07.04.2006, 07:31

Hans-Christian Dirscherl

Monad-Shell und Win-FS

Microsoft verfolgt mit der neuen Shell genau das gleiche Konzept wie beim künftigen Dateisystem Win-FS: Das formale „Wo?“-Prinzip der hierarchischen Dateiordner ist aufgehoben zugunsten inhaltlicher Kriterien: Ein Ordner präsentiert Daten nach zuvor definierten Merkmalen wie etwa „neu“, „groß“ oder „Name enthält ...“.

Durch gezielte inhaltliche Abfragen mit Filter-Pipes entstehen neue Objekte: virtuelle Datenkollektionen, quasi „Ordner 2.0“. Solche „Ordner 2.0“ können zum Beispiel die zuletzt erstellten Dateien enthalten (irgendetwas mit „dir...creationtime“), die Shell-Ordner der Registry (irgendetwas mit „get-property hkcu:...“), die Prozesse mit den meisten Modulen (irgendetwas mit „get-process...modules“) oder Text aus verschiedenen Dateien (irgendetwas mit „get-content...“).
Solche Kollektionen können beim Start der Shell in der Profile.MSH (2 Punkte 2 und 6) automatisch und dauerhaft (global) erstellt oder auch ad hoc angelegt und danach wieder verworfen werden (Functions). MSH exportiert ein Objekt auch als CSV-, HTML- oder XML-Datei
dir -recurse|export-csv dir.csv
und liest es später von dort wieder als Objektvariable ein („$a=import-csv dir.csv“). Ein sehr viel schnellerer Weg als das Einlesen, der aber keine aktuellen Daten gewährleistet.
Das Konzept ist offen und bietet die Möglichkeit, einem Datenobjekt zusätzliche eigene Eigenschaften hinzuzufügen, die dann etwa Bewertungen oder Zusatzinfos enthalten. Heutige Dateisysteme erfahren davon allerdings nichts, und folglich gehen solche Informationen mit dem Verlust der Objektvariable wieder verloren. Was ferner fehlt, sind vorgefertigte Forms, um die Daten grafisch zu repräsentieren. Solche Forms waren in früheren Alpha-Version
Mehr zur neuen Windows-Shell erfahren Sie in der aktuellen PC-WELT 5/2006 ab Seite 74.
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