2232075

HDR ist nicht gleich HDR

10.11.2016 | 15:10 Uhr |

Um das Hochkontrastbild (HDR) zu erzeugen, gibt es unterschiedliche Verfahren. Der Tipp stellt die wichtigsten Techniken vor.

Um die Hochkontrastbilder (HDR – High Dynamic Range) auf den Fernsehschirm zu bekommen, nutzen die Hersteller unterschiedliche Verfahren. Manche sind lizenzpflichtig wie Dolby Vision, manche offen wie HDR10. In allen Fällen sollen in besonders hellen und dunklen Bildbereichen mehr Details sichtbar gemacht werden. Da nicht jeder aktuelle Fernseher automatisch alle Techniken unterstützt, sollten Sie die Unterschiede kennen, bevor Sie sich einen neuen Fernseher zulegen.

HDR10: Das Verfahren nutzt eine maximale Helligkeit von 1000 Nits (Candela pro Quadratmeter) und eine Farbauflösung von 10 Bit pro Farbkanal. Die Ultra-HD-Blu-ray unterstützt HDR10.

Dolby Vision: Diese Technik ist für 10.000 Nits und 12 Bit Farbtiefe pro Kanal spezifiziert. Verglichen mit HDR10 ist damit ein größerer Helligkeitsumfang möglich. Die Unterschiede liegen außerdem im Mastering-Prozess und in der Übertragung der Metadaten. Letztere lassen sich bei Dolby Vision für jedes Einzelbild übertragen. So können sich die Displays besser an den Inhalt anpassen. Um das umsetzen zu können, ist extra Hardware nötig. Das Verfahren entwickelt sich derzeit zum Favoriten der Filmstudios und vieler Streaming-Anbieter.

TV-Inhalte an jedes Gerät im Netzwerk streamen

HLG (Hybrid Log-Gamma): Dieses Verfahren wird von der BBC (British Broadcasting Corporation) und der japanischen Fernsehanstalt NHK (Nippon Hoso Kyokai) gemeinsam entwickelt. Es konzentriert sich auf die Signalübertragung. Im Gegensatz zum SDR-Signal (Standard Dynamic Range), das als Gamma-Kurve übertragen wird, verändert sich das HLG-Signal im oberen Bereich von der Gamma- in eine Logarithmus-Kurve, die einen größeren Dynamikumfang erlaubt. Der Vorteil: Ein Bitstream versorgt sowohl SDR- als auch HDR-Empfänger. Per HLG lässt lassen sich HDR-Inhalte via Kabel ausstrahlen und in hoher Qualität streamen.

Welche Verfahren ein Fernseher beherrscht, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Immerhin muss jeder HDR-fähige Fernseher Basis-Voraussetzungen von HDR10 erfüllen. Hersteller wie LG, Sony, TCL und Philips haben bereits Modelle mit Dolby-Vision-Unterstützung angekündigt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2232075