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Linux-Server: Backup per Script

17.07.2007 | 11:40 Uhr |

Sie betreiben bei einem großen Webhoster einen Server unter Linux. Jetzt suchen Sie nach einer automatischen Backup-Lösung, mit der Sie jeden Tag die veränderten Daten sichern können. Wir erklären Ihnen, wie Sie dieses Problem lösen können.

Anforderung:

Profi

Zeitaufwand:

Hoch

Problem:

Sie betreiben bei einem großen Webhoster einen Server unter Linux. Jetzt suchen Sie nach einer automatischen Backup-Lösung, mit der Sie jeden Tag die veränderten Daten sichern können.

Lösung:

Als einfaches Backup-Script können Sie Reoback verwenden. Das Tool bietet vollständige und inkrementelle Backups (nur geänderte Dateien). Außerdem erlaubt es – wenn dieser zur Verfügung steht – die Übertragung auf einen anderen Server per FTP oder NFS. Reoback sollte unter den meisten Linux-Systemen laufen und erfordert Perl ab Version 5.6.1 sowie das Perl-Modul Net::FTP (in der Regel standardmäßig installiert). Auf RPM-basierenden Systemen (Suse Linux, Fedora) lässt sich das Tool einfach mit

rpm -ivh reoback-1.0-3.noarch.rpm

einrichten. Debian-Anwender müssen mit zwei Kommandozeilen das RPM- in ein DEB-Paket umwandeln und dann installieren:

alien reoback-1.0-3.noarch.rpm
dpkg --install reoback_1.0-3_all.deb

Anschließend müssen Sie in jedem Fall die Konfigurationsdatei /etc/reoback/settings.conf anpassen. Die Datei enthält englischsprachige Kommentare, die die Einstellungen erklären. Welche Dateien Reoback sichert, legen Sie in /etc/reoback/files.conf fest. Kommentieren Sie alle vorhandenen Beispieleinträge aus, indem Sie ein „#“ voranstellen. Tragen Sie dann einen Block in der Form

File: homes
/home
Skip: /home/testuser
ein. Damit sichern Sie beispielsweise alle Verzeichnisse und Dateien unter /home außer /home/testuser. Legen Sie entsprechende Einträge für alle Verzeichnisse an, die Sie sichern möchten. Sinnvoll ist das vor allem für /home, /etc und /var, da hier standardmäßig Dateien liegen, die sich häufig ändern. Die Reoback-Sicherungsdateien unter /var/lib/reoback/* sollten Sie mit „Skip:“ ausschließen, um ein rekursives Backup zu vermeiden. Mit dem Kommando „reoback.pl /etc/reoaback/settings.conf“ testen Sie abschließend die Konfiguration. Für ein automatisches Backup passen Sie zuerst die Datei /etc/run_reoback.sh entsprechend Ihrer Installation an und starten dann „crontab -e“ ein. Im Editor geben Sie die Zeile

0 2 * * * /etc/reoback/run_reoback. sh > backup.txt ; mail -s „automatisches Backup“ name@domain.de <backup.txt
ein. In diesem Beispiel startet das Backup um 2:00 Uhr und sendet zur Kontrolle die Datei backup.txt per Mail an die angegebene Adresse. Reoback besitzt keine Restore-Funktion. Im Notfall entpacken Sie zuerst den Inhalt der Datei mit dem letzten vollständigen Backup und dann nacheinander die Dateien mit den inkrementellen Backups.

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