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Linux: Zusätzliche Swap-Datei temporär erstellen

Sie haben Linux auf einer 2-Gigabyte-Festplatte installiert. Da der Rechner 128 Megabyte Hauptspeicher besitzt, haben Sie keine Swap-Partition eingerichtet. Nun verlangen aber bestimmte Anwendungen doch eine Auslagerungsdatei, wenn auch nur vorübergehend. Müssen Sie Ihre Festplatte neu partitionieren, um zu einer Auslagerungsdatei zu kommen? Die PC-WELT verrät es Ihnen.

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Problem:

Sie haben Linux auf einer 2-Gigabyte-Festplatte installiert. Da der Rechner 128 Megabyte Hauptspeicher besitzt, haben Sie keine Swap-Partition eingerichtet. Nun verlangen aber bestimmte Anwendungen doch eine Auslagerungsdatei, wenn auch nur vorübergehend. Müssen Sie Ihre Festplatte neu partitionieren, um zu einer Auslagerungsdatei zu kommen?

Lösung:

Linux benötigt nicht zwingend eine separate Swap-Partition. Sie können eine Auslagerungsdatei auch auf der Systempartition anlegen. Der Nachteil einer so erstellten Auslagerungsdatei: Der Zugriff ist langsamer als bei einer gesonderten Swap-Partition. Um nachträglich eine Swap-Datei zu erstellen, führen Sie als Benutzer "root" folgende Schitte aus:

1. Erstellen Sie mit

dd if=/dev/zero of=/tmp/ swap bs=1024k count=32

eine leere Datei. Die Größe der künftigen Swap-Datei wird mit dem Parameter "count" in Megabyte festgelegt, in unserem Beispiel also mit 32 Megabyte.

2. Führen Sie anschließend den Befehl

chmod 600 /tmp/swap

aus. Damit stellen Sie sicher, dass nur der Benutzer "root" diese Datei öffnen und verändern darf.

3. Nun wandeln Sie die leere Datei mit

mkswap /tmp/swap

in eine Auslagerungsdatei um. Mit dem Befehl "sync" stellen Sie anschließend sicher, dass die Datei auf die Festplatte und nicht in den Platten- Cache geschrieben wird.

4. Im letzten Schritt binden Sie mit

swapon /tmp/swap

die neue Auslagerungsdatei in das System ein. Mit "swapoff" können Sie diesen Vorgang jederzeit wieder rückgängig machen.

Wichtig:

Nach einem Neustart ist zwar die erstellte Datei noch vorhanden, muss aber mit "swapon" wieder als Auslagerungsdatei definiert werden.

Sie können in der Ausgabe des Befehls "free" erfahren, ob Sie alles richtig gemacht haben und die Auslagerungsdatei vom System erkannt wurde. Größe und momentane Ausnutzung der Auslagerungsdatei stehen in der Zeile "swap".

Übrigens - die beschriebene Möglichkeit besteht auch, wenn Sie schon eine Swap-Partition besitzen. Die neue Auslagerungsdatei wird dann dem bestehenden Auslagerungsspeicher hinzugerechnet.

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