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Aktive Spuren im Internet kontrollieren

07.06.2011 | 11:00 Uhr |

Das Verhalten vieler PC-Benutzer ist schizophren: Während sie sich massiv an den von Betriebssystem und Internet-Browser gespeicherten Protokollen und temporären Spuren stören, geben sie an anderer Stelle bereitwillig persönliche Informationen preis.

Google-Internetprotokoll: Wer ein Google-Konto besitzt und sich dort angemeldet hat, kann die zahlreichen kostenlosen Dienste des Internetriesen nutzen. Dann notiert aber die Google-Suche automatisch und über Monate und Jahre im „Webprotokoll“,was der Benutzer im Internet sucht. Dieses Protokoll ist ebenso nützlich wie entlarvend, wenn es in falsche Hände gerät. Es genügt eine kurze Abwesenheit am zugänglichen PC, und ein neugieriger Mitmensch kann sich umfassend über Ihre Internetaktivitäten informieren. Selbstverständlich weiß so auch Google jede Menge über Sie als Person. Was, das können Sie auf www.google.com/dashboard erfahren. Um das Protokoll zu leeren oder abzuschalten, wählen Sie auf www.google.com/history „Pausieren“ oder „Elemente entfernen“.

Netzwerke wie Facebook oder Xing: Entscheidend für Schnüffeleien in Kontaktnetzwerken sind die von Ihnen eingegebenen Daten und deren Reichweite. Was Sie einmal zu viel an Fotos oder persönlichen Daten veröffentlicht haben, ist kaum noch rückgängig zu machen. Sie können zwar nachträglich die Informationen wieder löschen oder den möglichen Leserkreis verringern. Doch haben Sie keine Kontrolle, wie oft die Daten in der Zwischenzeit vervielfältigt wurden und an anderer Stelle wieder auftauchen.

Bei Xing können Sie die Reichweite relativ überschaubar unter „Start -> Einstellungen -> Meine Privatsphäre“ einstellen. Komplizierter sind die Optionen bei Facebook unter „Konto -> Privatsphäre-Einstellungen -> Benutzerdefiniert“ .Wägen Sie hier Ihre Entscheidungen sorgfältig ab. Und nutzen Sie anschließend unbedingt die Schaltfläche „Vorschau für mein Profil“ .Dann können Sie kontrollieren, wie Ihr Profil jetzt für andere Facebook-Mitglieder aussieht.

Daten bei Anbietern von Internetspeicher sind standardmäßig nicht öffentlich. Dazu ist vielmehr eine ausdrückliche Freigabe erforderlich. Das Fenster zeigt, wie Sie etwa eine Tabelle auf „Google Text & Tabellen“ begrenzt freigeben.
Vergrößern Daten bei Anbietern von Internetspeicher sind standardmäßig nicht öffentlich. Dazu ist vielmehr eine ausdrückliche Freigabe erforderlich. Das Fenster zeigt, wie Sie etwa eine Tabelle auf „Google Text & Tabellen“ begrenzt freigeben.

Internetspeicher: Was Sie bei Anbietern von Internetspeicherplatz, etwa Microsoft, Google, Strato oder GMX, nicht extra freigeben, ist nur mit Kenntnis Ihrer Kontodaten zugänglich. Beim E-Mail-Dienst GMX richten Sie Ihre Freigaben beispielsweise über den Menüpunkt „Ordnerfreigabe“ ein. Beim Google-Bilderdienst Picasa deklarieren Sie Fotosammlungen über die „Albumeigenschaften“ als „öffentlich“. Zur Freigabe von Dateien gehen Sie beim Google-Office-Dienst Text & Tabellen auf „Freigeben -> Berechtigungseinstellungen”. Und bei Stratos „Hi-Drive“ müssen Sie das, was andere ohne Ihre Zugangsdaten sehen dürfen, in den Ordnern „Öffentlich“ oder „Public“ ablegen.

Ziemlich kompliziert ist die Datenfreigabe bei Windows Live: Dort gibt es nicht nur die allgemeinen Datenschutzvorgaben „Öffentlich“, „Eingeschränkt“ und „Privat“, sondern auch zusätzliche Freigabeoptionen für Einzeldaten. Selbst bei abgeschalteten Freigaben sollten Sie immer bedenken, dass zumindest der Dienstbetreiber vollen Zugriff auf die meist unverschlüsselten Daten hat.

Homepage: Eine Internetseite verrät eventuell nicht nur das, was Sie darauf bewusst veröffentlichen. Wenn ein Neugieriger bereits Infos von anderer Seite über Sie besitzt, kann er Ordnerstruktur der Seite und hochgeladene Dateien erschließen und diese dann direkt laden, ohne dass auf der Seite ein Verweis dazu vorhanden ist. Im Übrigen gilt auch hier: Mindestens der Administrator Ihrer Homepage kann die Daten einsehen.

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