1944670

Mit Seafile die eigene Cloud betreiben

18.11.2014 | 11:31 Uhr |

Cloud-Lösungen liegen im Trend. Interessant sind mehr und mehr Cloud-Services, die auf eigener Hardware laufen – sie sind weniger anfällig für das Ausspionieren.

Dieses Programm brauchen Sie: Seafile-Server 2.0.4 , Seafile-Client 2.0.8, gratis, für Windows Vista, XP, 7.

Cloud-Dienste sind dank des NSA-Skandals in Verruf geraten: Die extern gelagerten Daten sind allzu leicht auszuspähen und Ziel geheimdienstlicher Aktivitäten. Dennoch: Die Technik selber ist gut, produktivitätssteigernd und hilft dabei, Daten verfügbarer zu machen. Deshalb sind Lösungen im Trend, bei denen die Cloud-Services auf eigener Hardware laufen und damit weniger anfällig für das Ausspionieren sind. Besonders praktisch ist es, wenn die Dienste einfach zu konfigurieren sind und zuverlässig funktionieren. Hat man genug Bandbreite, benötigt man dafür noch nicht einmal zusätzliche Hardware – man kann den Dienst einfach im eigenen Netzwerk laufen lassen und kann – richtig konfiguriert – von überall in der Welt darauf zugreifen.

So geht’s: Laden Sie die benötigten Dateien von seafile.com herunter: Sie brauchen auf jeden Fall die Client-Software und natürlich den Server selbst. Je nach Bedarf nehmen Sie vom Server die Windows- oder die Linux-Version, beim Client dürfte die Windows-Version die sinnvolle Variante sein.

Empfehlung: Lassen Sie den Server möglichst auf einer Linux-Maschine laufen, die angeschaltet bleiben sollte.

Aus dieser Sicht kann es bei den heutigen Angeboten durchaus günstiger sein, sich bei einem der einschlägigen Provider einen Server zu mieten statt die zusätzlichen Stromkosten zu bezahlen. Für die Testinstallation verwendeten wir einen Opensuse-12.1-Server von 1blu in der Sparversion für 8,99 Euro im Monat, der immerhin schon eine Festplatte mit 80 GB mitbringt.

Nachteil dieser Lösung: Für die Sicherheit eines solchen Servers sind Sie selbst verantwortlich.

Die Installation unter Linux ist einfach: Sie kopieren das Archiv auf den Server und öffnen dort eine Kommandozeile. Hier wechseln Sie mit „cd /pfad/zum/seafile/dir“ in das gewünschte Verzeichnis und entpacken mit „tar -xzf <serverdatei>“ die Daten aus dem Archiv und wechseln mit cd <seafile-versionsnummer> in das neu angelegte Verzeichnis.

Hier rufen Sie mit „./setup-seafile.sh“ die Installation auf. Die Software erkennt dabei selber, ob alle Abhängigkeiten erfüllt sind und meldet die fehlenden Pakete, die man zunächst nachinstallieren muss. In der Regel kann man hernach die Vorgaben einfach mit Enter bestätigen, man muss lediglich ein paar Angaben wie Admin-Mail-Adresse und -Passwort angeben. Nach wenigen Sekunden ist der Server installiert und kann mit „./seafile.sh start && ./seahub.sh start“ gestartet werden (man muss beide Dienste starten). Nun können Sie sich mit „http://server-name:8000“ per Browser anmelden. Dazu benutzen Sie die während der Installation gespeicherten Login-Daten.

Hier legen Sie zunächst alle weiteren Personen an, die Ihren Server mitbenutzen sollen. Und zu guter Letzt richten Sie Ihre Bibliotheken ein, in denen Ihre Dateien gespeichert werden, im Beispiel „Arbeit“ und „Bilder“. Nun steht dem Hochladen Ihrer Dateien mit dem Browser nichts mehr im Weg. Klicken Sie dazu zuerst die Bibliothek an, in der die Dateien landen sollen, dann auf „Hochladen“. Suchen Sie sich anschließend mit einem Klick auf „Dateien hinzufügen“ die Dateien zusammen, die Sie hochladen wollen. Wenn Sie diese alle eingefügt haben, genügt ein Klick auf „Start alle“, um sie auf den Server zu befördern.

Wenn man die Dateien oft austauscht und auf verschiedenen Computern benutzt, ist es meistens bequemer, anstelle des Browsers den Seafile-Client zu benutzen. Installieren Sie das Programm von der Heft-CD und rufen Sie es auf. Das Programm nutzt stets die Sprache der installierten Windows-Version – die Übersetzung ins Deutsche ist gelegentlich etwas holprig, aber nicht unverständlich. Nach dem ersten Start bietet  es direkt die Option „Konto hinzufügen“ an, die Sie auch wählen.

In der folgenden Dialogbox tragen Sie die Server-Adresse und :<Portnummer> ein, geben Ihre Login-Daten an und klicken auf „Einloggen“. Es zeigt dann alle Bibliotheken an. Jede davon klicken Sie nun mit der rechten Maustaste an und wählen „Bibliothek herunterladen“. In der Dialogbox tragen Sie das Laufwerk und das Verzeichnis ein, wo die Dateien gespeichert werden sollen (das Laufwerk sollte genug Platz bieten). Von jetzt an synchronisiert die Software automatisch die Dateien auf Ihrem Cloud-Server und Ihrer lokalen Festplatte. Nach Änderungen zeigt sie diese in einem Fähnchen über dem Systray an, das Sie aber auch abschalten können.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1944670