1792259

Darauf müssen Sie bei einem SSD-Raid achten

31.01.2014 | 09:33 Uhr |

Mittlerweile ist es verbreitet, mehrere HDDs zu einem logischen Laufwerk im Raid zu verbinden. Das klappt auch mit SSDs, allerdings mit einigen Sonderregeln.

Dieser Verbund ist ein sogenannter Raid (Redundant Array of Independent Disks) und bringt nicht nur oft Geschwindigkeitsvorteile mit sich, sondern auch eine gesteigerte Datensicherheit, weil ein Raid die Inhalte der Festplatten spiegelt. Es ist auch möglich, in den Genuss beider Vorteile zu kommen, je nach Art des Verbunds. Normalerweise gibt es derartige Raids nur mit herkömmlichen Magnetspeicherfestplatten. Es gibt jedoch einiges zu beachten, wenn Sie stattdessen flotte SSDs verwenden möchten.

Das macht ein Raid: Ein Raid fügt separate Festplatten zu einer logischen Einheit zusammen. Dadurch schreibt ein Raid 0 (Striping) die Daten parallel auf mehrere Laufwerke und erreicht auf diese Weise höhere Transferraten. Im Gegensatz zu einem Raid 1 (Mirroring) schreibt das System die Daten mehrfach auf die einzelnen Festplatten des Verbunds und gewährleistet aufgrund der Doppelung (Redundanz) die Sicherheit der Daten beim Ausfall eines Laufwerks. In anderen Raid-Konfigurationen lassen sich diese beiden Vorteile auch miteinander kombinieren. Allerdings ist es nicht so einfach, die hier angeführten Überlegungen auf moderne SSDs zu übertragen.

SSD-Tempo mit Raid-Speicherplatz

Besonderheiten bei SSDs: SSDs basieren auf elektrischen Zellen und verfügen nicht über mechanische Schreib- und Leseköpfe, die Daten von surrenden Magnetplatten holen. Dadurch ergibt sich eine wesentlich geringere Zugriffszeit als bei herkömmlichen HDDs. Der schnellere Zugriff verliert aber an Geschwindigkeit, wenn Sie die SSD in einen Raid-Verbund bündeln. Zusätzlich sind SSDs auf eine spezielle Organisation der Daten mittels sogenannter Trim-Befehle angewiesen, die im Raid nicht mehr zur Verfügung stehen.

SSDs im Raid-Verbund: In einem Raid kann das System Daten nur auslesen, wenn Schreib- und Lesezugriffe auf allen Datenträgern im Verbund gleichzeitig erfolgen. Dabei richtet sich die Wartezeit beim Zugriff immer nach der langsamsten Platte – der Geschwindigkeitsvorteil der SSDs kann daher unter Umständen verlorengehen. Außerdem profitieren SSDs im Raid nicht mehr von den erwähnten Trim-Befehlen: Das Betriebssystem kann dem Laufwerk nicht mehr mitteilen, welche Blöcke im Flash-Speicher belegt sind und von der SSD nicht weiter bereitgehalten werden müssen. Auf diese Weise verringert sich die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit und Lebensdauer der eigentlich flotten SSD, weshalb wir von einem Raid im Privatbereich abraten. Sollte Sie das Thema aber weiter interesieren, gibt es kostspielige PCI-Express-SSDs, die mit einem speziellen Controller ausgestattet sind und sich bereits ab Werk in einem Raid befinden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1792259