08.09.2011, 11:05

Stephan Mayer

Linux

Open- und Libre-Office-Konflikte mit Linux-Dateien vermeiden

©openoffice.org_libreoffice.org

Das Büroprogramm Open Office und sein Ableger Libre Office haben eine Eigenart, über die manche Heimnetzbetreiber stolpern. Beide Programme verwenden für geöffnete Benutzerdateien eine Bezeichnung, die im Linux Betriebssystem versteckte Dateien und Verzeichnisse kennzeichnet. Ein Konflikt ist vorprogrammiert.
Diese Programme legen für eine geöffnete Benutzerdatei eine gleichnamige Sperrdatei an, die ein dem Namen vorgestellter Punkt kennzeichnet. Sie verhindert einen gleichzeitigen Schreibzugriff im Netzwerk. Auch Linux arbeitet mit Dateien mit führendem Punkt im Namen: Das Betriebssystem kennzeichnet so versteckte Dateien und Verzeichnisse.
Diese beiden Faktoren können in einem Linux-Netzwerk jedoch kollidieren. Und zwar dann, wenn der Neu-Administrator beim Einrichten eines Samba-Servers für den Datenzugriff mit Windows-PCs den gutgemeinten Tipp folgt, die versteckten Linux-Dateien und -Verzeichnisse der Übersichtlichkeit halber auszublenden. Dies geschieht mit dem Eintrag veto files = /.*/ bei jeder Freigabe in der Konfigurationsdatei „smb.conf“. Genau dann kann aber Open Office keine Sperrdateien anlegen und kennzeichnet deshalb die Benutzerdateien fälschlicherweise als schreibgeschützt.

So lösen Sie das Problem

Nehmen Sie die Zeile „veto files = …“ aus allen Freigaben heraus, in denen Sie mit Open-Office-Dokumenten arbeiten wollen. Sinnvoll ist dies bei allen Verzeichnissen außer den Home-Verzeichnissen, in denen Konfigurationsdateien meist mit einem Punkt am Anfang des Dateinamens abgelegt werden. Dazu öffnen Sie als „root“ mit einem Textprogramm die Datei „smb.conf“, etwa so
sudo vi /etc/samba/smb.conf
und deaktivieren den „veto“-Eintrag in allen von Ihnen gewünschten Freigaben, indem Sie eine Raute („#“) vor die jeweilige Zeile setzen. Anschließend starten Sie den Samba-Server neu, um die Einstellungen zu aktivieren:
sudo /etc/init.d/smb restart
 
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