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Linux rettet Windows

01.06.2004 | 10:43 Uhr |

Viren, Würmer oder gravierende Benutzerfehler machen einer Windows-Installation schnell den Garaus. Um das System zu reparieren oder wenigstens die wichtigsten Dokumente zu sichern, brauchen Sie ein Notsystem, mit dem Sie jetzt noch auf die Platte zugreifen können. Wir zeigen Ihnen wie Sie mit Linux ein solches Notsystem realisieren können.

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Problem:

Viren, Würmer oder gravierende Benutzerfehler machen einer Windows-Installation schnell den Garaus. Um das System zu reparieren oder wenigstens die wichtigsten Dokumente zu sichern, brauchen Sie ein Notsystem, mit dem Sie jetzt noch auf die Platte zugreifen können.

Lösung:

Wiederherstellungskonsole

Für einfache Reparaturen hat Microsoft unter Windows 2000 und XP die Wiederherstellungskonsole vorgesehen. Die lässt sich zwar von der Windows-Installations-CD starten, erlaubt es aber standardmäßig nur, einige Systemdateien auf eine Diskette zu befördern. Diese Einschränkung lässt sich nur von einem laufenden Windows aus aufheben. Eine Beschreibung der nötigen Schritte finden Sie in der Microsoft Knowledge Base im Artikel Nummer 310497 . Doch auch dann bleibt die unkomfortable Konsole arg beschränkt.

PE-Builder

Was Microsoft nicht anbieten will oder kann, leistet der PE-Builder . Er hilft beim Erstellen einer bootfähigen Windows-XP-CD und integriert Tools wie Virenscanner, Dateimanager und Diskimage-Software als Plug-ins. Das Sichern wichtiger Dateien ist damit kein Problem, da diese CD den Zugriff auf Netzwerk, externe USB-Festplatten und USB-Sticks unterstützt. Nachteile: Sie müssen die CD erst unter einem laufenden Windows 2000 oder XP erstellen, und Sie benötigen eine XP-Installations-CD mit integriertem Service Pack 1.

NTFS für DOS

Wenn es nur um die Rettung der Daten von einer beschädigten NTFS-Partition geht, genügt auch eine DOS-Bootdiskette mit dem "Nur Lese"-Treiber NTFSDOS . Kopieren die NTFSDOS.EXE auf eine DOS-Bootdiskette, und führen Sie das Programm bei Bedarf über die Kommandozeile aus. Es erkennt die vorhandenen NTFS-Partitionen und weist ihnen Laufwerksbuchstaben zu.

NTFS für Linux

Mit Linux oder Knoppix haben Sie bislang nur Lesezugriff auf NTFS-Laufwerke. Ein neues Projekt mit dem Namen Captive NTFS behebt diese Einschränkung. Es ist zwar noch in einer frühen Entwicklungsphase, bei unseren Tests konnten wir aber auf NTFS-Partitionen problemlos und fehlerfrei schreiben. Der Trick: Captive nutzt in einer Emulation die Original-Microsoft-Dateien NTFS.SYS und NTOSKRNL.EXE aus einem Windows XP mit Service Pack 1. Die Installation auf einem bestehenden Linux ist unkompliziert. Der Autor bietet ein fertiges RPM-Paket für Red Hat und Mandrake an. Es eignet sich aber auch für Suse Linux 9.0. Ein Einrichtungsprogramm hilft beim Kopieren der nötigen Dateien von einem parallel installierten Windows XP. Alternativ bietet es den Download direkt von Microsoft an.

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