2078815

IP- und andere Schutzklassen für Kameras erklärt

09.06.2015 | 09:31 Uhr |

Bei den Eigenschaften von Kameras stößt man immer wieder auf eine IP-Einstufung. Aber was heißt das eigentlich?

Nahezu jeder große Kamerahersteller hat outdoorfähige Modelle im Sortiment, also solche, die bis zu einem bestimmten Grad wasser-, staub- und stoßfest sind. Die genaue Beschaffenheit des Schutzes wird meistens in den sogenannten IP-Schutzklassen (auch IEC/JIS-Schutzklassen) festgelegt. Diese bestehen aus zwei Zahlen: Erstere bezieht sich auf den Schutz gegen Berührung und Fremdkörper wie etwa Staub, Sand et cetera. Die Zweite gibt den Schutz gegen Feuchtigkeit oder Wasser an. Grundsätzlich gilt: Je höher die Zahlen sind, desto wirksamer ist der Schutz. Oft wird hierbei die erste Ziffer durch ein „X“ ersetzt, wenn keine Angaben zum Schutz gegen Fremdkörper gemacht werden sollen oder können.

Häufige Schutzklassen bei Kameras sind IPX6 (Schutz gegen starkes Strahlwasser = spritzwassergeschützt) und IPX8 (Schutz gegen dauerndes Untertauchen = wasserfest). Sie geben aber nur Auskunft über die Art des Wasserkontakts. Weitere Angaben wie mögliche Tauchtiefe und Dauer geben die Hersteller meist zusätzlich an.

Eine weitere Angabe zur Robustheit einer Kamera lautet MIL-STD-810G. Dieses vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium definierte Testverfahren prüft ein Gerät beispielsweise auf Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Kälte, Druck, Flüssigkeiten, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Pilzbefall, Sand, Staub, Vibrationen, Säure und diverse Schockzustände. Ein Verweis darauf ist jedoch irreführend, denn das Testverfahren ist kein Standard. So ist von Seiten der Hersteller auch kein Nachweis der Tests nötig – kein Produkt würde alle Tests überstehen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2078815