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Mit dem Tool Bhorm verpassen Sie Windows Heilungskräfte

16.12.2014 | 14:31 Uhr |

Das Tool Bhorm lässt Windows bei jedem Neustart in einen unveränderten Zustand starten. Es nutzt dafür Code, der eigentlich für Embedded-Systeme wie in Geldautomaten gemacht ist.

Diese Programme brauchen Sie: Bhorm , gratis, für Windows XP, Vista, 7, 8; Macrium Reflect Free , gratis für Window XP, Vista, 7, 8

Das Tool Bhorm macht Windows zwar nicht unverwundbar, verpasst ihm aber perfekte Heilkräfte. Während Windows läuft, verhält es sich wie gewohnt und es lassen sich scheinbar auch Änderungen am System vornehmen, etwa neue Programme installieren. Doch wenn Sie Windows neu starten, sind alle Änderungen verschwunden. Ein Manko hat das Tool allerdings, es läuft nicht auf PCs, auf denen Windows im neuen UEFI-Modus installiert ist.

So geht’s: Das Tool Bhorm manipuliert den MBR (Master Boot Record) der Festplatte, was immer ein gewisses Risiko darstellt. Sicherheitshalber sollten Sie zunächst ein Image von Ihrer Festplatte erstellen. Kostenlos geht das mit Macrium Reflect Free.

Kontrollieren Sie nun, ob der Hibernation-Modus von Windows aktiv ist. Drücken Sie die Tastenkombination Windows+R und geben Sie cmd ein, gefolgt von Enter. Geben Sie dann powercfg -h on ein und drücken Sie erneut Enter. In Windows 8 müssen Sie cmd mit Adminrechten ausführen. Suchen Sie über die Charmbar nach cmd und starten Sie das Tool über die rechte Maustaste mit „Als Administrator ausführen“.

Installieren Sie nun Bhorm. Es wird dafür sorgen, dass künftig alle Änderungen am System in einen Zwischenspeicher umgeleitet werden. Davon ist nicht nur die Systempartition, sondern auch jede andere Partition betroffen. Es gehen also auch Änderungen etwa in Dateien verloren. Außerdem wird es eine unveränderbare Hibernate-Datei erstellen. Diese wird Windows bei einem scheinbaren Neustart künftig laden und damit stets den aktuellen Zustand wieder herstellen.

Wenn Sie den Schutzmodus von Bhorm ausschalten, meckert Windows beim ersten Neustart, denn das System konnte sich wegen Bhorm nicht merken, dass es korrekt heruntergefahren wurde.
Vergrößern Wenn Sie den Schutzmodus von Bhorm ausschalten, meckert Windows beim ersten Neustart, denn das System konnte sich wegen Bhorm nicht merken, dass es korrekt heruntergefahren wurde.

Nach der Installation von Bhorm ist ein Windows-Neustart fällig. Starten Sie dann Bhorm über seine Desktop-Verknüpfung. Sie aktivieren den Schutzmodus über „Enter Bhorm Mode“. Das hat einen erneuten Windows-Neustart zur Folge. Während des Neustarts gibt Windows scheinbar eine Fehlermeldung aus, denn statt der erwarteten Hibernate-Datei schiebt Bhrom dem System seine unveränderte Datei unter. Nun ist der Schutzmodus aktiv.

Möchten Sie Bhorm deaktivieren, etwa um Windows oder den Virenscanner zu aktualisieren, dann wählen Sie in Bhorm „Exit Bhorm Mode“. Es ist ein Neustart fällig, bei dem Windows zunächst eine Fehlerbehebungsseite anzeigt. Wählen Sie hier „Windows normal starten“, um Windows ohne Bhorm-Schutzmodus zu starten. Möchten Sie das Tool wieder ganz loswerden, lässt es sich nun wie gewohnt über die Systemsteuerung deinstallieren.

Hinweis: Wenn Sie Bhorm aktiviert haben, können Sie vieles bedenkenlos ausprobieren, was sonst zu riskant wäre. Ein Virenschutz ist Bhorm aber nicht. Denn wenn Ihnen ein Schädling alle Ihre Passwörter ausliest und umgehend ins Internet sendet, hilft es nicht mehr viel, dass Windows nach einem Neustart wieder virenfrei ist.

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