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Verbraucherschützer warnen vor Fallen und Gesetzesverstößen bei Einkäufen in Fernost

28.07.2016 | 09:35 Uhr |

Zoll- und Zusatzgebühren, Nachteile bei der Garantie und vieles mehr: Verbraucherschützer warnen vor Fallen beim Einkäufen in Fernost

„Onlineshops aus Fernost können für Schnäppchenjäger zum Abenteuer werden, wenn die Ware auch nach Wochen nicht eintrudelt oder der Zoll die Sendung stoppt. Obendrein droht oft Ärger bei Widerruf und Reklamation.“ Mit diesen Sätzen beginnt eine Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen , die Beschwerden von Internet-Einkäufern vor allem in asiatischen Webshops nachgegangen ist.

Die Verbraucherschützer bemängeln darin eine häufig falsche oder nicht ausreichende Deklaration der Ware, so dass die Sendung beim Zoll hängen bleibt und dort persönlich abgeholt werden muss. Das kann auch bei Plagiaten passieren oder wenn elektronische Ware ohne ein benötigtes CE-Kennzeichen, dem Zeichen für Verkehrsfähigkeit in der Europäischen Union, eingeführt wird.

Außerdem entsprächen das Impressum sowie die Kontaktdaten vieler Online-Händler nicht den gesetzlichen Vorgaben. Manchmal sei es nicht einmal ersichtlich, dass ein Shop vom Ausland aus agiere – vor allem, wenn die Internetadresse auf „.de“ ende. Schließlich werden die Regeln für Rückgabe und Reklamation moniert, denn bei allen zehn stichprobenartig untersuchten Chinashops fehlte der Hinweis, dass die Ware nach Erhalt innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden kann.

Diese offensichtlichen Mängel vor Augen können Auslandsbestellungen insbesondere von Kleinartikeln dennoch Sinn machen. Denn mal gibt es die spezielle Ware gar nicht im deutschen Einzel- oder Online-Handel, mal kostet sie hierzulande schlicht ein Mehrfaches. Wer also zwei oder drei Wochen Wartezeit in Kauf nimmt, kann auf diese Weise durchaus ein Schnäppchen machen. Die PC-WELT-Redaktion kauft regelmäßig Ware in Übersee, fast ausschließlich mit positiver Erfahrung. Und sollte wirklich einmal etwas schieflaufen, muss man das investierte Geld unter Umständen einfach abschreiben – bei teureren Geräten ist das natürlich ärgerlich.

Wichtig für die Einfuhr: Zur Kasse bittet der Zoll, wenn Kunden Einkäufe im Gesamtwert (Warenwert plus Porto) von mehr als 22 Euro tätigen. Zu berappen ist in der Regel eine 19-prozentige Einfuhrumsatzsteuer. Für viele Technik- und Modeartikel über 150 Euro sind obendrein weitere Einfuhrabgaben fällig, von 2,5 bis zu 17 Prozent. Bei bestimmter Ware kann über eine Antidumpingabgabe sogar mehr als 80 Prozent des Warenwerts draufgeschlagen werden (mehr Infos unter www.zoll.de ). Neben den Kosten kommt in diesen Fällen der zeitliche Aufwand für die persönliche Abholung im Zollamt hinzu.

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