1804826

Hardware unter Ubuntu gut in Form

31.07.2013 | 11:09 Uhr |

Selbstgebaute Kabelklemmen halten Kabel an der Schreibtischkante, und ein Tipp zu Touchscreens zeigt, wie sich die Geräte in aktuellen Ubuntu-Versionen mit einer Ergänzung der Konfiguration perfekt kalibrieren lassen. Das Paket Im Sensors zeigt außerdem die CPU-Temperatur an.

Touchscreen: Verfügbare Fläche kalibrieren

Bildschirme zum Anfassen sind keine Seltenheit mehr, nachdem mit Windows 8 eine Menge erschwinglicher Notebooks mit Touchscreen auf dem Markt kamen. Insbesondere Ubuntu unterstützt Touchscreens explizit.

Fass mich an! Touchscreens können in Ubuntu ab Version 12.10 mit dem Tool xinput-calibrator kalibriert werden, die ausgegebenen Werte müssen Sie aber selbst noch in diese Konfigurationsdatei eintragen.
Vergrößern Fass mich an! Touchscreens können in Ubuntu ab Version 12.10 mit dem Tool xinput-calibrator kalibriert werden, die ausgegebenen Werte müssen Sie aber selbst noch in diese Konfigurationsdatei eintragen.

TIPP In den Genuss eines berührungsempfindlichen Bildschirms kommen nicht nur Windows-Anwender. Auf vielen der Notebooks läuft auch Ubuntu ausgezeichnet, das seit Version 12.10 von Haus aus gute Unterstützung für Touchscreens bietet. Wenn dabei aber nur ein Teil des Bildschirms berührungsempfindlich ist, verlangt Ubuntu zuerst noch nach einer manuellen Kalibrierung. Installieren Sie dazu mit
sudo apt-get install xinput-calibrator

das passende Programm, das Sie anschließend über den Ubuntu-Anwendungsstarter als „Calibrate Touchscreen“ finden. Nach der Kalibrierung gibt das Programm in einem Terminal-Fenster die Positionsdaten für den Bildschirm aus. Interessant ist hier nur die Zeile, die mit der Option „Calibration“ beginnt. Öffnen Sie mit root-Rechten die Konfigurationsdatei „/usr/share/X11/xorg.conf.d/10-evdev.conf“ in einem Texteditor, etwa mit:
gksudo gedit /usr/share/X11/xorg.conf.d/10-evdev.conf

Alte PCs und Laptops mit Puppy Linux fit machen

Tragen Sie die Zeile des Kalibrierungs-Tools unterhalb von „Indentifier evdev touchscreen catchall“ ein. Nach einer erneuten Anmeldung am System sind die Einstellungen aktiv.

CPU-Temperatur aufzeichnen Wer die Temperatur der CPU im Auge behalten will, bekommt unter Linux mit dem Paket lm-sensors unter jeder verbreiteten Linux-Distribution das passende Messinstrument. Mit dessen Hilfe lassen sich die Messwerte auch über einen längeren Zeitraum aufzeichnen.

Heiße Sache: Die vom Sensor-Programm angezeigten Temperaturen lassen sich in einer eigenen Log-Datei aufzeichnen – hier eine mit Cron erzeugte Log-Datei.
Vergrößern Heiße Sache: Die vom Sensor-Programm angezeigten Temperaturen lassen sich in einer eigenen Log-Datei aufzeichnen – hier eine mit Cron erzeugte Log-Datei.

TIPP Während die Ausgabe des Befehls „sensors“ die Temperaturen in einem Terminal anzeigt und Desktop-Applets zur Temperaturüberwachung die benötigten Daten liefert, gibt es zur Aufzeichnung der Messwerte den Daemon-Prozess „sensord“. Der steht in allen populären Distributionen zur Installation über den Paketmanager bereit. Allerdings ist der Daemon nicht immer die richtige Lösung: sensord protokolliert die CPU-Temperatur über das Syslog, und um diese Daten dort auszulesen, braucht es wiederum Analyse-Tools. Das ist zu kompliziert und umständlich für den Desktop-PC.

Eine einfachere Methode bietet ein geschickt verknüpfter Aufruf von date, sensors und grep über den Taskplaner Cron. Dabei liefert date einen Zeitstempel, sensors die Messwerte, und grep reduziert die Ausgabe auf die CPU-Temperatur, die in eine Log-Datei im eigenen Home-Verzeichnis umgeleitet wird. Der ganze Befehl lautet
printf "`date --rfc-3339=s`: `sensors|grep temp1`\n" >>temperatur.log

und übernimmt in diesem Beispiel von sensors nur die Zeile mit der Zeichenkette „temp1“, die die Messwerte des CPU-Temperaturfühlers enthält. Diese Zeichenkette ist bei jedem Prozessor anders und muss noch angepasst werden. Die Eingabe von sensors in der Kommandozeile zeigt, welche Zeichenkette dies auf dem eigenen PC ist. Neben „temp1“ auf AMD-Systemen ist „Physical id 0“ bei Intel-Prozessoren typischerweise die Bezeichnung für die CPU-Temperatur. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es sich bei den Hochkommata um sogenannte „Backticks“ und nicht um einfache Anführungszeichen handelt. Der passende Befehl wird anschließend als Cron-Job definiert und jede Minute ausgeführt. Dazu starten Sie mit
crontab -e
den Editor für den Taskplaner Cron. Der Eintrag für sensors lautet hier
*/1 * * * * [befehl]
damit das Kommando jede Minute ausgeführt wird. Der Platzhalter [befehl] steht für den oben angegebenen Befehl von sensors.

Die resultierende Log-Datei im Home-Verzeichnis enthält eine Übersicht der Temperaturentwicklung und lässt sich zur weiteren Auswertung übrigens auch einfach in einer Tabellenkalkulation öffnen.

Das perfekte Linux für Ihr Netbook oder Notebook

Papierklemmen als Kabelhalter

Die meisten Kabel um und unter dem Schreibtisch sollten möglichst unsichtbar bleiben. USB- und Ladekabel sind dagegen besser griffbereit in der Nähe der Tischkante aufgehoben, weit weg von Kabelknäueln unter dem Tisch. Nur haben Kabel die Eigenschaft, sich von selbst zurückzuziehen, wenn sie nicht mit Geräten verbunden sind.

Gut abgehangen: Improvisierte, aber stabile Kabelhalter für die Schreibtischkante aus Vielzweckklemmen gibt es in jedem gut sortierten Büro.
Vergrößern Gut abgehangen: Improvisierte, aber stabile Kabelhalter für die Schreibtischkante aus Vielzweckklemmen gibt es in jedem gut sortierten Büro.

TIPP Eine Do-it-Yourself-Lösung aus zweckentfremdeten Büromaterial hindert häufig benötigte Anschlusskabel daran, sich wieder unter den Tisch zu verziehen, ohne dabei störend auf dem Schreibtisch zu liegen. Alles was Sie dazu brauchen, sind handelsübliche Vielzweckklemmen aus Stahlblech, auch Foldback-Klammern genannt.

Sie kommen in Büros mit hohen Papieraufkommen oft zum Einsatz, um Papierstapel zu bändigen. Die Klemmen werden einfach an der Tischkante festgezwickt und die benötigten Kabel lose in die Metallbügel gehängt. USB- und Ladekabel sind so immer griffbereit an der Tischkante oder Schreibtischrückseite verstaut. Falls die Tischoberfläche eine weiche, empfindlichere Holz- oder Furnieroberfläche hat, dann legen Sie ein passend zurecht geschnittenes Stück Karton unter, damit die Klemmen keine Abdrücke hinterlassen.

Flash-Speicher: Ext4 ohne Journal Auf Datenträgern wie beispielsweise USB-Sticks und Speicherkarten ist Ext4 nicht ideal, weil der Datenträger aufgrund der hohen Schreibrate des Journals schnell altert.

Ohne Journaling eignet sich Ext4 auch für USB-Sticks und Speicherkarten. Das Journal lässt sich mit diesem Befehl abschalten.
Vergrößern Ohne Journaling eignet sich Ext4 auch für USB-Sticks und Speicherkarten. Das Journal lässt sich mit diesem Befehl abschalten.

TIPP Wenn der Flash-Speicher alle Eigenschaften eines Linux-Dateisystems haben soll, etwa Zugriffsrechte, Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung sowie Dateigrößen von mehreren Gigabyte, dann ist Ext2 besser geeignet. Denn dabei handelt es sich noch nicht um ein Journaling-Dateisystem, das alle Änderungen in einem Protokoll aufzeichnet. Um die Geschwindigkeitsvorteile von Ext4 zu haben, lässt sich aber auch Ext4 ohne Journal einrichten, denn die Journaling-Funktion können Sie nachträglich abschalten. Nachdem der Flash-Datenträger mit Ext4 formatiert und dem System beispielsweise als „/dev/sdc1“ bekannt ist, entfernen folgende zwei Befehle das Journaling:
sudo umount /dev/sde1 sudo tune2fs -O ^has_journal /dev/sde1

Sabayon: Leistungsstark mit Linux arbeiten

Der erste Schritt ist „umount“, weil das Dateisystem bei dieser Änderung nicht eingehängt sein darf. Anschließend steht der Flash-Datenträger nach einem Aus- und Einstecken wie gewohnt zur Verfügung. Das gleich nach dem Einstecken ausgeführte Kommando dmesg2 zeigt nun in den Kernel-Meldungen mit der Zeile „mounted filesystem without journal“ an, dass sich jetzt kein Journal mehr auf dem Ext4-Datenträger befindet.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1804826