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Linux-Tipp: Mailbox verstopft - was nun?

13.08.2001 | 10:12 Uhr |

Sie kennen das Problem: Immer wieder kommt es vor, dass Sie eine übergrosse Mail erhalten. Beispielsweise den reich bebilderten Urlaubsbericht von Bekannten oder auch den unerwartet grossen Farbkatalog Ihres bevorzugten Versandhauses.

Anforderung

Einsteiger

Zeitaufwand

Gering

Sie kennen das Problem: Immer wieder kommt es vor, dass Sie eine übergrosse Mail erhalten. Beispielsweise den reich bebilderten Urlaubsbericht von Bekannten oder auch den unerwartet grossen Farbkatalog Ihres bevorzugten Versandhauses.

Ihr Mailprogramm versucht natürlich, diese Mail ebenso wie alle anderen vom Pop-Server abzuholen. Zwar schreibt das unter Linux beliebte "kmail" die Gesamtgrösse der abzuholenden Mails in die Statuszeile. Das ändert jedoch nichts daran, dass Sie je nach Internetanbindung Stunden warten müssen, bis das Abholen erledigt und die Leitung wieder frei ist.

Die Alternative: Sie besuchen den Pop-Server, der Ihre Mailbox verwaltet, direkt und löschen die betreffende Mail.

Ein normal ausgestattetes Linux-System bringt die dazu erforderlichen Bordmittel natürlich mit: Ein Terminalprogramm und das Kommunikationsprogramm "telnet". Dazu ein paar Grundbefehle aus dem Pop3-Protokoll und schon können Sie Ihre Mailbox wieder freischaufeln.

Öffnen Sie ein Terminalfenster. Unter KDE klicken Sie dazu auf das Bildschirmsymbol im Panel oder geben per ALT-F2 den Befehl "konsole" ein (Alternativ dazu xterm, aterm, wterm etc.). In diesem Terminal werden Sie mit Ihrem Pop-Server kommunizieren.

Wählen Sie sich bei Ihrem Internetprovider ein. Im Terminal versuchen Sie nun, die Verbindung zu Ihrem Pop-Server aufzubauen. Sie brauchen dazu Ihre Zugangsdaten (Name des Pop-Servers, User-Kennung, Passwort). Geben Sie im Terminal den folgenden Befehl ein:

telnet name.ihres.popservers 110

Ihr Mailprogramm macht beim Mailabholen im Prinzip nichts anderes. "110" gibt den Standardport eines POP3-Servers an. Der Server sollte sich mit "OK" zurückmelden. Nun müssen Sie sich dem Pop-Server vorstellen. Schreiben Sie

user ihrusername

und, nach positiver antwort:

pass geheimespasswort

Wenn Sie alles richtig eingegeben haben, gibt der Pop-Server eine positive Rückmeldung aus. Jetzt können Sie sich mit ein paar einfachen Befehlen in Ihrer Mailbox umsehen.

stat

zeigt, wie gross der Inhalt Ihrer Mailbox momentan ist (Anzahl der Mails und Gesamtgrösse in Bytes)

list

gibt eine Kurzliste der Mails in Ihrer Mailbox aus (Grösse der nummerierten, einzelnen Mails).

Wenn Sie in dieser Liste die übergrosse Mail gemeldet bekommen, können Sie diese mit

dele [Nummer der betreffenden Mail]

zum Löschen vormerken. Vertippt? Kein Problem. Die Änderungen an Ihrer Mailbox werden erst nach einem "quit" wirksam. Um die Löschmarkierung zurückzunehmen, schreiben Sie

rset

Wenn Sie wissen wollen, was denn nun eigentlich in den Mails steht, können Sie einen Blick in einzelne Nachrichten werfen mit

top [Nummer der Mail] [Anzahl der body-Zeilen]

Dieser Befehl zeigt neben den Mailheadern die entsprechende Anzahl von Zeilen aus dem Nachrichtentext in Ihrem Terminal an.

Sie können Mails auch von Hand komplett abholen. Der Befehl

retr [Nummer der Mail]

holt die entsprechende Mail komplett ab und druckt sie in Ihrem Terminal aus. Mit einem

quit

verabschieden Sie sich von Ihrem Pop-Server.

Etwas umständlich? Vielleicht ja, aber dafür gibt es eben Mailprogramme, die das alles automatisch erledigen. Und wenn Sie die blockierende Riesenmail auf dem Server gelöscht haben, steht dem normalen Mail-Empfang nichts mehr im Weg.

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