Fileserver.
Vergrößern Die Oberfläche Webmin macht aus dem unattraktiven Server in Virtualbox mit reiner Text-Oberfläche einen komfortabel bedienbaren Fileserver.

Einige Hinweise zu diesem Server: Die Installation ist so angelegt, dass sie sich eine IP-Adresse aus Ihrem Netzwerk via DHCP holt. Auf Port 10000 dieser Adresse lauscht ein Webmin-Server, über den Sie fast alle Konfigurationsdetails der Installation ändern können. Für diesen Webmin-Server ist als Log-in der Benutzer admin mit dem Passwort 123 konfiguriert. Zusätzlich ist ein SSH-Server zwar installiert, startet aber nicht automatisch. Dieses Verhalten können Sie übrigens auch via Webmin verändern. Die Oberfläche hilft, den Server nahezu ganz ohne kryptische Texteingaben zu bedienen.

Man kann die Maschine auch einfach in eine Virtualbox-VM installieren und als Bootmedium ein Clonezilla-Image unter den CD-Laufwerken einbinden. Dann können Sie die Partitionen in ein Clone-Image kopieren und via Clonezilla auch in einer eigenen Maschine unterbringen. Die detaillierte Anleitung würde den Rahmen des Artikels sprengen – aber Clonezilla selbst bietet viel Unterstützung beim Umgang mit dem System.

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