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PC in ein Surf-Terminal oder eine Musikstation verwandeln

10.12.2014 | 11:31 Uhr |

Mit dem Gratis-Tool Frontface Lockdown beschränken Sie ein Benutzerkonto von Windows so weit, dass keine Systemänderungen mehr möglich sind. Dieser Kioskmodus ist etwa auf einer Party praktisch.

Dieses Programm brauchen Sie: Frontface Lockdown , gratis, für Windows Vista, 7, 8

Sie können Windows so einstellen, das fremde Benutzer keine Änderungen an Ihrem System vornehmen können. Das ist praktisch für öffentliche oder halböffentliche Terminals, etwa in der Hotellobby, kann sich aber auch für den PC daheim lohnen, wenn Sie Besucher haben. Sollen diese etwa auf Ihrer Party die Musikauswahl am PC treffen dürfen, dann ist es praktisch, wenn sie nur einen Musik-Player zu sehen bekommen und der Rest des Systems ausgeblendet ist. Ein solcher Systemzustand wird auch Kioskmodus genannt.

Die nötigen Windows-Einstellungen für ein nicht veränderbares System sind allerdings weit in den Windows-Menüs verstreut. Darum gibt es Tools, die alle Änderungen unter einer Bedienerführung sammeln. Kostenlos ist die Software Frontface Lockdown. Mit dem Programm können Sie beispielsweise die Windows-Taste und die Tastenkombinationen Strg+Alt+Entf deaktivieren, eine automatische Anmeldung am System ohne Passwort einrichten und den Autostart von Programmen steuern. Ebenso lassen sich die Energie-Einstellungen für Standby und Bildschirmschoner schnell konfigurieren.

Aber Achtung: Sie können sich mit diesem Tool fast komplett aus Windows aussperren. Gehen Sie also mit dem Einsatz von Frontface Lockdown äußerst vorsichtig um. Sollten Sie sich dennoch einmal ausgesperrt haben, müssen Sie Windows in den „Abgesicherten Modus“ starten. Wer Windows 8 nutzt, sollte sich ein bootfähiges Installationsmedium von Windows 8 bereitlegen (DVD oder USB-Stick), da bei dieser Version „Abgesicherter Modus mit Eingabeaufforderung“ nur beim Start vom Installationsmedium angeboten wird. Sobald Sie im abgesicherten Modus sind, können Sie Frontface Lockdown über die Kommandozeile mit dem Befehl Lockdown.EXE ausführen und die Änderungen zum Schutz des PCs rückgängig machen.

Vorbereitung: Erstellen Sie für den Kiosk-Modus ein neues Benutzerkonto, das nur über eingeschränkte Benutzerrechte verfügt (Standardbenutzer). Stellen Sie sicher, dass Sie zudem ein Konto mit Administratorrechten haben, das mit einem Passwort geschützt ist. Sie müssen sich mindestens schon einmal in den beiden Konten angemeldet haben. Frontface Lockdown läuft ohne Installation. Laden Sie es sich beispielsweise auf einen USB-Stick. Sie können das Tool von dort aus starten, und gleichzeitig dient der Stick für den Notfall. Er kann so lange eingesetzt werden, so lange Sie noch Zugriff auf den Windows- Explorer haben.

So geht‘s: Melden Sie sich im Konto mit Admin-Rechten an. Starten Sie Frontface Lockdown, indem Sie Lockdown.EXE im Windows-Explorer doppelklicken. Als Erstes klicken Sie im Tool auf das Diskettensymbol, um die aktuelle Konfiguration zu speichern. Wählen Sie dann links unter „Benutzerkonto“ das Konto mit den eingeschränkten Rechten aus. Unter „Vordefinierte Profile“ wählen Sie „Interaktive Kiosk Terminal“ und klicken auf „Profil laden“. Jetzt geht es ans Feintuning. Unter „Starten & Herunterfahren“ aktivieren Sie -  wenn Sie das möchten - den automatischen Log-in ohne Passwort für das Benutzerkonto. So startet Windows stets in das geschützte Konto. Auf derselben Seite können Sie bei „Autostart-Programm -> Benutzerdefiniert“ ein Programm festlegen, das automatisch startet. Wollen Sie den PC als Musik-Player nutzen, wählen Sie hier etwa den Windows Media Player aus (C:\Program Files\Windows Media Player\wmplayer.EXE). Soll der Rechner als Surfstation dienen, wählen Sie einen Ihrer installierten Browser aus.

Möchten Sie das System möglichst wasserdicht machen, nutzen Sie statt der Option „Autostart-Programm -> Benutzerdefiniert“ die Option „ Windows Shell -> Benutzerdefiniert“ und geben dort beispielsweise den Pfad zu Ihrem Browser an. So wird die Windows-Shell, also etwa der Startknopf und die Taskleiste, gar nicht geladen.

Über „Schutz & Sicherheit“ können Sie viele Systembefehle sperren. Aber Achtung: Sie müssen mindestens noch den Benutzer wechseln können oder Zugriff auf den Explorer haben. Sonst haben Sie sich selber ausgesperrt.
Vergrößern Über „Schutz & Sicherheit“ können Sie viele Systembefehle sperren. Aber Achtung: Sie müssen mindestens noch den Benutzer wechseln können oder Zugriff auf den Explorer haben. Sonst haben Sie sich selber ausgesperrt.

Unter „Schutz & Sicherheit“ können Sie etliche Schutzmaßnahmen ergreifen. Je mehr Sie hier einschränken, desto weniger Schaden kann ein Nutzer an Ihrem PC anstellen. Mindestens eine von zwei Aktionen müssen Sie sich aber offenlassen: Sie müssen entweder noch zu Ihrem Administratorkonto wechseln oder noch die Datei Lockdown.EXE starten können. Für Letzteres benötigen Sie entweder einen Dateimanager oder die Eingabeaufforderung (CMD.EXE). Um die sichere Konfiguration des Benutzerkontos abzuschließen, klicken Sie in Frontface Lockdown oben auf den Haken und bestätigen die Änderung mit einem Klick auf „OK“.

Neustart: Haben Sie das geschützte Benutzerkonto so eingestellt, dass ein Neustart nicht mehr mit Windows-Befehlen möglich ist, hilft folgendes: Starten Sie das Tool Frontface Lockdown. Darin finden Sie unten links einen Link, über den Sie Windows neu starten oder auch den PC herunterfahren können.

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