Heimnetz
Vor- und Nachteile eines Powerline-Netzwerks
| Anforderung: | Anfänger |
|---|---|
| Zeitaufwand: | Mittel |
Zu den unbestrittenen Vorzügen gehört die einfache Installation: Homeplug-Stecker neben dem Router oder DSL-Modem in die Steckdose, mit Ethernet-Kabel zum Router oder Modem verbinden, das gleiche noch einmal beim PC – und schon steht die Verbindung. Natürlich muss die Netzwerkkarte im PC installiert sein und funktionieren. Weitere PCs sind mit weiteren Powerline-Steckern ebenso schnell und einfach vernetzt. Homeplug benötigt keine Treiber; Sie benötigen jedoch den bei Devolo, Netgear, Zyxel & Co. beiliegenden Datenträger zur Vergabe der Netzwerkkennung.
Die theoretische Geschwindigkeit des neueren Homeplug-AV(Audio-Video)- Standards liegt inzwischen bei 200 MBit/s (ältere Geräte mit Homeplug Turbo: 85 MBit/s), folglich über den Möglichkeiten von WLAN und dem üblichen 100-MBit-LAN. Die tatsächlich erreichte Transferrate liegt aber in der Regel deutlich niedriger und hängt von der Qualität der Stromleitung und Störeinflüssen anderer Geräte ab. Im Durchschnitt ist Homeplug schneller und stabiler als WLAN, erreicht aber nicht die Zuverlässigkeit des Ethernet-Kabels (mehr Details hier: Nur sauberer Durchsatz zählt). Die maximale Reichweite von etwa 200 Metern (Leitungslänge) sollte überall ausreichen.
Der Datenstrom im Heimnetz endet laut Herstellerangaben zuverlässig am Stromzähler. Ein Powerline-Netz in der Nachbarwohnung kann nicht mithören. Wer ganz sicher gehen will, schützt jeden Adapter durch das eigene Netzwerkkennwort. Damit ist Homeplug sicherer als WLAN. Zudem können durch die Kennwortvergabe an jedem einzelnen Adapter getrennte Netze innerhalb einer Wohnung oder eines Gebäudes eingerichtet werden.
Etwa 80 bis 100 Euro müssen Sie für ein Starterkit mit zwei Steckern rechnen, mit 50 bis 70 Euro für jeden weiteren Stecker (Ethernet-Kabel jeweils inklusive). 200 Euro sind da für ein kleines Heimnetz schnell verbraten, noch mehr, wenn zusätzlich ein WLAN-Extender für ein Notebook notwendig sein sollte. Die Daten aus dem Stromnetz können durch einen WLAN-Extender in ein Funknetz übertragen werden.
Homeplug-Geräte sind nicht kompatibel: Hat man sich einmal für einen Hersteller wie Devolo oder Netgear entschieden, ist man für eine spätere Erweiterung erneut auf das Angebot dieses Herstellers angewiesen. Noch schlechter: Auch die Adapter desselben Anbieters sind nicht zwingend abwärtskompatibel: So lässt sich Homeplug AV (200 MBit/s) nicht mit Homeplug Turbo (85 MBit/s) oder gar mit Homeplug 1.0 (14 MBit/s) mischen.
Ein Homeplug- Netz ist störanfälliger als Verkabelung: Die Stecker sollten immer phasengleich sein – bei auffällig niedrigem Transfer hilft es daher oft, den Adapter umgekehrt einzustecken. Im Idealfall sollte jeder Adapter außerdem seine eigene Wandsteckdose erhalten und unverdeckt bleiben, um ausreichende Belüftung zu gewährleisten. Beim Anschluss an Steckerleisten können andere Geräte mit hohem Stromverbrauch die Leistung beeinflussen. Da Powerline die Stromkabel zu Sendeantennen umfunktioniert, kann es ferner Ärger mit benachbarten Funkamateuren geben.


