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Flusssteuerung im Netzwerk korrigieren

09.04.2015 | 09:31 Uhr |

Wenn Daten im Netzwerk zu langsam übertragen werden, kann das an der Flusssteuerung liegen. So schalten Sie sie ab.

Sie haben zwei PCs mit Gigabit-Netzwerkkarten über einen ebenfalls Gigabit-fähigen Switch verbunden und dennoch erreicht die Geschwindigkeit bestenfalls 100-MBit-Niveau? Eine mögliche Ursache ist, dass sich die Flusssteuerung von Netzwerk-Chip und Switch nicht verträgt.

Die Flusssteuerung wurde zum Stabilisieren von Ethernet-Verbindungen eingeführt. Wenn eine Netzwerkstation Daten schneller sendet als sie der Empfänger verarbeiten kann, kann er quasi um eine zeitlich begrenzte Pause bitten. Ursprünglich diente die Flusssteuerung dazu, Netzwerkverbindungen auch bei Ethernet-Karten mit einem sehr kleinen Pufferspeicher stabil zu halten: Kamen in rascher Folge Daten herein, konnte der Controller zwischendurch immer mal wieder „Stopp“ sagen. Gerade bei Gigabit-Verbindungen kommt es jedoch in manchen Kombinationen vor, dass die Steuerungen von Karte und Switch nicht hundertprozentig miteinander harmonieren und die Datenübertragung ausbremsen.

Dank schnellerer Bussysteme und der Weiterentwicklung der Speichertechnik ist eine Flusskontrolle heute in den meisten Fällen ohnehin nicht mehr erforderlich, Sie können sie also abschalten. Bei Ethernet-Karten oder auf der Hauptplatine angebrachten Netzwerkchips geschieht das über den Treiber. Einfache Router, wie sie von AVM, D-Link oder Netgear für den Heimmarkt gefertigt werden, lassen allerdings keine Veränderungen an den Einstellungen ihrer Switches zu. Das ist professionellen Geräten für den Unternehmenseinsatz vorbehalten. Es hilft allerdings oft schon, wenn Sie die Flusssteuerung an Ihren Computern deaktivieren.

So geht’s: Öffnen Sie in der Systemsteuerung den „Geräte-Manager“ und klicken Sie unter „Netzwerkadapter“ Ihre Netzwerk-Schnittstelle doppelt an. Wechseln Sie zum Register „Erweitert“ und suchen Sie unter „Eigenschaft“ die „Flusssteuerung“. Falls der Treiber nicht von Windows stammt, sondern separat installiert wurde, kann die Einstellung auch einen Namen wie beispielsweise „Flow Control“ tragen. Bei Treibern von Intel finden Sie die Flusssteuerung eventuell bei den „Eigenschaften“ der „Leistungsoptionen“. Markieren Sie die Steuerung und stellen Sie ihren „Wert“ auf „Deaktiviert“. Nach der Bestätigung mit „OK“ wird die Netzwerkverbindung unterbrochen, in den meisten Fällen jedoch automatisch wieder aufgebaut. Falls nicht, booten Sie Windows neu. Wiederholen Sie diese Schritte auf dem zweiten Rechner. Sollte Ihre Gigabit-Verbindung danach immer noch nicht die erwartete Geschwindigkeit liefern, schalten Sie die Flusssteuerung am besten wieder ein.

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